Wenn in Frankenbach nur der Vandalismus nicht wäre

Heilbronn  Mit den Entwicklungen rund um ihren Ortsteil sind die Frankenbacher überwiegend einverstanden. Kritische Fragen gibt es trotzdem: Sie reichen von bedrohten Tierarten über Vandalismus bis zu Hundehaufen.

Von Christian Gleichauf
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Im Umfeld des Skaterparks am Fitnesscenter Sportivo gibt es regelmäßig Beschädigungen. Die Stadt hat den Handlungsbedarf erkannt.

Dass die Frankenbacher in einem Heilbronner Ortsteil leben, der landschaftlich besonders reizvoll ist, wussten die meisten wahrscheinlich schon.

Beim Vortrag von Michael Schmid vom städtischen Grünflächenamt zum Landschaftsplan 2030 am Donnerstagabend wurde ihnen das allerdings noch einmal ganz konkret vor Augen geführt. Bei der anschließenden Diskussion hatten die rund 30 Besucher dennoch zahlreiche Anmerkungen in petto.

Bedrohte Tierarten an vielen Orten

Wie in den anderen Ortsteilen erläuterten die städtischen Mitarbeiter, welche Besonderheiten auf der eigenen Gemarkung zu finden sind. An erster Stelle steht hier das Naturschutzgebiet Frankenbacher Schotter - "die meisten hier kennen es ja nur als Sandgrube Ingelfinger", sagte Michael Schmid.

Dort finden sich Gelbbauchunke und Kammmolch als besonders bedrohte Tierarten. Darüber hinaus gibt es Feuchtwiesen für die Sumpfschrecke, wertvolle Ackerrandstreifen für Schmetterlinge, die Rotbuchaue mit einem Bruchwald, Hohlwege hinter dem Hipfelhof, Stufenraine mit Rebhühnern, Offenland mit Feldlerchen, das Rotbachtal und auch innerörtliche Freiräume, die es zu hegen und zu pflegen gilt.

Wege durch die Kulturlandschaft

Wenn in Frankenbach nur der Vandalismus nicht wäre
Durch den Riedweg werden mehr Autos fahren, wenn der Sportpark am Leinbach ausgebaut wird, warnen Anwohner.

Dass Frankenbach trotzdem nicht nur ländlich geprägt ist, zeigt sich am Nordrand. In den Böllinger Höfen zeigen die Audi-Werkshallen prominent auf, wo die Natur endet. "Da wollen wir mit einem Kulturlandschaftspark die großen Hallen einbinden", so Schmid. Auch einen Weg mit erklärenden Tafeln soll es hier geben.

Als er kurz die Pläne für das Streuobstparadies und den geplanten Leinbach-Sportpark rund um das Fitnesscenter Sportivo anriss, kam Schmid aber auch auf ein Thema zu sprechen, mit dem er einen Nerv traf: den Vandalismus. "Dass der in Frankenbach so groß ist, das hat uns doch überrascht."

Darauf bezog sich auch Helmut Roth in der anschließenden Diskussionsrunde, als es um mögliche Standorte für neue Bänke ging, mit denen die Aufenthaltsqualität gesteigert werden könnte. "Wir haben da zwei Bänke bei den Kleintierzüchtern. Wenn da die Jugendlichen gesessen sind, sehen sie anschließend, was die gegessen und getrunken haben." Auch seien schon 12- und 13-Jährige in die Sporthalle an der Schule eingestiegen. Andere treffe er morgens betrunken an.

Der Vandalismus nimmt kein Ende

Seine Einschätzungen bestätigte auch Jürgen Hetzler vom Grünflächenamt. "Vandalismus gibt es überall mal. Nach drei, vier Jahren, wenn die Jugendlichen älter geworden sind, hört es normalerweise aber auch wieder auf. Hier ist das anders." Gerade im Umfeld des Skateparks gebe es seit vielen Jahren Beschädigungen. "Hier sind die Sozialarbeiter gefragt."

Susanne Pommersheim sieht einer möglichen Erweiterung des Leinbachparks mit Sorge entgegen, wenn dann alle Sportler und Besucher durch die Riedstraße zu dem Gelände fahren. "Ich habe Angst, dass unsere Straße zu einer Hauptstraße wird." Wo Parkplätze und Zufahrten geplant sind, war den städtischen Mitarbeitern nicht bekannt. Der Punkt wurde deshalb ebenso auf eine Karte geschrieben wie viele weitere.

Hunde sind immer ein Thema

Bürgerbeteiligung zum Landschaftsplan Frankenbach
Bei der Bürgerbeteiligung zum Landschaftsplan stellten die Frankenbacher kritische Nachfragen.

Wie in anderen Stadtteilen ärgern sich auch viele Frankenbacher über die Hinterlassenschaften von Hunden auf Wegen und Feldern. "In dem Wäldchen da oben sind keine Rehe mehr, seitdem das Tierheim da ist", sagte Margarethe Volz. Auch die Landwirte aus dem Ort wünschten sich mehr städtische Mitarbeiter für den Feldschutz. Es gab aber auch die Idee, eine Hundewiese auszuweisen.

Bedenken hatten Landwirte auch, was die Pläne für die sogenannten Paravents angeht - Streifen aus möglichst hohen Bäumen, mit denen das Landschaftsbild verändert würde. "Dann gibt es da keine Feldlerche mehr", warnte Gerhard Knobloch (84). Doch auch er konnte beruhigt werden. Dort, wo der Vogel vorkommt, sollen keine Bäume das Offenland einschränken.

Das Vorhaben in der Saarlandstraße wird verfolgt

Auch das Thema neue Saarlandstraße wurde angerissen. Noch gibt es einen gültigen Bebauungsplan für das mittlerweile in weite Ferne gerückte Projekt. Die dafür notwendigen Ausgleichsmaßnahmen - etwa Nistgelegenheiten für Vögel wie die Feldlerche - gebe es weiterhin, sie dürften nicht ins Ökokonto der Stadt gebucht werden, erklärte Dr. Jürgen Hetzler vom Grünflächenamt. Die Stadt werde das Vorhaben sicher nicht so schnell aufgeben.

 

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