Welcher Kartoffelsalat schmeckt am besten?

Heilbronn  Im HR7-Bistro in Heilbronn sind beim Kartoffelsalat-Contest – einer Benefizveranstaltung zugunsten der Susanne-Finkbeiner-Schule – sechs Profis und sechs Hobbyköche gegeneinander angetreten. Von Anfang an war klar: Ein guter Kartoffelsalat muss schlonzig sein.

Von Kirsi-Fee Rexin
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Eigentlich lernt man schon im Kindesalter, dass man nicht im Essen herumstochert. Beim Kartoffelsalat-Contest der Aufbaugilde im Heilbronner Bildungspark ist genau das am Freitagabend aber unbedingt erwünscht. Wie könnten die rund 100 Gäste im HR7-Bistro, die zugleich Jury sind, auch sonst herausfinden, welcher Kartoffelsalat ihnen am besten schmeckt?

Sechs Profis und sechs Hobbyköche sind beim diesjährigen Kartoffelsalat-Wettbewerb angetreten. Fotos: Ekkehart Nupnau

Auf Spenden angewiesen

Es ist die vierte Benefizveranstaltung der Aufbaugilde Heilbronn, die zugunsten der Susanne-Finkbeiner-Schule stattfindet. Die Einrichtung für Jugendliche mit besonderem Förderbedarf verlangt kein Schulgeld und ist deshalb auf Spenden und Patenschaften angewiesen.

„Seit es die Susanne-Finkbeiner-Schule gibt, haben wir über 200 Schüler zu einem Hauptschulabschluss verholfen. Über 50 Prozent beginnt nach dem Abschluss eine Ausbildung“, berichtet Schulleiter Ludwig Müller. Hannes Finkbeiner, Geschäftsführer der Aufbaugilde, ergänzt: „Manche besuchen auch eine weiterführende Schule.“

Chancen nutzen

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Schauen, riechen, schmecken und dann die Noten verteilen.

Ulrike Plapp-Schirmer, Stimme-Redakteurin und Moderatorin des Abends, möchte von Friedlinde Gurr-Hirsch, Staatssekretärin und Schirmherrin der Schule, wissen, was sie den jungen Leuten raten kann. „Es gab noch nie so viele Chancen wie heute. Ihr müsst sie nur nutzen“, empfiehlt Gurr-Hirsch.

Sechs Profis und sechs Hobbyköche treten in diesem Jahr mit jeweils 4,5 Kilogramm Kartoffelsalat an. Ein Klecks davon kommt auf jeden Teller. Das Serviceteam von Björn Siedler verteilt die Blindproben an die Jury, zur Kennzeichnung steckt in jedem Salathäufchen ein Nummernfähnchen. „Bewertet wird nach Optik, Geruch, Konsistenz und Geschmack“, erklärt Stadträtin Sylvia Dörr das Prozedere.

Schauen, riechen, schmecken und dann die Note vergeben 

Es geht los: schauen, riechen, schmecken – und dann die Noten verteilen. „Eine Weinprobe ist einfacher“, stellt Kurt Schilling schnell fest. „Nummer vier hat ein Gewürz drin, das man nicht erwartet. Ich glaube, das ist Dill“, rätselt Sabine Schürlein. „Von der Optik lässt sich nicht auf den Geschmack schließen“, gibt Karin Walz zu bedenken. Die Heilbronnerin besucht den Wettbewerb „aus Liebe zum Kartoffelsalat“ bereits zum zweiten Mal.

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Den Köchen standen jeweils 4,5 Kilogramm Kartoffelsalat zur Verfügung. Ein Klecks davon kam auf jeden Teller.

Otto Schmoll, Kartoffelbauer aus Brackenheim-Hausen weiß, was fast jede Hausfrau falsch macht: „Kartoffeln dürfen nicht in Wasser abgekocht, sie müssen über Wasserdampf gegart werden.“

Schnell wird aber klar: Auch mancher Hobbykoch hat schon viel Erfahrung in der Kartoffelsalat-Herstellung gesammelt. „Für das Parkfest in Nordheim habe ich teilweise 200 Kilo Kartoffelsalat gemacht“, berichtet Beate Schilling. Christian Achtziger aus Gundelsheim findet: „Nur 4,5 Kilo Kartoffelsalat richtig abzuschmecken, ist schwieriger als eine richtig große Menge.“

Ein guter Kartoffelsalat muss schlonzig sein 

In einer Sache ist sich die Jury vor und nach der Verkostung einig: Ein guter Kartoffelsalat muss schlonzig sein. Den perfekten Grad hierbei hat Beate Schilling (Nordheim) getroffen und gewinnt bei den Laien den ersten Platz, dicht gefolgt von Dorothea Wieland (Heilbronn). Doch auch die Salate von Christian Achtziger (Gundelsheim), Verena Kölz (Leingarten), Susanne Wolz (Bonfeld) und Marlies Mundel (Gundelsheim) bekommen viel Lob.

Felix Schick (Wo der Hahn kräht, Flein) schafft es bei den Profis auf den ersten Platz, Heidi Schmoll (Kartoffelbauer Brackenheim) belegt den zweiten Platz. Gut, wenn auch nicht perfekt, schneiden auch die Kartoffelsalate von Lamduan Bokkaew (Weinstube Braun), Iris Chieß (Backstüble), Thomas Csecsei (HR7-Bistro), Andreas Staab (Metzgerei Staab) ab.

 


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