Weingut Bauer weiht modernes Gästehaus ein

Heilbronn  Das Weingut Bauer eröffnet in Sontheim ein Gästehaus mit 15 Zimmern. Zwei Millionen Euro wurden in das Bauwerk an der Ecke Spitzweg-/Uhdestraße investiert. Oberbürgermeister Harry Mergel würdigt den Neubau als ein "mutiges Zeichen für die Zukunft".

Von Joachim Friedl
Leuchtturmprojekt für die Weinwirtschaft

Das Gästehaus mit seiner spielerischen Fassade aus pigmentierter Weißtanne ist ein markanter Eckpunkt an der Ecke Spitzweg-/Uhdestraße in Sontheim.

Fotos: Andreas Veigel

Das Familienweingut Bauer in Heilbronn-Sontheim geht seit Jahren in der Betriebsführung erfolgreich neue Wege. Allem untergeordnet ist, den Betrieb für die Zukunft breit aufzustellen, denn es reicht heute nicht mehr aus, nur gute Weine zu produzieren.

13 Doppelzimmer und zwei Studios

2012 starteten Franz und Monika Bauer mit der Eröffnung von fünf Gästezimmern, am Wochenende wurde mit einem Tag der offenen Tür ein modernes Garni-Gästehaus mit 13 Doppelzimmern und zwei barrierefreien Studios, jedes von schlichter, ruhiger Eleganz, eingeweiht.

Hinter dem Projekt mit acht Pkw-Stellplätzen auf einem überdachten Parkdeck steht Alexander Bauer (28), der 2015 den Weinbaubetrieb seiner Eltern übernommen hatte. Zwei Millionen Euro hat er investiert.

Als "unverwechselbare Adresse, deren Reiz man sofort sieht", bezeichnete am Freitag bei einer internen Feierstunde Oberbürgermeister Harry Mergel Bauers Gästehaus. Das Haus habe Charme und vermittle das Gefühl, zu Hause zu sein: "Es ist ein mutiges Zeichen für die Zukunft."

Weinbaupräsident Hohl: Baurecht lockern

Leuchtturmprojekt für die Weinwirtschaft

Weinbaupräsident Hermann Hohl (l.) und Oberbürgermeister Harry Mergel (r.) gratulieren Seniorchef Franz Bauer, Julia und Alexander Bauer mit Töchterchen Lina, sowie Seniorchefin Monika Bauer zum neuen Gästehaus.

Für Hermann Hohl, Präsident des Weinbauverbandes Württemberg, ist das Gästehaus ein "Leuchtturmprojekt für die gesamte Weinwirtschaft". Mit seinen Glückwünschen verband Hohl den Wunsch, "dass mehr Wengerter diesem Beispiel folgen sollten". In einem Nebensatz appellierte er an OB Mergel, das Baurecht zu lockern und mehr Wengerters-Bauten im Außenbereich zuzulassen.

Für den Neubau an der Ecke Spitzweg-/Uhdestraße steht das mehrfach ausgezeichnete Heilbronner Architekturbüro Mattes Riglewski. "Es ist ein anständiges, einfaches Haus im besten Sinne, das interessant ausgeformt ist", beschreibt Franz-Josef Mattes den Bau. Das "selbstverständliche Haus", das vor allem durch die Gliederung auffalle, lasse die Liebe zum Handwerk und Detail erkennen.

Wänden ein künstlerisches Gesicht gegeben

Leuchtturmprojekt für die Weinwirtschaft

In schlichter Eleganz präsentieren sich die 13 Doppelzimmer (Foto) sowie die beiden barrierefreien Studios.

Die künstlerische Sprache, die sich durch das Gästehaus zieht, stammt von Peter Riek. Dem Heilbronner Zeichner und Maler gelang es, unter anderem mit einfachen, aber einprägsamen Eisenzeichnungen die Individualität der Familie Bauer mit dem Wein zu verbinden, in das Haus zu tragen und den Wänden ein Gesicht zu geben.

"Der Neubau ist richtig schön geworden", lobte am Freitag der ehemalige Heilbronner Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach das Bauwerk. Für Steffen Schoch, Geschäftsführer von Heilbronn Marketing, "kommt das Gästehaus zur richtigen Zeit und steht am richtigen Ort, um den Schwung des nachgefragten Weintourismus aufzunehmen".

Der Heilbronner Landtagsabgeordneten Susanne Bay gefällt, dass "das Haus das Quartier nicht dominiert". Anerkennend merkte Justin Kircher, Vorstandsvorsitzender der WG Heilbronn, an: "Das Gästehaus passt sehr gut für Heilbronn und in die Zeit."

Alle müssen an einem Strang ziehen

Bei aller Freude und allen guten Wünschen sprach Alexander Bauer vor den geladenen Gästen auch die aktuellen Probleme der Wengerter an. Dabei spannte er den Bogen vom Druck durch den ausländischen Markt über die hohen Produktionsmengen und den Verdrängungsmarkt. Sein Fazit, das einem Appell gleichkam, lautete: "Genossen und Weingüter müssen an einem Strang ziehen und die Region für Gäste attraktiv machen. Der Verkauf ist heute fast nur noch durch Erlebnisse und Emotionen möglich."


Geschichte des Hauses

1972 übernahmen Franz und Monika Bauer den alten Selbstversorger-Bauernhof mit Besen an der Mauerstraße in Sontheim von den Großeltern Alfred und Lina Bauer. 1982 wurde der Betrieb an die Spitzwegstraße, auf das Areal des Messgeräte-Herstellers Goldbrunner, verlegt. Der Bauernhof wurde zu einem Weingut umgebaut, und 1983 wurde die Besenwirtschaft eröffnet. Der Grundstein für den Erfolg des Betriebs war gelegt. 2012 kamen fünf Gästezimmer hinzu, 2015 übernahm Alexander Bauer das Weingut.

 


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