Wein mitten in Heilbronn besser platzieren

Heilbronn  Marketing-Chef Steffen Schoch tischt bei der Präsentation des neuen Heilbronner Bürgerweins weintouristische Aktivitäten und Ideen auf. Weinfreaks dürfen sich freuen.

Von Kilian Krauth
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Der Heilbronner Bürgerwein zeigt die astronomische Rathausuhr. Eine Flasche kostet 11,90 Euro.

Foto: Ralf Seidel

Eingebunden in einen bunten Strauß weintouristischer Aktivitäten und Ideen präsentierten am Donnerstag die Heilbronn Marketing GmbH (HMG) und die Bürgerstiftung den neuen Heilbronner Bürgerwein, den siebten seiner Art. Weil sich die Rotweincuvée wie warme Semmeln verkauft, war die Auflage 2017 auf 1500 Flaschen verdoppelt worden.

Zuvor hatte Küfer Steffen Trefz ein weiteres 650-Liter-Fass gefertigt, dessen Boden Fritz Herold pünktlich zum 125-jährigen Bestehen des Verkehrsvereins mit einem Jubiläumsmotiv versah.

Ab 2020 neuer Ausschank am Panorama-Weg?

Traditionell fließen aus dem Verkaufspreis von 11,90 Euro/0,75 Liter zwei Euro an die Bürgerstiftung. So freute sich deren Vorsitzender Karl Schäuble gestern über 3000 Euro, die er "in förderungswürdige Projekte" wie etwa Ausbau und Erhalt des Weinpanoramaweges weiterleiten will.

Auf dem inzwischen 6,8 Kilometer langen Lehrpfad am Wartberg wurden zu dessen 20-jährigem Bestehen im Vorjahr die Info-Tafeln erneuert. Pünktlich zur Buga 2019 soll laut Martin Heinrich das Weinbaumuseum im Wasserhochbehälter "aufgeräumt" werden. Ab 2020 planen die Wein-Villa-Wengerter, dort an Sommerwochenenden Wein auszuschenken, wobei die Heilbronner Versorgungs GmbH (HVG) zuvor ein passendes Technikgebäude errichten müsste. Die Signale seien positiv, hieß es.

Bunter Strauß von pfiffigen Ideen

Den hohen Stellenwert des Weins für Heilbronn hob HMG-Chef Steffen Schoch hervor. "Er ist unser wesentlicher Markentreiber." In der ältesten Weinstadt Württembergs, noch dazu inmitten der größten Rotweinregion Deutschlands, sieht Schoch viel weintouristisches Potenzial. Über etablierte Angebote wie Führungen und Veranstaltungen wie dem Weindorf sowie neuen Events wie die Weinsommerabende am Neckar sei noch vieles ausbaufähig: etwa ein Weinverkauf auf dem Wochenmarkt oder der Flaschenverkauf "Wine to go" an der Neckarmeile.

Auch die Weiterentwicklung von Messen zu "echten Verkaufsmessen" und ein modernes, architektonisch reizvolles Weinbaumuseum im Herzen der Stadt stehen auf Schochs Wunschliste. Die wichtigste Botschaft dabei: "Uns gelingt die Symbiose von Tradition des wichtigsten Kulturguts mit den innovativen Strategien der neuen jungen Winzergeneration."

Einen Generationswechsel hat es kürzlich auch im Weingut G.A. Heinrich gegeben, aus dem der aus Spätburgunder, Lemberger und Cabernet Dorsa cuvéetierte Bürgerwein stammt. In der Nachfolge von Vater Martin sehen die Söhne Björn und Tobias im "Bürgerwein ein willkommenes Projekt. Es gibt uns die Möglichkeit, unsere Positionierung und Philosophie zu vermitteln", sagte Björn Heinrich. Und weiter: "Der Wein hat Tradition, ist in der Region verwurzelt und spricht in seiner siebten Abfüllung auch junge Gaumen an." WG-Chef Justin Kircher riecht und schmeckt in dem international anmutenden Tropfen "intensive Beeren, Kräuter, Würze, etwas Holunder und feine Tannine".

 

 

Wo es den Bürgerwein zu kaufen gibt

Zu kaufen gibt es den Bürgerwein bei G.A. Heinrich, in der Genossenschaftskellerei, der Tourist-Info an der Kaiserstraße sowie in der Wein-Villa an der Cäcilienstraße, deren Chef Jürgen Sawall gestern ein passendes Menü mit Maronensuppe und Rehbraten aus der Küche zauberte - und nebenbei vom Landestourismusverband die Auszeichnung "Weinsüden Vinothek" entgegennehmen durfte.

 

 


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