Viele nehmen ein Stück Buga mit nach Hause

Heilbronn  Großer Andrang beim Buga-Resteverkauf: Hunderte Bürger strömen gleich zum Start aufs Gelände beim Fruchtschuppen. Sogar Ventilatoren, Rettungsringe und Teekannen werden verkauft. Viele sind glücklich, ein Stück gefunden zu haben, manche wundern sich über recht hohe Preise.

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 Auch gut einen Monat nach ihrem Ende hat die Buga Heilbronn noch Magnetwirkung: Hunderte Bürger strömten am Samstagmorgen schon vor zehn Uhr zum Verkauf von Buga-Mobiliar und Pflanzen in die Fruchtschuppenhalle und aufs Gelände davor – um ein Erinnerungsstück an die Bundesgartenschau oder eine besondere Pflanze mit nach Hause zu nehmen.

Bunte Metallstühle sind ein Renner

Es hat das Flair von gesitteter Schnäppchenjagd, als die Ersten sich die bunten Buga-Metallstühle ansehen und dann gleich an die noch leeren Kassen tragen. „Meine Frau hat mich geschickt“, erzählt der Heilbronner Friedrich Lörcher nach dem Einkauf. Stühle in Rot, Gelb und Pink hat er gekauft, mit Lehne für 90 Euro, ohne für 60 Euro. Es gehe auch darum, „dass es ein Stück Buga ist“. Seine Frau, tippt er, „wird mit mir zufrieden sein“.

Weit mehr als 1000 Produkte werden angeboten, unglaublich, was es alles gibt: Tröge, Balkonkästen, Liegekissen, Deckenlampen, Spiegel, Feuerlöscher, Buga-Regenjacken für zehn Euro, Tische, Regale, Gießkannen, Teekannen, Schilder vom Gelände, Harken, Besen, Sägen, Rechen – sogar Ventilatoren (25 Euro) und Rettungsringe (40 Euro) sind in einer Ecke zu sehen.

220 Euro für einen großen Sonnenschirm

Einen großen grünen Buga-Sonnenschirm in Pagodenform hat Ilona Lorenz gekauft – in den sie sich auf dem Buga-Gelände „verliebt“ hat. 220 Euro hat sie bezahlt, 360 Euro kostet er neu, hat sie recherchiert. „Ich bin zufrieden. Da hat sich das frühe Aufstehen gelohnt“, sagt die Mulfingerin.

Nach einer halben Stunde bilden sich lange Schlangen vor den drei Kassen. Geduld ist gefragt. Da die Buga GmbH eine Firma ist, muss jeder Verkauf mit Käufernamen handschriftlich quittiert werden.

Draußen fährt der Ludwigsburger Harald Jacobs eine Schubkarre mit hohen Gräsern Richtung Auto. Er will etwas für den Garten. Groß Ahnung von Pflanzen hat er nicht. „Sieht doch gut aus. Das passt“, ist er zufrieden.

120 Kisten mit Dahlien-Wurzeln sind nach 45 Minuten vergriffen

In der Halle des Buga-Freundeskreises sind die Dahlien-Wurzeln nach 45 Minuten vergriffen. 120 Kisten haben die Buga-Freunde gepackt und gegen eine Spende abgegeben. „Dass es so schnell geht, hätte ich nicht gedacht“, sagt Kerstin Mielert. Auch Geschäftsstellenleiterin Nicole Krauth ist hochzufrieden. Die Einnahmen sollen wieder in Pflanzen in der Stadt und Veranstaltungen wie die Heilbronner Stunde mit Heilbronn-Geschichten eingesetzt werden.

„Es läuft wunderbar“, freut sich Buga-Projekmanager Berthold Stückle über den starken Besuch. Das System mit dem Parkplatz und der Einbahnstraße bei Ein- und Ausfahrt klappe gut.

Lange Schlangen an den Kassen, weil jeder Verkauf quittiert werden muss

Das Nadelöhr an den Kassen sei wegen der Quittungspflicht leider nicht anders zu händeln. Einige Besucher waren von den recht hohen Preise irritiert. Stückle erklärt, dass man bei gut erhaltenen Dingen 50 bis 70 Prozent des Kaufpreises angesetzt habe – bei stärker gebrauchten Dingen sei der Preis frei festgelegt worden.

Für viele ist der Besuch auch Anlass, ein Stück Buga mit nach Hause zu nehmen. „Ich brauche unbedingt eine Dahlie“, erzählt Susanne Lurtz. Sie hat auf der Buga eine „so schöne zwischenmenschliche Atmosphäre“ erlebt, ohne Gedränge, Geschiebe, mit vielen offenen Menschen – jetzt ist sie mit dem Einkaufstrolli gekommen. Hannelore Thorwartl sucht einen weißen Flieder. Und ein 75-jähriger Weinsberger, der ein Transportwägelchen dabei hat, möchte eine Pflanze aus dem Zwergenkabinett mitnehmen. Kurz danach strahlt er: Er hat einen schönen Weißdorn gefunden.

 


Carsten Friese

Carsten Friese

Autor

Mit der Einführung des Euro kam Carsten Friese im Januar 2002 zur Heilbronner Stimme. Seine Schwerpunkte sind Verkehr, Gericht- und Polizeithemen, Wetter/Klima, Umweltthemen, Soziales, Heilbronner Stadtteile. Zudem leitet er das Thementeam Wissen.   

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