Stadt Heilbronn beteiligt sich an Kosten für Ausbau der Stadtbahnstrecke S4

Heilbronn  Der Gemeinderat stimmt der Mitfinanzierung für einen zweigleisigen Ausbau des Stücks zwischen Schwaigern und Leingarten zu. Der Anteil liegt bei rund 1,5 Millionen Euro. Bis spätestens Ende 2022 soll die Baumaßnahme abgeschlossen sein.

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Die Stadtbahnstrecke zwischen Schwaigern und Leingarten soll bis Ende 2022 für 15 Millionen Euro netto zweigleisig ausgebaut werden.

Foto: Claudia Kostner

Die Stadt Heilbronn beteiligt sich an den Kosten für den zweigleisigen Ausbau der 3,2 Kilometer langen Stadtbahnstrecke S4 zwischen Leingarten und Schwaigern. Das beschloss der Gemeinderat einstimmig. Die Gesamtkosten belaufen sich Stand heute auf 16 Millionen Euro netto. Davon entfallen 15 Millionen auf den Gleisbau und eine Million Euro auf die Erweiterung des Haltepunktes Schwaigern-Ost. Die Stadt Heilbronn wird sich mit 1,5 Millionen Euro einbringen.

Neben dem Land Baden-Württemberg, das eine Förderung in Höhe von 75 Prozent aufgrund des "besonderen Interesses an der Baumaßnahme" zugesagt hat, sitzen anteilig der Landkreis Heilbronn sowie die Kommunen Eppingen, Gemmingen, Schwaigern und Leingarten im gemeinsamen Finanzierungsboot.

Regionalbahnen und Expresszüge wechseln sich ab

Mit der Neuvergabe des AVG-Netzes ab Ende 2022 plant das Land, das derzeitige Stadtbahnsystem zwischen Karlsruhe und Heilbronn in einen Regionalstadtbahnbetrieb, organisiert von der Albtal-Verkehrsgesellschaft (AVG) mit Stadtbahnen, und einen Betrieb mit Expresszügen mit weniger Halten aufzuteilen. Dieses Konzept setzt allerdings voraus, dass die Strecke zwischen Leingarten und Schwaigern zweigleisig ausgebaut wird

S4 fährt in den Hauptverkehrszeiten alle 20 Minuten

Zwischen Schwaigern und Heilbronn verkehrt heute die Stadtbahn S4 während der Hauptverkehrszeiten im 20-Minuten-Takt. Hinzu kommen stündliche Eilzüge. In Betrieb genommen wurde die Stadtbahn 1998. Der Beschluss, auf dieses Schienenangebot zu setzen, war 1995 gefallen.

Im Heilbronner Gemeinderat stieß der geplante zweigleisige Ausbau der Stadtbahnstrecke auf einhellige Zustimmung. "Es ist gut, dass die Eingleisigkeit korrigiert wird", lobte SPD-Stadtrat Professor Reinhard Hackenberg die anstehende Baumaßnahme. Für Thomas Randecker ist es "eine Selbstverständlichkeit, dass wir zustimmen". Nach Ansicht des CDU-Fraktionsvorsitzenden "müssen alle Anstrengungen unternommen werden, die Eingleisigkeit aufzuheben".

Ausbau soll mehr Pünktlichkeit bringen

"Die Eingleisigkeit ist nicht mehr zeitgemäß", sagte Grünen-Stadtrat Wolf Theilacker. "Mehr Pünktlichkeit bei der S4" erhofft sich Herbert Burkhardt, Sprecher der FWV-Fraktion. Nico Weinmann, Vorsitzender der FDP-Fraktion, erwartet vom Streckenausbau, dass die S4 "weiter an Attraktivität gewinnt". "Die Eingleisigkeit ist ein Unding", merkte AfD-Stadtrat Dr. Raphael Benner an. Unsicherheiten bei der Finanzierung sah Konrad Wanner (Die Linke): "Die Haltung von Leingarten, nur dann zuzustimmen, wenn der dortige Haltepunkt erhalten bleibt, sehe ich kritisch." Pro-Stadtrat Alfred Dagenbach hofft, dass es nach dem Ausbau zu weniger Zugausfällen kommt.


Joachim Friedl

Joachim Friedl

Stv. Leiter der Stadtkreis-Redaktion

Joachim Friedl arbeitet seit Ende 1979 bei der Heilbronner Stimme. Sein Arbeitsschwerpunkt ist die Kommunalpolitik. 

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