Schlechte Zeiten für Raser und Rotlichtsünder in Heilbronn

Heilbronn  An der Kreuzung Süd-/Rosenbergstraße in Heilbronn werden zwei stationäre Geschwindigkeits- und Rotlichtüberwachnungsanlagen aufgestellt. Um gegen Temposünder vorzugehen, kauft die Stadt zudem einen Enforcement Trailer für mobile Kontrollen.

Von Joachim Friedl
Schlechte Zeiten für Raser und Rotlichtsünder
Für 150.000 Euro schafft sich die Stadt Heilbronn einen Enforcement Trailer an. Er wird für die mobile Verkehrsüberwachung eingesetzt. Foto: Archiv/Hoffmann

An der Kreuzung Südstraße/Rosenbergstraße wird eine stationäre Geschwindigkeits-/Rotlichtmessanlage für beide Richtungen installiert. Die Kosten belaufen sich auf 75.000 Euro. Die Finanzmittel sind im Doppelhaushalt 2019/2020 eingestellt.

Außerdem schafft die Verwaltung einen sogenannten Enforcement Trailer für mobile Geschwindigkeitskontrollen an. Die Investition beläuft sich hier auf 150.000 Euro. Die Finanzierung erfolgt in diesem Fall durch Mehreinnahmen bei den Verwarnungs- und Bußgeldern. 

Der Verwaltungsausschuss des Gemeinderats billigte am Montag einstimmig die Gesamtausgaben in Hohe von 225.000 Euro.

Neben der Südstraße waren die Oststraße und der Abschnitt Mannheimer/Weinsberger Straße als Standorte für stationäre Messstationen im Gespräch. Bei Geschwindigkeitskontrollen im vergangenen Jahr wurden sowohl auf der Ost- als auch auf der Südstraße laut Verwaltung eine sehr hohe Anzahl an Tempoverstößen mit bis zu 102 Stundenkilometern festgestellt.

Beschleunigungsrennen mit Unfallfolgen

Aus verkehrspolitischer Sicht befürwortet das Polizeipräsidium Heilbronn die Ausweitung der Geschwindigkeits- und Rotlichtüberwachung an der Kreuzung Südstraße/Rosenbergstraße. Auch deshalb, weil es dort immer wieder zu Beschleunigungsrennen mit Unfallfolgen kommt. Das Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit stellt laut Polizei permanent eine der Hauptunfallursachen dar.

"Die Messanlage ist eine sinnvolle Ergänzung der Kontrollstellen rund um die Innenstadt", erklärte Dorothea Grigore. Der Leiterin des Heilbronner Ordnungsamts geht es aber auch um die Prävention. Die Wirkung zeigte sie mit der Blitzanlage in der Allee auf: "Die Beanstandungen sind binnen eines Jahres von 3359 auf 2048 zurückgegangen."

Alarmsystem schützt vor Vandalismus

Flexibel eingesetzt werden soll künftig der Enforcement Trailer. Sein Vorteil ist, dass er ohne Messpersonal über mehrere Tage hinweg im 24-Stunden-Einsatz betrieben werden kann. Für den Messbetrieb lässt sich der Anhänger vollständig auf den Boden absenken. Dabei verschwinden die Räder in der gepanzerten Außenhülle. Das erschwert den Abtransport durch Unberechtigte. Ein Alarmsystem schützt die Messtechnik vor Vandalismus.

OB Mergel: Bußgeld keine Einnahmebeschaffung

Die Stadt Heilbronn hat aktuell zehn stationäre Messanlagen im Einsatz, von denen ein Großteil in beide Fahrtrichtungen messen kann. Darüber hinaus sind zwei mobile Anlagen in Messbussen unterwegs. An Buß- und Verwarnungsgeld nimmt die Stadt pro Jahr rund 1,5 Millionen Euro ein. Dazu betonte Oberbürgermeister Harry Mergel: "Die Einnahmebeschaffung spielt bei mir keine Rolle. Es geht allein um die Verkehrssicherheit."

Führerschein ist kein Waffenschein

"Die präventive Wirkung ist wichtig", sagte Rainer Hinderer. All jenen, die glaubten, mit dem Auto einen Waffenschein statt einen Führerschein zu besitzen, müsse Einhalt geboten werden, so der Vorsitzende der SPD-Fraktion. "Handlungsbedarf, gegen Raser vorzugehen", sieht auch der FDP-Fraktionsvorsitzende Nico Weinmann. "Auch wir stimmen wegen der Unvernunft vieler Autofahrer zu", sagte die Grünen-Sprecherin Susanne Bay. "Die CDU überzeugt die Geräte und die Standorte", merkte Stadtrat Albrecht Merkt an. Der FWV-Vorsitzende Herbert Burkhardt plädierte wie auch CDU-Stadtrat Karl-Heinz Kübler dafür, "künftig verstärkt auf mobile Blitzgeräte zu setzen". Ein Steilpass für OB Mergel: "Sollten sich die Trailer bewähren, werden sie die mobilen, personalintensiven Messbusse ersetzen."

 

 

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