SPD will Trinkwasserbrunnen in der Heilbronner Innenstadt

Heilbronn  Trinkbrunnen haben sich auf der Buga bewährt. SPD-Vorstoß hat Erfolg: Stadtwerke und Hochbauamt suchen drei Standorte in der Innenstadt. Auch Hygiene-Fragen spielen eine Rolle.

Von Christian Gleichauf

SPD will Trinkwasserbrunnen in der Heilbronner Innenstadt
Christine und Herbert Buck aus Karlsfeld haben den Trinkbrunnen auf der Buga entdeckt. Das Wasser dient zur Erfrischung, auch auf diese Art. Foto: Andreas Veigel

Sechs Trinkwasserspender gibt es auf der Buga. Sie kommen gut an. Besucher nutzen vor allem an heißen Tagen diese günstige Möglichkeit, ihren Durst zu stillen. Nun hat die Heilbronner SPD angeregt, solche Trinkbrunnen künftig auch in der Innenstadt zu installieren. "Drei bis fünf Standorte könnten wir uns gut vorstellen", sagt Stadtverbandsvorsitzende Tanja Sagasser-Beil. Wie es aussieht, hat der Vorstoß Erfolg.

Bei den Stadtwerken und im Hochbauamt haben die Sozialdemokraten vor einigen Wochen angefragt, welche Möglichkeiten bestehen. Die Antworten seien widersprüchlich gewesen, erklärt die SPD. Während die Stadtwerke die Idee begrüßten, hatte das Hochbauamt Bedenken, vor allem wegen der hygienischen Anforderungen.

Jeden Morgen werden die Spender durchgespült

Gerade dieser Punkt spielt allerdings auch auf der Buga eine wichtige Rolle. "Jeden Morgen werden die Trinkbrunnen durchgespült, um Wasserstagnation und damit eine Verkeimung zu verhindern", erklärt Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Torsten Briegel. Außerdem würden alle zwei Wochen Wasserproben genommen und mikrobiologisch untersucht.

Im Sommer lohnt sich der Aufwand 

Das bedeutet natürlich einen Aufwand, der bei normalen Wasserspielen in der Stadt nicht notwendig ist. "Wir gehen davon aus, dass pro Brunnen und Jahr 2000 Euro für die Untersuchungen anfallen", sagt Briegel. Dazu kämen noch einmal 3000 Euro für den sonstigen Unterhalt, unter anderem das tägliche Spülen. "Das ist nicht günstig, aber im Sommer lohnt sich unserer Ansicht nach der Aufwand für die Innenstadt", findet der Stadtwerke-Geschäftsführer.

Für die Installation veranschlagt Briegel Kosten zwischen 10 000 und 15 000 Euro, wenn eine Wasserleitung in der Nähe zugänglich ist. Ein oder zwei Brunnen könnten vielleicht auf dem Buga-Gelände abgebaut werden. "Wir gehen aber davon aus, dass die Trinkbrunnen am Spiel- und Basketballplatz, an der Kletterwand sowie an der Uferpromenade des Floßhafens dauerhaft stehen bleiben", erklärt Briegel.

Aus dem Wasserspender soll keine Hundetränke werden

Die Stadtwerke sind in enger Abstimmung mit dem Hochbauamt, das für die Ermittlung der Standorte zuständig ist. Amtsleiter Johannes Straub weist darauf hin, dass noch nichts entschieden sei, doch auch er der Sache trotz gewisser Bedenken positiv gegenüberstehe.

Die Hygiene spiele dabei eine wichtige Rolle. Im öffentlichen Bereich müsse sichergestellt werden, dass beispielsweise keine Hunde getränkt werden. "Wir wollen keine Kamera-Überwachung installieren, deshalb sollten die Standorte im Sichtfeld von Geschäften oder beispielsweise des Rathauses sein", sagt Straub.

Das Land gibt Geld dazu

Wer also zu Hause auf Flaschen verzichtet, könnte das in Zukunft auch bei Besuchen in der Heilbronner Innenstadt tun. Im ersten Schritt sind drei Brunnen möglich. "So werden wir Erfahrung sammeln", sagt Straub. Vom Umweltministerium gäbe es im Rahmen des Förderprogramms Klimopass sogar einen finanziellen Zuschuss in Höhe von 50 Prozent bis zu maximal 100 000 Euro. Nur die laufenden Kosten bleiben voll an der Stadt hängen.


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