Petition setzt sich für umfassende Skaterpark-Sanierung ein

Heilbronn  Der Skaterpark am Frankenstadion soll nicht, wie zunächst geplant, umfassend saniert, sondern nur verkehrssicher gemacht werden. Gegen den Beschluss im Bauausschuss regt sich Widerstand in der Szene. Eine Online-Petition hat bis Mittwoch fast 1000 Unterschriften gesammelt.

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Sympathiewelle für Heilbronner Skater angelaufen

Der Skaterpark an der Theresienwiese soll für 50.000 Euro verkehrssicher gemacht werden. 150.000 Euro sollen in einen neuen Bolzplatz investiert werden.

Foto: Mario Berger

Der Heilbronner Skateboard-Fahrer Tim Härtel hat eine Petition im Internet gestartet und bis Mittwochnachmittag fast 1000 Unterschriften gesammelt. "Die Resonanz hat mich überrascht, damit habe ich selbst nicht gerechnet", sagt der 23-Jährige, der seit zwölf Jahren den Trendsport aktiv betreibt.

200.000 Euro waren im Haushalt 2019 bereits eingestellt - für die Sanierung der in die Jahre gekommenen Anlage an der Theresienstraße. Jetzt sollen die Haushaltsmittel umgeschichtet werden. Für die Instandsetzung der Skaterbahnen sollen von der Gesamtsumme nur 50.000 Euro verwendet werden. 150.000 Euro sind für den Bau eines zweiten Bolzplatzes im Neckarbogen vorgesehen - in Absprache mit dem Jugendgemeinderat.

Braucht man die Fläche für eine Großsporthalle?

Gegen die größere Investition für einen neuen Skaterpark sprechen aus Sicht der Verwaltungen zudem mögliche Pläne, die für den Standort am Frankenstadion im Gespräch sind. Die städtische Fläche könnte eventuell für den Bau einer Großsporthalle benötigt werden. Zum anderen gibt es nach Einschätzung des Grünflächenamts nur noch rund 30 aktive Skater im Stadtgebiet, was eine andere Verwendung der Mittel rechtfertige.

Diese Zahl hält Tim Härtel dagegen für viel zu niedrig und "völlig an den Haaren herbeigezogen". Er geht von 100 bis 150 aktiven Fahrern in Heilbronn aus - die aufgrund der maroden Anlage auf andere Standorte ausweichen müssten. Skater würden zu innovativeren Parks, etwa nach Stuttgart, fahren, um ihren Sport auszuüben. "Von der Nutzung eines demolierten und nicht mehr zeitgemäßen Skaterparks auf die ganze Szene zu schließen, ist falsch." Die Geländer seien zum Teil herausgebrochen, der Untergrund uneben und unfallträchtig.

Skaterpark
Ein neuer Belag würde nach Ansicht der Skater keine dauerhafte Verbesserung bringen. Foto: privat

Sanierung wäre "rausgeschmissenes Geld"

Der vorgesehenen Instandsetzung können die Skater nichts abgewinnen: "Das wäre rausgeschmissenes Geld", ist Härtel überzeugt. Nur einen neuen Belag aufzubringen, würde keine dauerhafte Verbesserung bringen. In Schwäbisch Hall seien für solche Maßnahmen 20.000 Euro ausgegeben worden, und die Oberfläche sei immer noch schlecht. Moderne Anlagen werden aus Gussbeton gebaut: "Die halten dann auch mindestens 30 Jahre."

Die Skater fühlen sich durch die geplante Umschichtung der Mittel "abgefertigt" und "im Stich gelassen". Schon vor zehn Jahren habe es Versprechungen gegeben, im Rahmen der Buga einen neuen Skaterpark zu bauen. Frankenbach hat eine moderne Skaterbahn. Eine Anlage an der Theresienwiese könnte auch von anderen Trendsportlern genutzt werden und würde schnell wieder zu einem beliebten Treffpunkt für Jugendliche werden. Auch Rollerfahrer hätten sich zu einer festen Szene zusammengeschlossen.

Eine Universitätsstadt solle es ermöglichen, auch alternative Sportarten auszuüben, schreibt Härtel in seiner Petition, die an Gemeinderat und Jugendgemeinderat übergeben werden soll. "Von den jungen Räten ist bisher noch keiner auf uns zugekommen."

 


Bärbel Kistner

Bärbel Kistner

Autorin

Bärbel Kistner schreibt seit 1999 im Stadtkreis-Ressort der Heilbronner Stimme über Stadtentwicklung und Wohnen, über Trends im Einzelhandel und den demografischen Wandel  

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