Neue Rektorin will gymnasiale Oberstufe an Heilbronner Gemeinschaftsschule einrichten

Heilbronn  Uta Dany ist überzeugt vom Konzept der Gemeinschaftsschule: Die Rektorin der Fritz-Ulrich-Schule will die Einrichtung weiterentwickeln und setzt dabei auf Teamarbeit.

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Neue Rektorin will gymnasiale Oberstufe an Heilbronner Gemeinschaftsschule einrichten

Schon seit Juli ist Uta Dany die neue Chefin an der Fritz-Ulrich-Gemeinschaftsschule. Der Posten war zuvor fast ein Schuljahr lang vakant. Foto: Tanja Ochs

Der Berufswunsch der neuen Rektorin der Heilbronner Fritz-Ulrich-Schule (FUS) stand früh fest: Schon in der ersten Klasse wollte Uta Dany Lehrerin werden. Doch in der DDR wurde aus dem Studium erstmal nichts. Die Berlinerin machte eine Berufsausbildung, holte erst nach der Wende das Abitur nach und schrieb sich an der Humboldt-Universität für ein Lehramtsstudium ein. Noch vor dem Abschluss wurde sie Mutter, bekam vier Kinder und folgte ihrem Mann nach Baden-Württemberg.

Doch sie blieb hartnäckig: In Karlsruhe beendete die heute 48-Jährige nicht nur ihr Studium, sie nahm auch parallel zu ihrem Unterricht an der Oberderdinger Realschule einen Lehrauftrag an und promovierte. Der Hochschulbetrieb war für die Deutsch- und Geschichtslehrerin keine Option, Schüler und Kollegen fehlten ihr. In den folgenden Jahren arbeitete sie an Privatschulen in Friedrichshafen und auf Schloss Gaienhofen, zuletzt als stellvertretende Schulleiterin. Das habe ihr Freude gemacht: "Mir gefällt es, mit den Kollegen etwas zu bewegen." Als Rektorin möchte sie jetzt "größere Ziele angehen".

Zurück in den Kraichgau

Weil es ihren Mann und sie zurück in den Kraichgau zog, bewarb sich Uta Dany beim Schulamt Heilbronn. Im Juli hat Uta Dany nun die Leitung der Gemeinschaftsschule übernommen. Zuvor hat sie noch ein Schulmanagement-Studium an der TU Kaiserslautern abgeschlossen und für die Masterarbeit mit vielen Schulleiterin in Deutschland und in der Schweiz gesprochen, die "richtig gute Schule machen", erzählt die Pädagogin. Derzeit qualifiziert sich weiter, diesmal bei einem Seminar bei der AIM in Heilbronn.

Das Konzept der Gemeinschaftsschule habe sie schnell überzeugt. Aus ihrer Sicht ist es "die Schulart der Zukunft". Jeder könne auf dem passenden Niveau arbeiten und werde begabungsorientiert gefördert. "Wir bieten die größere Chance für Kinder", sagt die Rektorin. Die regelmäßigen Coaching-Gespräche mit den Schülern hat sie bereits in Gaienhofen adaptiert.

Ansprechpartner auf Augenhöhe

In Heilbronn hat sich die Flehingerin längst eingelebt, die Orientierungsphase war kurz. "Ich habe vom ersten Tag an Entscheidungen getroffen." In den ersten Wochen habe sie aber auch viel zugehört und Organisationsstrukturen klarer geregelt. Kollegen und Eltern seien sehr engagiert: "Das habe ich noch an keiner Schule so erlebt." Zahlreiche Ansprechpartner erleichterten ihr den Einstieg. Es gebe viel Austausch, sagt die Rektorin. "Die Kollegen sind Partner auf Augenhöhe", sagt sie, "das schätze ich sehr."

An der dreizügigen Gemeinschaftsschule, die in diesem Jahr den dritten Jahrgang zum Abschluss bringt, sieht sie einige Aufgaben. Ganz oben auf ihrer Liste steht Öffentlichkeitsarbeit: "Viele Menschen wissen immer noch nicht, was Gemeinschaftsschule bedeutet." Im kommenden Schuljahr kommt zudem der Umbau, der mehr Platz bringen soll. Das sei wichtig für die pädagogische Arbeit, sagt Uta Dany.

Langfristig soll das G9-Abitur möglich sein

Sie will die Kooperationen mit der Elly-Heuss-Knapp-Gemeinschaftsschule und der Johann-Jakob-Widmann-Schule ausbauen. Die FUS soll sich weiterentwickeln, die gymnasiale Oberstufe sei ein Fernziel, so Dany. Den Antrag müsste gegebenenfalls die Stadt stellen. Schon jetzt lernen elf Zehntklässler der FUS in einem so genannten E-Zug und wechseln nach den Ferien ohne Prüfung an ein berufliches Gymnasium. Die neue Rektorin möchte langfristig ein G9-Abitur anbieten. "Der Bedarf ist auf jeden Fall da", sagt sie.

 


Tanja Ochs

Tanja Ochs

Autorin

Tanja Ochs arbeitet seit 2000 bei der Heilbronner Stimme und hat lange als Lokalredakteurin für die Kraichgau Stimme geschrieben. Seit 2019 ist sie Teamleiterin im Bereich Familie, Kinder und Bildung. Außerdem kümmert sie sich als Vorsitzende des Vereins Menschen in Not um die Sozialaktion des Medienunternehmens.

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