Neubau der Gerhart-Hauptmann-Schule kann starten

Heilbronn  Der Neubau der Grundschule wird nun nach dem Entwurf des Architekturbüros Broghammer Jana Wohlleber aus Zimmern ob Rottweil realisiert. Vom ersten Architekten gab es keine Rückmeldung mehr.

Von Christian Gleichauf und Joachim Friedl

Die zweite Wahl soll architektonisch eine echte Nummer eins werden

Diese Pavillions an der Karlstraße müssen für den Neubau der Gerhart-Hauptmann-Grundschule weichen.

Foto: Christian Gleichauf

Der Neubau der Gerhart-Hauptmann-Grundschule wird nun nach dem Entwurf des Architekturbüros Broghammer Jana Wohlleber aus Zimmern ob Rottweil realisiert.

"Wir haben mit dem Siegerbüro verhandelt, doch es kam zu keinem Abschluss", erklärte Johannes Straub, Leiter des städtischen Hochbauamts. Die Enttäuschung darüber hielt sich im Gemeinderatsrund in Grenzen, die Vergabe erfolgte einstimmig.

Mancher freut sich über den Absprung des Siegers

Bis zur vorgegebenen Frist hätten die Stuttgarter Architekten kein Endangebot abgegeben, erklärte Straub. Gründe seien ihm nicht bekannt. Der jetzt zum Zug kommende zweite Preis sei "sehr qualitätsvoll und aus städtebaulicher Sicht sehr geschmeidig".

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Straub traf mit dieser Aussage den Nerv von CDU-Stadtrat Klaus Hackert: "Der zweite Preis war von Anfang an mein Favorit." SPD-Stadtrat Gerd Kempf sieht in dem Entwurf, der jetzt umgesetzt wird, keine Zweitklassigkeit: "Es gibt keine bessere Möglichkeit, diese Schule zu bauen. Es ist ein Maßanzug für das Grundstück an der Karlstraße."

Heiner Dörner von den Freien Wählern signalisierte ebenfalls Zustimmung. Beim Blick in die Unterlagen sind ihm allerdings die Millionen-Honorare für die Architekten ins Auge gesprungen. "Wenn man das unbedarft liest, fragt man sich, woher das kommt." Aber es sei eben klar, wenn der Bau 14 Millionen Euro koste, dass dann auch die Honorare entsprechend hoch seien. "Wir hoffen aber, dass dieser Kostenrahmen gehalten wird."

Nachbesserungen bei Akustik und Atmosphäre gefordert

Alexander Habermeier von den Grünen lobte die Architektur des nun zum Zuge kommenden Entwurfs. "Das ist aber nur eine Seite der Medaille. Speziell bei Schulen ist die funktionelle Qualität vielleicht sogar wichtiger. Und bei der Raumaufteilung, bei Wegebeziehungen, Raumatmosphäre und Akustik haben wir doch Defizite erkannt. Die müssen beseitigt werden." Hier sollten auch die Pädagogen einbezogen werden, forderte er. "Wir sind zuversichtlich, dass das gelingt. Und deshalb sind wir überzeugt, dass wir am Ende des Tages mit diesem Entwurf eine wirkliche Nummer eins haben."

Kurz vor der Gemeinderatssitzung hatte die Heilbronner Stimme bereits berichtet, dass der Sieger des Architekturwettbewerbs kein Angebot abgegeben hat. Als Grund nannte das Stuttgarter Büro, es habe in wichtigen Fragen keine Einigkeit mit der Stadt erzielen können. Gottfried Friz (FDP) plädierte dafür, nicht weiter über die Hintergründe zu spekulieren. Wichtig sei, dass jetzt der Neubau gelinge.

Stadt hat gute Erfahrungen mit Klinker-Fassaden gemacht

Birgit Brenner (Bunte Liste) erkundigte sich angesichts der hohen Kosten nach der Notwendigkeit der Tiefgaragenstellplätze und der Fassadengestaltung mit Klinker und Rundungen. "Die Parkierung im Gebäude ist im Bebauungsplan so vorgesehen", erklärte Hochbauamtsleiter Johannes Straub.

Mit Klinker habe man sehr gute Erfahrungen gemacht. "Da müssen wir nichts mehr machen, das ist sehr haltbar." Die Rundungen würden mit Segmenten hergestellt: "Da ist Schwung drin, aber es ist auch wirtschaftlich", sagte Straub.

 


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