Müllproblem am Kirchhausener Schloss soll ein Ende haben

Heilbronn  Der Bezirksbeirat von Kirchhausen plant ein Treffen mit städtischen Ämtern, um eine Lösung zu finden. Man könne dort nicht jeden Tag achtlos weggeworfene Reste aufsammeln, sagt der Bürgeramtsleiter. Vor allem Hochzeitspaare fühlen sich im Schlossgraben unwohl.

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Müll im Schlossgraben in Kirchhausen: Seit Monaten sorgt das für Ärger im Stadtteil. Jetzt soll ein runder Tisch mit der Stadt Lösungen erarbeiten.

Fotos: Carsten Friese

Der vermüllte Schlossgraben in Kirchhausen bleibt ein Dauerproblem: "Wir wollen nicht einfach weiter zuschauen", sagte Bezirksbeiratssprecher Theo Rappold (CDU) in der Beiratssitzung am Donnerstagabend im Schloss. Bürgeramtsleiter Martin Neubauer hatte beschrieben, wie Hochzeitspaare zum Fototermin im Schlossgraben durch weggeworfene Verpackungen oder herumliegende Flaschen schreiten müssten. Für ihn ist dieser "Brennpunkt" im kulturellen Zentrum des Ortes nicht akzeptabel. Probleme mit dem Müll habe man "jeden Tag".

Kinder, aber vor allem eine Gruppe Jugendlicher sind offenbar für die Vermüllung nachmittags und am Abend in erster Linie verantwortlich. "Wir haben schon mit den Eltern gesprochen", sagte Neubauer. Kurzzeitig habe es etwas gebracht. Man könne aber nicht jeden Tag den Schlossgraben reinigen lassen.

Beiratsmitlied bringt Bußgelder für Eltern der jungen Müllsünder ins Spiel

Ordnungsamtsleiterin Dorothea Kleinhanss war in der Sitzung vor Ort, sagte zu, dass der Vollzugsdienst zwar ab und zu kontrollieren könne. Aber: Die Einsatzkräfte könnten dies nicht rund um die Uhr tun. Sie appellierte auch an die Bürger, dort eine soziale Kontrolle auszuüben und die Sünder anzusprechen, doch auch wieder aufzuräumen. Dieter Ackermann (SPD), im Beruf Polizeibeamter, regte an, dass man Eltern auch mal gezielt mit Bußgeldern drohen könne, wenn sie ihrer Aufsichtspflicht für ihre Kinder nicht nachkämen. Eine Videokamera im Schlossgraben aufzustellen, ist nach Angaben der Ordnungsamtsleiterin nicht zulässig. Jetzt soll mit den beteiligten Ämtern eine Diskussionsrunde organisiert werden, um eine Lösung zu finden. Die Idee, mal mit Streetworkern in die Gruppe zu gehen, ist ein denkbarer Ansatz. Die Fläche besser auszuleuchten, ein anderer.

In Gartachgaustraße fuhr jeder Zweite zu schnell

Müllproblem am Schloss soll ein Ende haben

Spitzenreiter bei den Tempoverstößen: die Gartachgaustraße Richtung Leingarten. Bei Messungen der Stadt fuhr im Vorjahr hier jeder Zweite zu schnell.

Überraschende Neuigkeiten stellte die Ordnungsamtsleiterin bei den Ergebnissen der Verkehrsüberwachung vor. Mobile Messungen an 75 Tagen im Jahr 2019 hatten in der Gartachgaustraße eine Beanstandungsquote von 54 Prozent ergeben - dass heißt, jeder Zweite fuhr in der Tempo-30-Zone zu schnell. "Das ist außergewöhnlich auffällig", sagte Kleinhanss. Auch in der Hausener Straße gab es mit einer 25-Prozent-Quote viele Bußgelder. Im Rahmen blieben Schlossstraße (8,5 Prozent) oder am Am Teuerbrünnle (5,4 Prozent). Der feste Blitzer am Ortseingang aus Richtung Fürfeld wird dagegen kaum ausgelöst: Bei nur 0,70 Prozent lag die Quote. Kleinhanss sieht darin ein Zeichen, dass an der Stelle "die Botschaft beim Autofahrer ankommt". 365 Tage war der Blitzer scharf gestellt. Vor allem in den auffälligen Straßen will das Ordnungsamt weiter regelmäßig kontrollieren, kündigte die Amtsleiterin im Beirat an.

Bei der Kontrolle des ruhenden Verkehrs wurden im Vorjahr 71 Verwarnungen im Stadtteil ausgesprochen. Die meisten Knöllchen wurden in der Schultheiß-Hammer-Straße (34) und der Deutschritterstraße (22) verteilt.

Busanschluss an Stadtbahn in Leingarten ist ein großer Wunsch

Eine lange Liste mit gut 40 Anträgen wird der Bezirksbeirat für Beratungen zum Haushaltsplan 2021/2022 an den Heilbronner Gemeinderat übermitteln - wohl wissend, dass diese Masse keine Chance haben wird. Unter anderem regt das Gremium weitere Sanierungsarbeiten an Schloss und Deutschordenshalle (zum Beispiel Anbau, Umkleiden, Sanitärräume) an, die Umleitungsstrecken für die Kreisverkehr-Baustelle zu sanieren, den Neubau und die Sanierung von Kinderspielplätzen und einen Kreisverkehr für den Abzweig von der B 39 nach Biberach.

Ein großer Wunsch ist, den Stadtteil per Bus an die Stadtbahn in Leingarten anzubinden. Für das Freibad regen die Beiräte einen Wasserspielplatz samt Rutsche an. Weitere Wünsche: das undichte Dach der Zehntscheune neu decken und prüfen, ob die Dreifaltigkeitskapelle als Ort für Trauungen neu gestaltet werden kann.

Antrag gescheitert

Bei einem Antrag der Freien Wähler für den neuen Haushalt ging es eng zu: Bezirksbeirat Heiner Dörner forderte, die Stadt solle 100 000 Euro bereitstellen, um eine Rampe für Rollatornutzer, Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwägen am Friedhof zu bauen. Das Thema ist alt, vieldiskutiert. Mit 4:4 Stimmen fiel der Antrag durch. Ein Gegenargument von Ingrid Stemmer (CDU): Mit einer Rampe werde das Problem weiterer Stufen am Friedhofseingang nicht gelöst.

 

Carsten Friese

Carsten Friese

Autor

Mit der Einführung des Euro kam Carsten Friese im Januar 2002 zur Heilbronner Stimme. Seine Schwerpunkte sind Verkehr, Gericht- und Polizeithemen, Wetter/Klima, Umweltthemen, Soziales, Heilbronner Stadtteile. Zudem leitet er das Thementeam Wissen.   

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