„Mein Lokal, dein Lokal“ spielt in Heilbronn

Heilbronn  Fünf Gastronomen aus Heilbronn und Umgebung haben ein Fernsehteam in ihre Küchen gelassen und sich gegenseitig vor laufender Kamera bekocht. Am Ende gewinnt ein Restaurant einen „goldenen Teller“. Bis kurz vor der Ausstrahlung in rund drei Monaten wissen nicht einmal die Kandidaten, wer das sein wird.

Mike Süsser (links) zusammen mit Fabian Lidek vor dem Restaurant Beichtstuhl in Heilbronn. Foto Good Times

Das Konzept der Doku-Soap „Mein Lokal, dein Lokal“ auf „Kabel eins“ ist einfach: Fünf Teilnehmer aus der Gastronomie messen sich im Wettstreit um das stimmigste System und das leckerste Essen. Jeder Teilnehmer ist an einem Tag der Woche Gastgeber und wird von den Kollegen mit bis zu zehn Punkten bewertet. Am Ende gewinnt ein Restaurant einen „goldenen Teller“.

Mit von der Partie ist auch Fernsehkoch Mike Süsser, der einst seine Ausbildung zum Matrosen schmiss, um Koch zu werden. Er verteilt ebenfalls Punkte und schaut den Köchen an ihrem Tag morgens über die Schulter.

Nerven-Zereißprobe - auch für erfahrene Küchenchefs

Wenn plötzlich so ein Starkoch mit am Herd steht und jeden Handgriff beobachtet, ist es auch für erfahrene Küchenchefs nicht einfach, die Nerven zu behalten. „Mir ist bei Mike Süsser gleich ein Fauxpas passiert: Ich habe etwas verbrennen lassen – und zwar so, wie es mir in dem Ausmaß in zwölf Jahren noch nicht passiert ist“, gibt Fabian Lidek, Geschäftsführer und Küchenchef des Heilbronner Restaurants Beichtstuhl zu. Er war an Tag zwei an der Reihe.

Den Start machte das Warsteiner Stuben Steakhouse in der Heilbronner Allee, zur Mitte der Woche ging es nach Weinsberg in Nalans Butcherei, am Donnerstag war das Restaurant Trappensee dran, und zum Finale ging es nach Zweiflingen ins Restaurant Ehrenbergers 2.0. Gastgeber kann jeder sein, von der Servicekraft über den Küchenchef bis zum Inhaber.

Gourmet gegen Hausmannskost

Wer die Restaurants kennt, weiß, dass die Konzepte sehr unterschiedlich sind. Kann sich ein Steak mit Pommes mit einer konfierten Ente messen? Lidek erklärt, man solle nicht direkt vergleichen, sondern stattdessen soll bewertet werden, ob alles stimmig ist. Bietet also ein amerikanischer Burgerladen das, was der Gast sich verspricht? Stehen auf der Karte tatsächlich klassische Burger, stimmen Preise und Ambiente? „Wir hatten in der Woche mehrmals das Thema Fleisch. Aber es war nicht so, dass sich die Läden überlagert hätten. Einer macht das amerikanische Steakhouse-Prinzip, Bollen Fleisch, dazu Ofenkartoffeln, der andere macht das etwas feiner, mit Einschlägen aus der orientalischen Richtung.“

An Tag zwei bekochte Fabian Lidek (Mitte) die vier anderen Kandidaten. Foto: Good Times

Bestellt wird von der üblichen Karte. Kaum zu glauben, aber bei dieser Doku-Soap auf „Kabel eins“ wird darauf geachtet, dass es authentisch zugeht. Gedreht wird „Mein Lokal, dein Lokal“ tatsächlich von Montag bis Freitag, die Restaurants sind während der Dreharbeiten ganz normal geöffnet. Im schlimmsten Fall ist das Lokal also voll besetzt. Bewertet werden drei Gänge, alles à la Carte – „auch wenn das Fernsehteam sich bestimmte Gerichte wünscht, kann jeder sich raussuchen, was er möchte“, berichtet Lidek.

Einziger Vorteil beim Fernsehen: Wenn etwas komplett daneben geht, kann man noch einmal von vorne beginnen. Eine Garantie dafür, dass es später nicht in der Sendung landet, ist das jedoch nicht.

Spaß statt Perfektion

Für Lidek standen aber nicht Perfektion oder die Hoffnung auf 15-Minuten Fernsehruhm, sondern der Spaß und die neue Erfahrung im Vordergrund. Sogar ein bisschen geschmeichelt habe er sich gefühlt, als die Fernsehmacher bei ihm anfragten, ob er teilnehmen wolle. Und es hat sich für ihn persönlich und beruflich gelohnt. „Die Truppe, die wir hatten, war cool. Ich kannte gastronomisch ja noch keinen in Heilbronn.“ Auch wenn es bei Drehzeiten von 10 Uhr morgens bis zwei Uhr in die Nacht ein paar Reibereien gegeben habe, es sei doch lustig. Inspirationen und Kontakte in die Szene sowie zu guten Lieferanten seien auch entstanden.

Zur Ausstrahlung in etwa drei Monaten planen die Teilnehmer ein Revival. Wie harmonisch das zugeht, hängt vermutlich von der gegenseitigen Beurteilung ab. Die Kandidaten bekommen ihre jeweilige Folge offenbar vorher nicht zu sehen. Sie wissen also erst nach dem Sendetermin, was die anderen über die eigene Küche denken.

Weiterlesen: 2015 war die Sendung schon einmal in Heilbronn zu Gast.

 


Sarah Utz

Onlineredakteurin

Sarah Utz arbeitet seit Juni 2019 in der Onlineredaktion. Sie kümmert sich um die Inhalte von stimme.de und die Entwicklung eines neuen digitalen Angebots. Davor hat sie als Onlineredakteurin im Rems-Murr-Kreis gearbeitet.

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