Megatransporter auf aufwendiger Reise zum Heilbronner Hafen

Region  In der Nacht zum Samstag führt ein spektakulärer Schwertransport durch die Region. Das Ziel befindet sich am Heilbronner Schwerguthafen am Neckar.

Von Manfred Stockburger
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Update: Wegen fehlender Behördengenehmigungen verschiebt sich der Transport um einen Tag. Statt wie geplant in der Nacht auf Freitag, wird der Konvoi erst in den frühen Morgenstunden des Samstags durch Heilbronn fahren. Es wird erwartet, dass er die Innenstadt gegen vier Uhr passiert und zwischen fünf und sechs Uhr am Hafen ankommt.

22 Achsen tragen 367 Tonnen Last

Am Montag ist der Transport bei der Firma Kamag in Ulm gestartet. Am Samstag soll der Konvoi im Heilbronner Hafen ankommen, wo die Spezialmaschine für ein belgisches Stahlwerk auf ein Binnenschiff verladen wird.

Foto: TII

Für ein Auto ist die Strecke von Ulm nach Heilbronn in zwei Stunden locker machbar - sofern kein Stau ist. Dass ein Konvoi vier Tage beziehungsweise Nächte unterwegs ist, macht deutlich, dass es sich um einen außergewöhnlichen Transport handelt: Der knallorangefarbene Brammentransporter, der von zwei Spezialtiefladern über die Landstraßen zum Schwergutkai am Heilbronner Hafen transportiert wird, ist nicht nur sechs Meter hoch und genauso breit, er bringt auch 132 Tonnen Leergewicht auf die Waage.

Das Gesamtgewicht des Konvois beträgt nach Angaben des Herstellers Kamag sogar 367 Tonnen. Kamag gehört wie die Pfedelbacher Fahrzeugfabrik Scheuerle zum Imperium des Heilbronner Industriellen Otto Rettenmaier.

Spezialtransporter für die Stahlproduktion

Am Bestimmungsort angekommen, wird das Fahrzeug in einem belgischen Stahlwerk von Arcelor-Mittal bis zu 150 Tonnen schwere und bis zu 900 Grad heiße Rohstahlteile - sogenannte Brammen - aus der Produktionslinie holen. Entsprechend rustikal ist die von der Ulmer Tochter der Heilbronner Schwertransporterfirma TII gebaute Maschine.

"Unseres Wissens ist das Fahrzeug das größte und schwerste seiner Art weltweit", sagt TII-Marketingleiter Volker Seitz. Sechs Monate lang haben die Mitarbeiter des Scheuerle-Schwesterunternehmens an dem Fahrzeug gebaut.

Diese Woche ist der Weg das Ziel

Fertig ist der Megatransporter, diese Woche ist der Weg das Ziel: Obwohl der Transportkonvoi das Gewicht auf bis zu 150 Meter Länge verteilt, müssen die meisten Brücken gemieden werden. Die Autobahn ist ebenfalls tabu. Entsprechend außergewöhnlich ist die Strecke, die der Konvoi in der Nacht von Freitag auf Samstag ab 22 Uhr von Wüstenrot über Löwenstein, Unterheinriet, Untergruppenbach nach Heilbronn fahren wird.

Dort angekommen muss der Transport mehrere Brücken umfahren - entsprechend führt der Weg zum Hafen vorwärts und rückwärts und kreuz und quer durch die Stadt.

Der Tieflader wurde in Pfedelbach hergestellt

Zum Einsatz kommt bei dem Transport ein Tieflader mit Seitenträgerbrücke, den Scheuerle in Pfedelbach für die Schwerlastspedition Kübler produziert hat. Damit wird das Gewicht des Brammentransporters auf nicht weniger als 22 Achsen verteilt.

 


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