MS Experimenta erreicht Heilbronn

Heilbronn  Nach mehrtägiger Fahrt mit Hochwasserunterbrechungen ist das neue Laborschiff MS Experimenta am Mittag in Heilbronn angekommen.

Von Carsten Friese

 

Um 12 Uhr war es geschafft. Unter freudiger Beobachtung durch einige Bürger ist das neue, knallrote Laborschiff der Heilbronner Experimenta am Freitag an seinem Ankerplatz in der Badstraße angekommen. Nach sechs Tagen Fahrt von der Werft in Maasbracht (Niederlande) und einer Zwangspause wegen Hochwassers steuerte Kapitän Wolfgang Ernst aus Haßmersheim die 105 Meter lange MS Experimenta sicher an die Anlegestelle.

„Perfekt eingeparkt“, lobte Experimenta-Marketingleiter Robert Schwan das Manöver an den stählernen Dalben. Rund acht Monate ist die MS Experimenta, ein Motortankschiff, das zuletzt Diesel transportierte, in der Werft umgebaut worden. Eine „unglaublich große Freude“ spürte Schwan in dem Moment. Vor 13 Monaten sei das Projekt nur eine Idee auf dem Papier gewesen, blickte er zurück.

Die Fahrt lief problemlos

105 Meter Länge, 935 Tonnen Gewicht sind die imposanten Kerndaten des Schiffs. Die starke Strömung auf dem Rhein hat die Fahrt am Anfang etwas verzögert. Am Donnerstag ist die Crew um Wolfgang Ernst, Jürgen und Theo Wäsch dann bis 21.30 Uhr gefahren, am Freitag um 6 Uhr aufgebrochen. „Es ist alles problemlos gelaufen – und hat Spaß gemacht“, sagte Ernst nach der Tour. Maximal 18 Stundenkilometer konnte die Crew auf ruhigem Wasser fahren. Rund 10.000 Liter Schiffsdiesel hat die Besatzung für die über 500 Kilometer langen Reise benötigt.

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Gleich am Samstag soll eine Fachfirma die Gerüste für drei Metallstege bauen, damit man problemlos an Bord kommt. Die Experimenta muss noch Technik, Mobiliar und ein Kassensystem aufs Schiff bringen. Labor- und Workshopräume mit Exponaten bilden das Innenleben des Schiffes. Laborkurse für Schulklassen sind ab Januar unter der Woche geplant, Workshops und freie Ausstellung für alle Interessierte an Wochenenden und Feiertagen. Die Schiffstaufe soll Ende Januar stattfinden. Und während der Zeit der Buga soll das Schiff am Bugagelände vor Anker gehen und zu einer Mitmachplattform zu verschiedenen Themen für die Besucher werden.

Was die Kapitäne bei der Jungfernfahrt zu essen bekamen? Wolfgang Ernst schmunzelt. „Es gab bei mir nur Linseneintopf. Das geht schnell.“