Lösungen für die Verkehrsbelastung in der Gerberstraße

Heilbronn  Wie stellen sich die Ratsfraktionen der Stadt Heilbronn Lösungen die Gerberstraße vor? Die Vorschläge reichen von einer Teilsperrung über den Parkplatzrückbau bis zur Öffnung der Kranenstraße. Doch wann werden welche Ideen umgesetzt?

Von Carsten Friese
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Soll diese Durchfahrtmöglichkeit in der Gerberstraße erhalten bleiben? Fraktionen bringen einige Vorschläge ins Spiel, um die Situation zu verbessern.

Foto: Friese

Der Verkehrsnotstand in der Gerberstraße, den Anwohner laut beklagen, ist auch bei den Ratsfraktionen im Bewusstsein. Bei einer Stimme-Umfrage zu konkreten Lösungsmöglichkeiten sehen die Fraktionen durch die Bank Handlungsbedarf. Überraschend ist, wie viele Vorschläge auf den Tisch kommen. Die Frage ist: Wann wird über die Ideen entschieden und etwas umgesetzt?

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Freie Wähler werfen Baudezernat in dem Fall Versagen vor

Scharfe Kritik am Rathaus bringen die Freien Wähler an. Fraktionschef Herbert Burkhardt wirft dem Baudezernat "Versagen" vor. Dass eine Sperrung der Kranenstraße diese drastischen Folgen haben wird, "hätte die Bauverwaltung und Bürgermeister Hajek wissen müssen". Er kritisiert, dass die Verwaltung bisher alle Vorschläge der Fraktionen abgelehnt oder nicht geprüft habe. Die Freien Wähler fordern, zumindest versuchsweise bis zum Beginn der Buga "die alte Kranenstraße provisorisch für den Verkehr zu öffnen" - und zu prüfen, ob diese auch während der Buga offen bleiben kann.

CDU für schnellen Beschluss zu neuer Kranenstraße

Eine zügige Lösung des Verkehrsproblems strebt die CDU an, vorgehen will sie anders. Mit dem Neubau eines zweiten Experimenta-Parkhauses sieht Fraktionsvorsitzender Thomas Randecker erste Maßnahmen zur Entlastung des Problemareals. Es müsse nun "unverzüglich" die Entscheidung über den Bau einer neuen Kranenstraße getroffen werden, die man gegenüber allen anderen Lösungen bevorzuge. Zudem sollte man den ruhenden Verkehr im Viertel konsequent überwachen, Parkverstöße sanktionieren und Schilder aufstellen mit der Bitte, ein Parkhaus zu benutzen.

Grüne wollen Parkflächen zurückbauen

Auf mehrere Anträge verweist Susanne Bay für die Grünen. Die Zufahrt der Gerberstraße von Süden nur bis zum Käthchenhof erlauben, eine direkte Zufahrt via Schaueffelenstraße unterbinden und klare Hinweisschilder auf das Ziel Bahnhof über die Nägelebrücke aufstellen hat die Fraktion gefordert. Zudem solle man "neue Anreize" zum Einfahren ins Viertel (17 neue Parkplätze) zurücknehmen - dafür 17 Plätze in der Lohtorstraße streichen und die Fußgängerzone dort verlängern, schlägt Bay vor. Ein Anreizsystem für die Nutzung von Bus, Bahn, Rad schwebt den Grünen zudem vor.

SPD will Durchfahrt im letzten Teil sperren

Die Durchfahrt ab der Kreuzung Gerber-/Lohtorstraße Richtung Marrahaus sperren, hat die SPD beantragt, eine weiträumige Ausschilderung der Ziele über andere Routen ebenfalls. Zudem solle man "den Parkraum in der Innenstadt verknappen", sobald das neue Experimenta-Parkhaus fertig ist, schreibt Fraktionschefin Tanja Sagasser-Beil. Man solle stärker auf Anwohner- und Kurzzeitparkplätze setzen und einen Teil der Gehwegparkplätze "in Stadtraum umwandeln".

FDP regt modernes Verkehrsleitsystem an

Such- und Durchgangsverkehr durch ein modernes Verkehrsleitsystem vermeiden, regt FDP-Fraktionschef Nico Weinmann an. Eine versuchsweise Änderung des Verkehrsflusses an der Kreuzung Gerber-/Kram-/Kaiserstraße könne entzerrend wirken, ebenso eine klare Ausschilderung von Fahr-alternativen im Bereich Schaeuffelenstraße. Beantragt habe die FDP, dass die Verwaltung Möglichkeiten einer Verkehrsberuhigung in der nördlichen Innenstadt vorlegen soll.

Die Situation ist für die Anwohner sehr belastend, das sehen auch die Ratsfraktionen. Sie sei für die Bürger "inakzeptabel" (FDP), der Verkehr nehme zu Stoßzeiten "drastische Ausmaße" an (SPD), sei "unerträglich" (Freie Wähler) oder "durchaus dramatisch" (Grüne) ist in den Antworten auf unsere Umfrage zu lesen. Die CDU spricht von einem "verkehrspolitischen Spannungsfeld".

Seit es die neue Verkehrsführung mit der offenen Nägele-Brücke und der geschlossenen Kranenstraße gibt, hat sich die Kfz-Belastung in der Gerberstraße nach Zählungen der Stadt von rund 7300 Kraftfahrzeugen in 24 Stunden auf rund 14.000 fast verdoppelt.

 


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