Liberale machen sich für Brötchen-Taste stark

Heilbronn  Ein dickes Paket an Ideen, Forderungen und Wünschen schnürte die Heilbronner Rathaus-FDP bei ihrer traditionellen Sommerpressekonferenz. Die Palette der Gedanken und Vorschläge reichte vom Einzelhandel über innere Sicherheit und ÖPNV bis hin zu Müll und Aufenthaltsqualität.

Von Joachim Friedl

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Brötchen-Taste statt Münzgeld: 15-minütiges kostenfreies Parken könnte die Innenstadt für Kunden attraktiver machen, so die Idee der Liberalen. Foto. Archiv/Mugler

"Wir Liberalen wünschen uns mehr Emotionalität in der Stadt bei den Themen Einkaufen, Erleben und Genießen", bekannte Nico Weinmann. Die Begründung lieferte der FDP-Fraktionsvorsitzende umgehend nach: "Der große Leerstand, die geringer werdende Verweildauer und der Umstand, dass Heilbronn nicht mehr als Einkaufsstadt wahrgenommen wird, bereitet uns große Sorge."

15 Minuten umsonst parken

Deshalb müsse die Verwaltung schleunigst das Märktekonzept vorlegen, in Parkhäusern die minutengenaue Abrechnung einführen und an Parkautomaten die sogenannte "Brötchen-Taste" für 15-minütiges kostenfreies Parken installieren.

Um Fahrverbote zu vermeiden, fordern Nico Weinmann und sein Stadtratskollege Gottfried Friz eine Park-App: "Laut Studien hat diese App in Liverpool und Stockholm für 50 Prozent weniger Verkehr und für 20 Prozent weniger Emissionen in den Innenstädten gesorgt."

Nach der Buga das große ÖPNV-Rad drehen

Der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs ist für Michael Link eine Herzensangelegenheit: "Die Taktfrequenzen, die Pünktlichkeit und die Vernetzung müssen besser werden", benannte der FDP-Stadtrat Schwachstellen. Nach der Bundesgartenschau und den hier gemachten Erfahrungen müsse dieses Dauerthema angegangen werden. "Wenn es gelinkt, bei den SLK Kliniken gemeinsam das große Rad zu drehen, dann müsste es auch beim ÖPNV gelingen", lässt Michael Link keine Ausreden zu.

"Großen Handlungsbedarf" sieht Sylvia Dörr in der nördlichen Innenstadt vom Hafenmarktturm bis zum K 3: "Die Stadt muss das Problem der schlechten Aufenthaltsqualität lösen", sagte die FDP-Stadträtin. Sie und ihre Fraktion denken dabei unter anderem an eine Kreativszene und alternative Einkaufsangebote.

Müllsünder mit Müllzange ausstatten

Ein Dorn im Auge ist den Rathaus-Liberalen die wachsende Vermüllung in den Fußgängerzonen, Parkanlagen und in Weinbergen zum Beispiel beim Wartberg. Um das Problem in den Griff zu bekommen, fordern Weinmann und Link die personelle Aufstockung des Kommunalen Ordnungsdienstes um zwei bis drei Stellen, die Sensibilisierung an Schulen und als Strafe, neben einem Bußgeld Müll mit einer Zange aufsammeln zu müssen. Gleiches gelte für das Entfernen von Graffiti. "Auf diese Weise kann der Schaden bei gleichzeitigem Lerneffekt wieder gutgemacht werden", hofft Link auf eine positive Wirkung.