Launige Fußball-Anekdoten

Heilbronn  Wissenspause: Achim Späth und Martin Hägele im Doppelpass über den Sport in den 1970er Jahren in Heilbronn

Von Stefanie Wahl

Launige Fußball-Anekdoten

Wissenspause zur Mittagspause: Achim Späth (links) neben seinem langjährigen Freund Martin Hägele und Moderator Christhard Schrenk.

Foto: Dennis Mugler

 

In der Schule sind sie Nebensitzer. Und seither Freunde. Gute Freunde. Achim Späth und Martin Hägele. Der Vorsitzende Richter am Oberlandesgericht Stuttgart und der Leiter Internationale Beziehungen beim Fußball-Rekordmeister FC Bayern München. Zwei Kinder der Region, die am Freitagmittag in der Reihe "Wissenspause" im Gemeindehaus St. Peter und Paul - als Nebensitzer - kongenial Doppelpässe spielen. Ihr Thema: Der Sport in den 1970er Jahren in Heilbronn.

Wenn Freunde frotzeln

Der Böckinger Späth, der die Hälfte des Jahres in Baden-Baden lebt, und der Großgartacher Hägele, der am Starnberger See wohnt, erzählen, frotzeln, erinnern sich: launig-lustig und kompetent-informativ. Moderator Christhard Schrenk, der Leiter des Stadtarchivs, hat es bisweilen nicht leicht, zu lenken ohne zu vehement zu grätschen. Die kurzweiligen Anekdoten kommen bei den Zuhörern, an.

Sie alle tragen diese Zeit in ihren Gedanken, erleben interessiert auf der Weltbühne des Sports die Boxkämpfe von Cassius Clay und die Olympischen Spiele in München wie den Bundesliga-Skandal. "Wenn es viel Geld gibt, gibt es viele Ganoven, die absahnen wollen", sagt Martin Hägele. Der renommierte Sportjournalist hat selbst über Machenschaften, beispielsweise im Weltverband Fifa, recherchiert.

Manipuliert wird in den unteren Ligen

Achim Späth sagt: "Manipulation findet immer noch in großem Umfang statt." Nur eben in der siebten oder achten Liga - weil dort keine Fernsehkameras Belege für Betrügereien liefern.

Achte Liga ist das perfekte Stichwort, um auf den VfR Heilbronn zu kommen und sich dem Niedergang des Fußballs in der Region zu widmen. Ein trauriges Kapitel? Nicht nur. In den Köpfen tauchen sie auf, die Bilder von den seligen Derby-Zeiten, als 7000 Fußballfreunde die Partien Union Böckingen gegen den VfR Heilbronn verfolgen - Achim Späth ist einer von jenen, die auf den Bäumen sitzen, um dabei zu sein.

Viel Schwarzgeld im Spiel

Namen wie Martin "Batze" Kübler, Kurt "Budde" Drautz, Karl "Gallo" Hagner oder Hans Hägele schwirren durch den Raum. Kopfnicken in den Reihen und manche Tuschelei als Beweis, dass jeder sie und die Geschichten kennt.

"Es hatte sich rumgesprochen, in Heilbronn wird sehr gut bezahlt", sagt Martin Hägele, "doch viel war Schwarzgeld. Irgendwann kam das Finanzamt, dann war halt Schluss." Bitter findet Achim Späth, dass die "Wirtschaft vollkommen das Vertrauen verloren hat". Bis heute.

Der Sport lebt von seiner Vielfalt. Auch in Heilbronn. Rollkunstläufer, das Hochsprung-Meeting in Eberstadt, der Schütze Ulrich Lind oder Ortwin Czarnowski machen Schlagzeilen. Gut so. Eines noch: Martin Hägele wünscht Heilbronn für die Zukunft, "dass irgendwann ein Typ wie Dietmar Hopp geboren wird".

Die nächste Wissenspause

Am Montag, 9. Juli, reden ab 12.30 Uhr Gabriele Erlewein-Hügel und Johanna Lichy über "Junge Frauen im Aufwind".