Kinderhaus und Sozialladen sind neuer Blickfang im Südviertel

Heilbronn  Die Sozialorganisation Meseno hat in der Heilbronner Südstadt zwei Neubauten aus Holz und Stahlbeton bezogen. Jetzt ist viel mehr Platz für rund 70 Kinder - und einen Garten mit Bobbycarstrecke gibt es inklusive. Am Samstag ist Tag der offenen Tür.

Von Carsten Friese

Meseno weiht neue Schmückstücke ein

6,2 Millionen Euro hat die Stadtsiedlung in das Bauprojekt investiert. Im großen Neubau sind auch acht Wohnungen entstanden, sechs sind mit vergünstigter Miete.

Jetzt ist die neue Meseno-Heimat komplett: Nach dem Kinderhaus 2018 hat die Sozialorganisation Meseno auch den zweiten Neubau in der Südstadt mit dem Sozialladen samt Kleiderstube sowie Verwaltungs- und Lagerräumen bezogen. "Es ist ein wunderschöner Tag", sagte Meseno-Vorstandsmitglied Hans Hambücher am Freitag bei der Einweihung des Gebäudekomplexes in der Zeppelinstraße. Er verwies auf die letzten 2,5 Jahre, in denen sich alle Meseno-Mitarbeiter "unwahrscheinlich engagiert haben".

Stadtsiedlung investierte in den Komplex rund 6,2 Millionen Euro

Als Hybrid-Konstruktion sind die zwei Gebäude aus Holz und Stahlbeton entstanden. Auch optisch sind sie ein Blickfang in dem Viertel. Die Stadtsiedlung hat das Projekt umgesetzt und insgesamt 6,2 Millionen Euro in die zwei Gebäude sowie die Außenanlagen und den großen Garten am Kinderhaus investiert.

In der Kita ist jetzt Platz für 70 Kinder, die in zwei Kindergartengruppen, zwei Krippengruppen und dem aus Spenden finanzierten Treffpunkt zur Förderung von bis zu zehn Schülern aus benachteiligten Familien der nahe gelegenen Hauff-Grundschule betreut werden. Die Räume in dem Flachbau sind luftig, fast vier Meter hoch, durch Oberlichter wirkt alles sehr hell.

Meseno weiht neue Schmückstücke ein

Gut gelaunt bei der Meseno-Einweihung im Treffpunkt-Raum: (v. li.) Meseno-Vorstand Hans Hambücher, OB Harry Mergel und Stadtsiedlung-Geschäftsführer Dominik Buchta.

Fotos: Christiana Kunz

Erzieherinnen freuen sich über neues Lebensgefühl für die Kinder

"Es ist ein neues Lebensgefühl im neuen Kinderhaus", sagte Gabriele Franke vom Kinderhaus-Leitungsteam. Die alten Räume seien zu eng geworden, Kinder hätten immer mehr den Drang gehabt, draußen zu spielen. Jetzt gibt es neben modernen Gruppenräumen, Musikecke, vielen Experimentier-Angeboten und Schlafzimmern auch den großen Garten mit Spielgeräten und einer Bobbycarstraße im Freien, die von den Kindern begeistert genutzt wird. Von allen Räumen habe man Zugang zum Garten. "Das Leben ist hier viel freier, die Kinder haben mehr Raum, sich zu entwickeln", freut sich Gabriele Franke.

In der Feierstunde hob Oberbürgermeister Harry Mergel die "segensreiche Funktion" hervor, die Meseno im Südstadt-Viertel habe. Die Rahmenbedingungen des neuen Meseno-Standortes nannte der Rathauschef "inspirierend". Elsa Sitter, die verstorbene Gründerin des Vereins zur Unterstützung benachteiligter Familien im Heilbronner Süden, "wäre sicher stolz, wie sich Meseno heute präsentiert", sagte Mergel.

 

Im Sozialladen können 500 Familien mit schmalem Geldbeute vergünstigt einkaufen

Dominik Buchta, Geschäftsführer der Stadtsiedlung, nannte Meseno für das Südviertel "einen Hauptgewinn". Die engagierte Jugend- und Sozialarbeit sei auch wesentlich für die gute Entwicklung im Wohnumfeld. Im großen Neubau hat die Stadtsiedlung auch acht Wohnungen in den oberen Stockwerken geschaffen, davon sechs geförderte zum Mietpreis von sechs Euro je Quadratmeter. Alle acht Objekte waren sofort vermietet.

Im Sozialladen, in dem Lebensmittel, Haushaltswaren und Kleider - die meisten Dinge Spenden - zu sehr günstigen Preisen angeboten werden, können Familien mit kleinem Geldbeutel mit einem Ausweis einkaufen. Dort werden rund 500 Familien und Einzelpersonen betreut, umriss Hans Hambücher die Bedeutung des Angebots.

Die Krippen für Null- bis Dreijährige im Kinderhaus sind ausgebucht, im Kindergarten sind ab September noch zehn Plätze frei. 1974 hat Elsa Sitter Meseno als Verein gegründet. Der Fokus liegt auf benachteiligten Familien, Männern, Frauen, Menschen in Notlagen. 2000 wurde Meseno in eine gemeinnützige Stiftung umgewandelt.

 


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