Keine Gebührenerhöhungen in Heilbronn

Heilbronn  Die Abfall- und Abwasserbeseitigung wird 2020 in Heilbronn nicht teurer. Dies beschloss der Heilbronner Gemeinderat. Ab dem Jahr 2022 könnte es aber teurer werden, da die Überschüsse schrumpfen.

Von Joachim Friedl

Keine Gebührenerhöhungen

Bioabfälle müssen in Heilbronn getrennt vom übrigen Abfall gesammelt werden. Die Abfälle werden dann in einer Behandlungsanlage zu Kompost verarbeitet.

Foto: Archiv

Die Gebühren für die Abfallbeseitigung werden für das Jahr 2020 nicht erhöht und verharren wie seit 2017 bei jährlich 119 Euro. Auch für das Jahr 2021 soll es bei diesem Betrag bleiben. Für 2022 kalkulieren die Entsorgungsbetriebe der Stadt mit einer Gebühr von 124 Euro. Berechnet wurde die Gebührenhöhe für einen Musterhaushalt mit vier Personen, einer 60-Liter-Restmülltonne und einer 60-Liter Biotonne.

Anlieferung von Fäkalienschlamm kostet mehr

Nicht angehoben werden 2020 auch die Abwassergebühren in Heilbronn. Für die Beseitigung von Schmutzwasser werden wie bisher pro Kubikmeter 1,78 Euro, davon 73 Cent für die Nutzung der Kanalisation, berechnet. 39 Cent werden für die Entsorgung von Niederschlagswasser pro Kubikmeter bebauter oder versiegelter Fläche in Rechnung gestellt. Lediglich die Gebühr für die Anlieferung von Fäkalienschlamm im Klärwerk verteuert sich um 1,25 Euro auf 26,25 Euro je Kubikmeter.

Amtsleiter Hörtling geht in den Ruhestand

Der Festsetzung beider Gebühren stimmte der Gemeinderat in seiner Sitzung am Montag einstimmig und ohne Diskussion zu. Beifall gab es für Werner Hörtling: Für den kaufmännischen Betriebsleiter der Entsorgungsbetriebe war es die letzte Gebührenkalkulation, die er den Stadträten vorlegte. Er geht im Laufe des Jahres in den Ruhestand.

Deponiegebühren werden nicht angehoben

Keine Gebührenerhöhungen

Im Klärwerk der Stadt Heilbronn an der Austraße werden die Abwässer von Heilbronn und angeschlossener Kommunen wie Brackenheim, Leingarten, Talheim/Schozach und Flein behandelt. Das Kanalnetz der Stadt ist 500 Kilometer lang.

Foto: Archiv/Mugler

Um die Müllabfuhrgebühren weiter konstant halten zu können, setzen die Entsorgungsbetriebe Überschüsse von 1,07 Millionen Euro, die in den Jahren 2015 und 2016 aufgelaufen sind, ein. Um auch die Deponiegebühren auf dem bisherigen Niveau belassen zu können, werden rund 712 000 Euro, die 2016 als Gewinn anfielen, verwendet.

43 580 Restmülltonnen sind im Umlauf

Mit dem Ziel, nachhaltige Anreize zur getrennten Sammlung von Bioabfällen dem Bürger zu vermitteln, wurden bei der Berechnung der Gefäßgebühren für Biomüll 70 Prozent der entstehenden Kosten berücksichtigt. Die restlichen 30 Prozent werden über die Gebühren für Restmüllbehälter finanziert. Im Umlauf sind 43 580 Restmüllgefäße und 21 700 Biomülltonnen.

Der gebührenfähige Gesamtaufwand für die Müllbeseitigung beläuft sich auf 9,95 Millionen Euro pro Jahr. Der Kostendeckungsgrad liegt bei knapp unter 100 Prozent. Im Jahr 2020 sollen 3,2 Millionen Euro in Bereiche der Abfallentsorgung investiert werden.

Überschüsse schrumpfen in den nächsten Jahren

Dass die Deponie- und Abfallgebühren voraussichtlich 2022 ansteigen werden, liegt nach Angaben der Entsorgungsbetriebe daran, dass die Beträge aus der Kostenüberdeckung schrumpfen. So steht für die Deponie im nächsten Jahr nur noch ein Plus von 1,4 Millionen Euro, für die Abfallabfuhr von 3,6 Millionen Euro in den Büchern.

Die Entsorgungsbetriebe kalkulieren für das Jahr 2020 mit einer Abwassermenge von rund 6,8 Kubikmetern, beim Niederschlagswasser gehen sie von einer versiegelten privaten Fläche von 10,5 Millionen Quadratmetern aus. An Aufwendungen erwarten sie 24,5 Millionen Euro, an Einnahmen ohne den Kostenanteil für die Straßenentwässerung von 3,8 Millionen Euro.

Investitionen in die Zukunft

Wie beim Abfall gehen die Entsorgungsspezialisten auch beim Abwasser davon aus, dass die Gebühren mittelfristig steigen werden. Auch hier reduzieren sich die Überdeckungen aus den Vorjahren. In Kanäle und Sonderbauwerke sollen im nächsten Jahr rund 9,5 Millionen Euro, in das 1935 gebaute und 1995 erweiterte Klärwerk im Gewann Eisbiegel sollen 5,2 Millionen Euro investiert werden.

 

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