KZ-Friedhof: Erinnerung an ein dunkles Kapitel

Heilbronn  Oberbürgermeister Harry Mergel und DGB-Regionssekretärin Silke Ortwein erinnerten mit einer Kranzniederlegung am Mahnmal an das SS-Arbeitslager in Neckargartach. 246 Menschen sind auf dem KZ-Friedhof begraben.

Von Jürgen Paul

Gedenken mit Kranzniederlegung auf dem KZ-Friedhof Neckargartach.  

An ein dunkles Kapitel in der Heilbronner Stadtgeschichte erinnerten Oberbürgermeister Harry Mergel und DGB-Regionssekretärin Silke Ortwein am Samstagvormittag auf dem KZ-Friedhof in Neckargartach. "Wir erinnern an die Menschen, die hier missbraucht und ermordet worden sind", sagte Mergel vor rund 30 Besuchern am Mahnmal auf dem zwischen Friedhof und Böllinger Straße gelegenen Grundstück. 

Zwangsarbeit im Salzbergwerk

Ab September 1944 waren dort zeitweise mehr als 1000 Menschen zusammengepfercht. "Unter katastrophalen Lebens- und Arbeitsbedingungen waren sie gezwungen, im Salzbergwerk für die Rüstungsindustrie zu arbeiten", sagte der Oberbürgermeister. 246 Tote wurden nach der Auflösung des Lagers im April 1945 gezählt - sie wurden auf dem Grundstück begraben. 

Kyrillische Inschrift auf dem Gedenkstein.  

Gegen Ausgrenzung, Hass und Intoleranz

Mergel betonte, dass der 1. April zum festen Bestandteil der Erinnerungskultur der Stadt Heilbronn gehöre. "Gerade in einer Zeit, in der sich überall auf der Welt wieder der Nationalismus Bahn zu brechen droht, in der Mauern und Zäune als Antwort auf Fragen der Sicherheit gesehen werden und sich Nationen gegenseitig unter Generalverdacht stellen, ist es notwendig, daran zu erinnern, wohin Ausgrenzung, Hass und Intoleranz führen", sagte Mergel.

"Wir brauchen die Erinnerung mehr denn je", befand Silke Ortwein. Sie wies darauf hin, dass viele Menschen in der Stadt und in der Region gar nicht wissen, dass es das Lager in Neckargartach gegeben hat. Mit Blick auf die Nazi-Gräuel mahnte die Gewerkschafterin: "Jeder von uns trägt Verantwortung, dass so etwas nie wieder passiert."

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