Herausfordernde Stimme-Wandertour in Vorarlberg

Heilbronn  Eine besondere Lesertour der Heilbronner Stimme führt die Teilnehmer auf die Heilbronner Hütte in Österreich. Das Gipfeltreffen von Freitag bis Sonntag auf 2320 Metern Höhe steht unter dem Motto „Montafoner Spezialitäten“.

Von Thomas Zimmermann

Schwierige Wetterverhältnisse und besonders anstrengende Touren warten am Samstag auf die Stimme-Leser. Nachdem es in der Nacht geschneit hatte, treffen die Bergtourenführer Freddi Immler und Ralf Egert erst um 9.30 Uhr die Entscheidung, beide Wanderungen wie geplant durchzuführen. Immler leitet eine rund 15-köpfige Gruppe auf 2653 Meter Höhe zur Westlichen Fluhspitze, Egert wandert mit rund 30 Teilnehmern zum teilweise noch zugefrorenen Vaschiwillsee.

55 "Stimme"-Leser nehmen an einer mehrtägigen Wanderung rund um die Heilbronner Hütte in Österreich teil. "Es waren schon ungewöhnlich schwierige Verhältnisse. Wir mussten über mehrere Altschneefelder und große Bäche, die das Schmelzwasser gebildet hatte, aber alles ging gut", freut sich der 53-jährige Eppinger, als alle wieder wohlbehalten auf der Hütte angekommen sind. "Witterungsbedingt war das eine besondere Herausforderung", sagt der neu gewählte Stadtrat von Möckmühl, Thorsten Kern, der zum zweiten Mal bei der Hütten-Leserreise dabei ist.

"Es war absolut schön, wir hatten heute auf der Wanderung alles: Sonne, Wolken, Schnee, Steine und jede Menge Wasser, es war ein tolles Erlebnis", betont auch Nicole Kupitz aus Bad Rappenau-Fürfeld. Sie ist mit ihrem Mann Michael Stammgast bei der Hüttentour-Leserreise.

Regenschauer und Kälte

Alles bietet auch der Aufstieg auf das gegenüberliegende Gipfelkreuz der Fluhspitze. Dabei müssen die Bergstürmer zusätzlich noch einige Regenschauer über sich ergehen lassen. "Wir sind jetzt auf der neunten Leserreise zur Heilbronner Hütte und das ist die extremste Klettertour, die ich hinter mich gebracht habe. Es war beeindruckend, dass sich am Berg alle so toll unterstützt haben", betont Uwe Heer.

Tatsächlich macht, zusätzlich zum Höhenunterschied und den schwierigen Wetter- und Bodenverhältnissen, auch noch die Kälte am Fels den Bergsteigern zu schaffen. Umso erleichterter sind alle nach dem erfolgreichen Abstieg. "Heute morgen habe ich noch ein wenig gezweifelt, ob wir das schaffen, aber ihr seid alle über euch hinausgewachsen", lobt Freddi Immler, der seinem Ruf als "Montafoner Gipfelstürmer" wieder alle Ehre macht.

Hüttenzauber und ein köstliches Abendmenü

Inzwischen wartet in der Hütte schon die nächste Aufgabe auf die Wanderer. "Wer Lust und Laune hat, kann die 'Muntafuner Gerschtasoppa' vorbereiten, die wir heute Abend servieren", sagt Hüttenwirtin Olivia Immler. Dem charmanten Aufruf folgen viele Stimme-Leser. Und nicht nur die Suppe hält, was sie verspricht. Auch das Schweinefilet mit "Sura-Kees-Kruste" und die "Topfanockerl mit Sura-Kees", einer der besonderen Schmankerl aus dem Montafon, kommen bei den Lesern sehr gut an. Schließlich steht die neunte Stimme-Leserreise zur Heilbronner Hütte ja unter dem Motto "Montafoner Spezialitäten".

Heimeliges Beisammensein nach dem Wandern in der Heilbronner Hütte. Foto: Thomas Zimmermann

"Wir wolle die Besonderheiten, die unser Tal und unsere Berge bieten, noch viel stärker in den Blickpunkt rücken und auch zeigen, was man daraus machen kann", betont Martin Netzer, Bürgermeister des Ferienortes Gaschurn, zu dem die Heilbronner Hütte gehört. Netzer ist bei jeder Reise gern gesehener Gast auf der Hütte.

Herzlich empfangen wird auch die kleine Abordnung der Trachtengruppe Partenen, die mit ihren aufwändig verzierten Kleidern für Aufsehen sorgt. 500 Arbeitsstunden Stickerei stecken allein in einer einzigen Frauentracht. "Nach Jahren der Stagnation wachsen wir wieder stark", freut sich der Obmann der Trachtengruppe, Klaus Mattle. Heimatgefühle haben Konjunktur, nicht nur im Montafon, sondern auch bei den jüngeren Teilnehmern der Leserreise. "Es ist ein schönes Erlebnis mit einem echten Gemeinschaftsgefühl, das man nur auf einer Hütte erleben kann", sagt die 32-jährige Ana Schöll aus Bad Wimpfen, die zum ersten Mal dabei ist. "Das ist inzwischen wie eine richtige Familie. Ich hoffe, ich kann nächstes Jahr wieder dabei sein", bestätigt Ewald Uhl. Der fitte 84-Jährige aus Untergruppenbach ist nicht nur der älteste Teilnehmer der Tour: Er ist auch seit vier Jahren ununterbrochen dabei.

Der Sonntagmorgen bringt endlich den langersehnten Sonnenschein. Bei herrlichem Wetter heißt es Abschied nehmen von der Heilbronner Hütte. Über das wunderschöne Naturschutzgebiet und Hochmoor Wiegensee führt die Vier-Stunden-Tour über satte Bergwiesen hinab zur Seilbahnstation Tafamuntbahn und hinunter ins Tal nach Partenen. Und nach einer Stärkung im Rössle in Gaschurn geht es auch schon wieder zurück ins Heilbronner und Hohenloher Land. Die Heimat im Blick, das Montafon im Herzen.

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