Heilbronner Narren verabschieden fünfte Jahreszeit

Heilbronn  Die Carneval-Gesellschaft Heilbronn entlässt den Gigger in die Lüfte und beendet die Faschingszeit bei ihrem traditionellem Heringsessen.

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Narren verabschieden fünfte Jahreszeit

Am Aschermittwoch verabschiedet sich die Heilbronner Carneval-Gesellschaft von der fünfen Jahreszeit.

Foto: Dennis Mugler

Pünktlich um 11.11 Uhr an diesem stürmischen Aschermittwoch am Rathausplatz lässt die Heilbronner Carneval-Gesellschaft ihre Symbolfigur, den Gigger, in den Himmel emporsteigen. Damit ist der Abschied der fünften Jahreszeit offiziell eingeläutet. Die meisten Narren sind symbolisch in schwarz gekleidet, so auch die Prinzessin. Die hat nicht nur Krönchen und Kleid zuhause gelassen, sondern auch ihren Ehemann, Prinz Michael III. "Der liegt mit Grippe im Bett", erklärt Elke Kappes, so ihr bürgerlicher Name.

Ein dreifaches Trolli Helau zum Abschied

Mit einem "Flieg lieber Gigger, flieg!", entlässt der Vereinspräsident Uwe Bindereif die Symbolfigur, gefolgt von Jubelrufen und einem dreifachen Trolli Helau. Später im Ratskeller wärmen sich die Narren in geselliger Runde und beim traditionellen Heringsessen auf.

Die perfekte Gelegenheit für das Oberhaupt der Carneval-Gesellschaft, die letzten Wochen noch einmal Revue passieren zu lassen. "Seit sieben Wochen dreht sich das Narren-Karussell, und wie jedes Jahr mischt sich am Ende Freud und Leid zusammen", so Bindereif. "Leid, weil intensive und schöne Wochen zu Ende gehen und Freud, weil es an der Zeit ist, durchzuatmen und neue Kraft zu tanken."

Die letzten Wochen gab es ein straffes Programm

Auf stolze 29 Ordensbälle und Prunksitzungen bei Gastvereinen könne die Gesellschaft zurückblicken. Außerdem habe man sich an acht Umzügen sowie im sozialen Engagement beteiligt. Mit teilweise vier Besuchen in Senioren- und Kinderheimen täglich, ein straffes Programm, aber "dank eurem Einsatz haben wir alles gemeisert, ich bin stolz euer Präsident zu sein", lobt Bindereif die ehrenamtliche Arbeit seiner Truppe. Mit von der Partie ist auch Baubürgermeister Wilfried Hajek.

Aufgewachsen in Neuhausen auf den Fildern, eine Gegend, die mit Karneval nicht so viel am Hut hat, musste er sich in Heilbronn erst einmal daran gewöhnen. Mittlerweile steht für ihn fest: "Es würde etwas fehlen, gebe es den Karneval nicht." Außerdem hofft er mit Blick auf die Amokfahrt beim Rosenmontagsumzug im hessischen Volkmarsen, dass "es auch in Zukunft eine unbeschwerte Zeit bleiben wird, bei der Jeder das Gemeinschaftsgefühl zelebriert".

"Fasching hält jung"

Zwei Damen, die das Vereinsleben nun schon seit über 40 Jahren feiern, sind Marie (86) und Sophie (81), die abseits vom Karneval den Namen Elisabeth Gehrig und Ilse Hötzer tragen. Die Beiden schauen auf eine lange Büttenreden-Karriere zurück. "Wir fühlen uns nach wie vor sehr wohl", so Marie. Es habe sich nicht viel geändert über die Jahre, auf die Älteren achte man hervorragend.

Aber einen Unterschied zu früher gibt es dann doch: "Wir haben graue Haare bekommen und eine Brille auf der Nase", scherzt Sophie. Trotz des hohen Alters immer einen frechen Spruch auf den Lippen, was ist ihr Geheimnis? Marie muss nicht lange überlegen: "Fasching! Der hält jung."


Lisa Könnecke

Lisa Könnecke

Volontärin

Lisa Könnecke arbeitet seit Februar 2020 als Volontärin bei der Heilbronner Stimme.

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