Großprojekt Nonnenbuckel: Neubaugebiet für 1200 Bewohner

Heilbronn  Der Heilbronner Gemeinderat bringt Pläne für ein großes Neubaugebiet am SLK Klinikum am Gesundbrunnen auf den Weg. Die Stadtsiedlung GmbH investiert hier rund 50 Millionen Euro.

Von Kilian Krauth

Großprojekt Nonnenbuckel: Neubaugebiet für 1200 Bewohner

Der Nonnenbuckel liegt unterhalb des Klinikums am Gesundbrunnen. Bisher wird die Ecke überwiegend landwirtschaftlich genutzt. Schon Ende 2018 soll hier ein Neubaugebiet erschlossen werden. Foto: Dennis Mugler

 

Nonnenbuckel? Noch wissen die wenigsten Heilbronner, wo dieses Gewann überhaupt liegt: auf Neckargartacher Gemarkung zwischen SLK-Klinikum und Freibad am Gesundbrunnen. Bald wird der Nonnenbuckel in vieler Munde sein. Das städtebaulich wenig beschriebene Blatt, auf dem sich neben der DRK-Leitzentrale vor allem Felder und Bäume befinden, soll zum Neubaugebiet für 1200 Menschen werden. Schon Ende 2018 soll die Erschließung beginnen, 2019 könnte der Baustart sein.

Über 500 Wohneinheiten

Manche Stadträte ziehen bereits Parallelen zum Buga-Stadtteil Neckarbogen und seinen nachhaltigen Musterhäusern. Der Gemeinderat hat jetzt einen entsprechenden, 7,02 Hektar umfassenden Bebauungsplan auf den Weg gebracht. Er zeigt 22 punkt- und riegelförmige Wohngebäude mit 538 Wohneinheiten auf fünf bis sieben Stockwerken.

Das Wohngebiet selbst beansprucht die Hälfte der Gesamtfläche. Als öffentliche Grünflächen ausgewiesen sind 25 Prozent: hauptsächlich Streuobstwiesen und ein zentraler Spielplatz. Dem Straßenverkehr mit ringförmiger Erschließungsstraße bleiben 13 Prozent. 20 Prozent der Fläche sind als Sondernutzung wie etwa die bestehende DRK-Rettungswache und weitere Rettungseinrichtungen ausgewiesen. Auch Wohnheime fürs SLK-Personal, Ältere sowie andere soziale Einrichtungen sind vorgesehen.

Die städtebaulichen Pläne - sie tragen den Titel "Wohnen im Park" - stammen vom Büro Pesch Partner Architekten Stadtplaner (Stuttgart) und gingen aus einem Wettbewerb hervor, den die Stadtsiedlung Heilbronn GmbH ausgeschrieben hatte. Das kommunale Wohnbauunternehmen hat das Grundstück bereits gekauft und wird sowohl bei der Entwicklung als auch bei der Bebauung und Vermarktung den Hut auf haben. Projektmanager Wolf-Dieter Sprenger rechnet damit, dass die Stadtsiedlung rund 50 Millionen Euro in die Hand nehmen wird.

Rege Debatte im Gemeinderat

Großprojekt Nonnenbuckel: Neubaugebiet für 1200 Bewohner

Der Gemeinderat setzt große Hoffnungen in das Projekt. Wie CDU-Stadtrat Klaus Hackert erinnert, ist es Teil des städtischen Aktionsprogramms Wohnen und soll vor allem die Not an erschwingliche und kleineren Wohnungen auffangen. Von einem "Glücksfall für die Stadtentwicklung" spricht Rainer Hinderer (SPD). Es liege am Stadtrand und doch nicht im Außenbereich, sei gut an den ÖPNV angebunden, Läden und Kinderbetreuung seien nicht weit. Weiter regt Hinderer an, über den notwendigen Umweltbericht hinaus wegen der Saarlandstraße auf den Lärmschutz zu achten. Dies sieht auch Alexander Habermeier (Grüne) so, der hier den Begriff einer "grünen Pufferzone" gebraucht. Insgesamt attestiert er "eine gute Qualität und angemessene Dichte". Dass der Anteil an bezahlbaren Wohnraum "mindestens 30 Prozent und mehr" betragen werde, ließ er sich von Oberbürgermeister Harry Mergel versichern.

Auch wenn das Gebiet Teil der Neckargartacher Gemarkung ist, liegt es doch näher am Böckinger Kreuzgrund, weiß Herbert Burkhardt (FWV). "Wir müssen also aufpassen, dass es kein Satellit wird und auf eine vernünftige Sozialstruktur mit entsprechenden Angeboten achten." Einen städtebaulich gelungenen Anschluss ans benachbarte Klinikum erkennt Gottfried Friz (FDP), während Alfred Dagenbach (Pro) das Neubaugebiet lieber im Bereich des näher am Neckarbogen gelegenen Neckargartens gesehen hätte. "Gespannt, ob alles auch so wird, wies im Plan gezeigt ist", zeigt sich die Bunte-Liste-Rätin Birgit Brenner.