Genug Fünftklässler für Werkrealschulen

Heilbronn  Von einst 40 Werkrealschulen in der Stadt und im Landkreis Heilbronn sind inzwischen zehn übrig. Die drei Schulen in der Stadt haben stabile Anmeldezahlen für Klasse fünf und wissen: Im Laufe der Jahre werden die Schülerzahlen weiter steigen.

Von Tanja Ochs

Genug Fünftklässler für Werkrealschulen

Die Albrecht-Dürer-Schule in Neckargartach startet seit Jahren mit einer fünften Klasse, ab Klasse sieben gibt es dann zwei Züge.

Foto: Archiv/Berger

Vierzehn künftige Fünftklässler haben am landesweiten Anmeldetag ihre Unterlagen in der Albrecht-Dürer-Schule in Heilbronn abgegeben - zwei weniger als die vom Kultusministerium geforderte Mindestzahl. Für Schulleiterin Julia Meister kein Grund zur Sorge: "Wir sind nicht gefährdet." Die Anmeldezahl sei stabil und seit März weiter gestiegen.

Einige Grundschüler, die bereits im Haus sind, haben sich erst später angemeldet. "Viele Eltern geben den Zettel nicht ab, weil sie glauben, die Kinder seien ja schon im Haus", erzählt Meister. Außerdem gebe es in der Stadt immer Zu- und Wegzug. Sitzenbleiber und Inklusionskinder sind in der ursprünglichen Zahl ebenfalls nicht berücksichtigt. Seit dem offiziellen Stichtag im März hat sich die Zahl inzwischen auf 20 Fünftklässler erhöht. Ebenso viele Schüler haben sich für die Rosenauschule entschieden, 51 haben die Wilhelm-Hauff-Schule gewählt. Dort wird es ab September zwei fünfte Klassen geben.

Bei zu wenigen Schülern droht das Aus

Die drei Heilbronner Werkrealschulen sind damit auf der sicheren Seite. Wer weniger als 16 Anmeldungen hat, bekommt laut Ministerium eine schriftliche Aufforderung zur Schulentwicklung. Wegen zu geringer Schülerzahlen droht dann das Aus der weiterführenden Schule. 2010 gab es noch 40 Haupt- und Werkrealschulen in der Stadt und im Landkreis Heilbronn, heute sind es noch zehn. Aus den anderen Schulen wurden Grund- oder Gemeinschaftsschulen.

Bei den drei verbliebenen Heilbronner Werkrealschulen steigen die Schülerzahlen in der Regel mit zunehmender Stufe. Seit Jahren starten Rosenau- und Albrecht-Dürer-Schule einzügig in Klasse fünf, spätestens ab Klasse sieben gibt es jedoch ausreichend Schüler für zwei Züge. "Wir sind die Liebe auf den zweiten Blick", sagt Julia Meister. Mancher Schüler findet den Weg an die Werkrealschule erst über einen Umweg. In der Rosenauschule bespielsweise wurden laut Rektorin Heidi Günther aus 20 Fünftklässlern im Laufe des Jahres 31.

Manchen Schülern macht das mittlere Niveau der Realschule in Klasse fünf und sechs Probleme, andere kommen nicht in der Gemeinschaftsschule klar. Und wählen so am Ende doch die Werkrealschule für ihren Abschluss.

Vielfalt in der Schullandschaft

"Es ist wichtig, dass unsere Schulart nicht abgeschafft wurde", betont Julia Meister. Das bedeute Vielfalt in der Schullandschaft. In der Werkrealschule werde passgenau gefördert und enger angeleitet. Der Fokus liegt auf Berufsberatung und Persönlichkeitsentwicklung, die tägliche Arbeit mit den Schülern sei sehr persönlich. "Manche Kinder brauchen das", erklärt die Schulleiterin.

Auch das Aus anderer Werkrealschulen mache sich bei den Zahlen bemerkbar: Zehn Zehntklässler der Staufenbergschule besuchen ab September die Albrecht-Dürer-Schule, weil der Standort in Sontheim nur noch Grundschule sein wird. In der Abschlussklasse gibt es deshalb einen Aufnahmestopp. "Wir sind räumlich begrenzt", sagt Julia Meister.

Anmeldezahlen in Heilbronn

In Heilbronn werden die meisten Fünftklässler ab September ein Gymnasium besuchen. 520 Schüler haben sich angemeldet. 361 haben sich für eine Realschule entschieden, 120 werden Gemeinschaftsschüler, 70 Kinder wählten zum Stichtag im März eine Werkrealschule. Inzwischen sind die Zahlen noch gestiegen.

Die meisten künftigen Gymnasiasten wollen am Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium die Hochschulreife ablegen. Das Theodor-Heuss-Gymnasium bleibt das kleinste seiner Schulart. Bei den Realschulen hat die Heinrich-von-Kleist-Realschule den größten Zulauf. Insgesamt wechseln im Land 15 Prozent der rund 83 600 Viertklässler auf eine Gemeinschaftsschule. Jeweils 60 Kinder haben im März in Heilbronn die Elly-Heuss-Knapp-Gemeinschaftsschule und die Fritz-Ulrich-Schule gewählt.

 


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