Falschparker stehen der Feuerwehr im Weg

Heilbronn  Gut drei Stunden war die Heilbronner Feuerwehr auf Kontrollfahrt durch die Stadt. In manchen Straßen standen dieses Mal weniger Falschparker im Weg. Trotzdem finden die Feuerwehrleute einige zugeparkte Notzugänge, die Einsätze im Ernstfall erschweren.

Von unserer Redaktion

Feuerwehr Heilbronn
Immer wieder machen Falschparker der Feuerwehr in Heilbronn das Durchkommen unmöglich. Foto: Mugler

Immer wieder erreichen die Stadtverwaltung Klagen aus der Bevölkerung über - vor allem in den späten Abend- und Nachtstunde - zugeparkte Rettungswege. Anwohner befürchten, dass im Einsatzfall ein Durchkommen der Rettungskräfte wegen verkehrswidrig abgestellter Fahrzeuge verzögert oder gar unmöglich gemacht wird.

Die Heilbronner Feuerwehr, das Amt für Straßenwesen und das Ordnungsamt der Stadt haben diese Hinweise jetzt erneut aufgenommen, um bei einer gemeinsamen Kontrollfahrt das Durchkommen großer Rettungsfahrzeuge zu überprüfen.

Rund um die Werderstraße hat sich die Situation verbessert

Bei den ersten Kontrollstellen in der Happelstraße und der Werderstraße zeigten sich keine Probleme bei der Durchfahrt der Einsatzfahrzeuge. In der Happelstraße waren alle ausgewiesenen Brandschutzzonen und Feuerwehrflächen frei von geparkten Fahrzeugen. Erfreulich war auch die Situation im verkehrsberuhigten Bereich Werderstraße. Es mussten dort zwar einige Fahrzeuge wegen Parkens außerhalb gekennzeichneter Flächen sowie im Bereich von Einmündungen mit Verwarnungsgeldern belegt werden, dennoch stellt dies gegenüber früheren Kontrollfahrten, bei denen die Durchfahrt oft komplett blockiert war, eine spürbare Verbesserung der Situation dar.

Im Bereich Nordheimer Weg/ Weberstraße in Neckargartach und in der Jäkleinstraße in Böckingen ergaben sich ebenfalls keine Probleme für den "Rettungskonvoi".

Probleme beim Durchkommen gibt es an anderer Stelle

Der Einmündungsbereich Friedrichstraße/Friedenstraße war allerdings zugeparkt. Hier hatte es auch bei vorangegangenen Kontrollfahrten Beanstandungen gegeben. Mehrere Fahrzeugführer eilten aus angrenzenden Häusern herbei und fuhren weg. Hierdurch verhinderten sie ein Abschleppen ihrer Fahrzeuge mit hohen Abschleppkosten von insgesamt rund 200 Euro. Insgesamt sechs Verwarnungen wegen Falschparkens wurden ausgestellt. Einige der aufmerksam gewordenen Anwohner befürworteten die Kontrollaktion, zumal die Feuerwehr bei einem Wohnungsbrand vor wenigen Wochen Probleme hatte, den Einsatzort zu erreichen.

Zu tatsächlichen Abschleppmaßnahmen kam es anschließend im August-Schreiber-Weg, einer schmalen Seitenstraße zur Besigheimer Straße. Zwei Fahrzeuge blockierten dort komplett den Gehweg und behinderten das Durchkommen des großen Einsatzfahrzeuges der Feuerwehr.

Im Umfeld der Wartbergschule in der Nordstadt sowie der Lindenparkschule in der Kernstadt zeigten sich erfreulicherweise keine Probleme.

Die Bilanz der Kontrollfahrt lässt zu wünschen übrig

In der Heilbronner Innenstadt trafen die Kontrollfahrer auf unterschiedliche Situationen. Im Bereich Schulgasse, Querschulgasse, Franziskanerhof und Karlstraße mussten zahlreiche Fahrzeuge gebührenpflichtig beanstandet werden. In der Erhardgasse hingegen war das aus Brandschutzgründen angeordnete absolute Haltverbot frei von Falschparkern.

Nach der mehr als dreistündigen Kontrollfahrt durch Heilbronn ziehen die "Retter" eine gemischte Bilanz: Insgesamt wurden 43 gebührenpflichtige Verwarnungen erteilt und zwei Fahrzeuge abgeschleppt. Deutliche Verbesserungen gegenüber früheren Kontrollfahrten wurden in der Werderstraße und der Erhardgasse in der Heilbronner Kernstadt festgestellt. Ordnungsbürgermeisterin Agnes Christner appelliert deshalb an alle Verkehrsteilnehmer, die bestehenden Haltverbote - auch zur eigenen Sicherheit - unbedingt zu beachten. Sie kündigte an, die Kontrollaktionen fortzuführen.

Bewohner eines Grundstückes sollten sich bewusst sein, dass die Feuerwehr Zufahrtswege und Platz benötigt, um ihre Fahrzeuge und Rettungsgeräte aufzustellen. "Nicht nur auf der Straße behindern parkende Fahrzeuge oft unsere Einsätze", erklärt Frank Hachemer vom Deutschen Feuerwehrverband in Berlin. Auch auf den Grundstücken selbst gibt es Hindernisse. Wenn etwa rund um das Haus Büsche gepflanzt wurden, ist es schwer, die Rettungsleiter sicher aufzustellen. 

 


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