FDP will Medizin-Studienplätze in Heilbronn ansiedeln

Heilbronn  Die Heilbronner Liberalen haben ihren Plan für die Zeit nach der Buga vorgestellt. Neben der Stärkung des Hochschulstandorts durch Medizin-Studienplätze fordert die FDP eine Verwaltungsreform.

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Der 6. Oktober, der Tag, an dem die Bundesgartenschau zu Ende geht, stellt für die Heilbronner Liberalen eine Zäsur in der Stadtentwicklung dar: "Es müssen viele Dinge neu aufgestellt werden. Dafür bedarf es struktureller Veränderungen in der Verwaltung", sagte bei der Sommerpressekonferenz der Heilbronner FDP Nico Weinmann. Für den Landtagsabgeordneten und Vorsitzenden der FDP-Rathausfraktion heißt das konkret: "Ziel muss eine Verwaltungsreform sein."

Heilbronn müsse angesichts der sich verschlechternden Konjunktur relativ schnell Veränderungen einleiten. Für Weinmann bedeutet das unter anderem, neue Firmen abseits der Auto-Zulieferindustrie nach Heilbronn zu holen, und den Hochschulstandort weiter zu stärken, indem Medizin-Studienplätze, auch mit Blick auf die SLK Kliniken, angesiedelt werden: "Das ist ein mittel- bis langfristig zu realisierender Gedanke, aber wir müssen über den Tellerrand hinausblicken und laut denken", erklärte Nico Weinmann.

Statt Steuererhöhungen Verwaltungsabläufe vereinfachen 

Konkret geht es den Liberalen darum, die Einnahmeseite auch aufgrund geringer werdender Gewerbesteuer zu stabilisieren. Steuererhöhungen schließt der Heilbronner FDP-Bundestagsabgeordnete und Stadtrat Michael Link aber aus: "Es wäre der falsche Weg. Wir müssen die Firmen stärken und nicht zusätzlich belasten." Sinnvoller sei vielmehr, Verwaltungsabläufe zu vereinfachen und auf diese Weise Einsparungen zu erzielen. Privatisierung sei kein Thema.

Liberale fordern Verwaltungsreform

Die Freibäder der Stadt sollen behindertenfreundlicher werden.

Foto: Archiv/Berger

Die Heilbronner FDP treibt aber auch kleinere kommunalpolitische Themen um. So regte Link an, die Becken der Heilbronner Freibäder bereits für die kommende Badesaison barrierefrei zu machen: "Daran zeigt sich, wie eine Stadt mit ihren Behinderten umgeht", sagte der FDP-Politiker. Die Kosten für die Umsetzung dürften dabei keine Rolle spielen.

Intelligente Verkehrsleitsysteme umsetzen 

Neue Wege gehen muss nach Ansicht von FDP-Stadtrat Gottfried Friz der Heilbronner Handel: "Die Menschen bewerten das Image immer noch als schlecht." Deshalb wollen die Liberalen, dass zunächst an kleinen Stellschrauben gedreht wird. So müsse es endlich "grüne Welle" auf den Straßen geben, intelligente Verkehrsleitsysteme müssten rasch umgesetzt und die Gestaltungsrichtlinien überarbeitet werden. "Der Heilbronner Handel braucht weniger Uniformität. Die Gestaltungsrichtlinien schießen über das Ziel hinaus", kritisierte der selbstständige Kaufmann Gottfried Friz. Aber auch für das Wollhauszentrum und den Barthel müssten jetzt schnellstens Lösungen her.

Kunden könnten zudem mit einer attraktiven Vinothek in die Stadt geholt werden. Und der sehr erfolgreiche Abendmarkt müsse noch mehr in die Stadt getragen werden: "Wir müssen neue Wege gehen und mehr Flexibilität finden", bemerkte Friz.

 

Joachim Friedl

Joachim Friedl

Stv. Leiter der Stadtkreis-Redaktion

Joachim Friedl arbeitet seit Ende 1979 bei der Heilbronner Stimme. Sein Arbeitsschwerpunkt ist die Kommunalpolitik. 

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