Eine tolle Chance für beide Städte

Noworossijsk  Die Heilbronner Stadträte stehen der Städtepartnerschaft mit Noworossijsk aufgeschlossen gegenüber. Bei der viertägigen Delegationsreise zeigten sie sich von der Herzlichkeit der Menschen beeindruckt.

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An der Stadtgrenze von Noworossijsk wurde die Delegation am frühen Abend nach alter regionaler Tradition mit Brot und einem Wodka empfangen.

Das Fazit der Stadträte, die an der viertägigen Delegationsreise nach Noworossijsk teilnahmen, fiel durchweg positiv aus. Alle haben die Erwartung, dass sich eine lebendige Partnerschaft entwickelt.

Kommunale und außenpolitische Wirkung

Thomas Randecker (CDU): "Die Erwartungen haben sich übererfüllt. Ich bin tief beeindruckt. Es ist für Heilbronn richtig und wichtig, die Städtepartnerschaft einzugehen. Die Beteiligung der Heilbronner Delegation an der Gedenkfeier anlässlich des Tages der Befreiung von Hitler-Deutschland hatte nicht nur eine große kommunale, sondern auch außenpolitisch unheimliche Wirkung."

Verständnis füreinander schaffen

Wolf Theilacker (Grüne): "Die russische Seite ist an einem Austausch und insbesondere an Investitionen sehr interessiert. Beim Tag der Befreiung hat man gemerkt, dass die schmerzvolle Vergangenheit eine sehr große Rolle spielt. Deshalb ist es wichtig, dass Deutschland und Russland nie mehr gegeneinander in den Krieg ziehen, sondern über einen partnerschaftlichen Austausch Verständnis füreinander schaffen."

Unterschiede zwischen Arm und Reich

Rainer Hinderer (SPD): "Ich habe eine Stadt angetroffen, die mein bisheriges, sicher defizitäres Russlandbild ein stückweit korrigiert hat. Man kann nicht von Mangelwirtschaft reden was die Sinnhaftigkeit des EU-Embargos in Frage stellt, zumal die Menschen nicht unbedingt davon betroffen sind. Noworossijsk ist eine prosperierende Stadt, aber auf den zweiten Blick fällt auf, dass es große Unterschiede zwischen Arm und Reich gibt."

Eine tolle Chance für Heilbronn

Herbert Burkhardt (FWV): "Es ist eine phänomenale Stadt und bietet unglaubliche Perspektiven. Ob die Heilbronner aber durch die relativ anstrengende Anreise die Partnerschaft annehmen, wird die Zukunft zeigen. Eine tolle Chance für uns bietet die Stadt am Schwarzen Meer aber allemal."

Nico Weinmann (FDP): "48 Stunden ermöglichen nur ein oberflächliches Bild, aber ich habe den Eindruck gewonnen, dass geografische und sprachliche Barrieren durch gastfreundliche Herzlichkeit kompensiert werden. Die Verantwortlichen von Noworossijsk haben ein gesteigertes Interesse an der Partnerschaft, um das Menschliche und Kulturelle zu stärken."

Hoffnung auf ein baldiges Ende des Embargos

Franziska Gminder (AfD): "Ich bin begeistert von der unglaublichen Gastfreundschaft unserer Gastgeber sowie der Schönheit und der Sauberkeit der Stadt. Für eine gedeihliche Partnerschaft müssen wir den Blick jetzt nach vorne richten. Ich habe die Hoffnung, dass auf höherer politischer Ebene derartige Partnerschaften mehr Verständnis finden und das unglückliche Embargo ein baldiges Ende hat."

 


Joachim Friedl

Joachim Friedl

Stv. Leiter der Stadtkreis-Redaktion

Joachim Friedl arbeitet seit Ende 1979 bei der Heilbronner Stimme. Sein Arbeitsschwerpunkt ist die Kommunalpolitik.

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