Eine Bildungsstätte mit Strahlkraft erhält einen Neubau

Heilbronn  Der Heilbronner Gemeinderat bringt den Bau einer neuen Gerhart-Hauptmann-Schule auf den Weg. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 15,5 Millionen Euro. Mit dem Bau soll im kommenden Jahr begonnen werden.

Von Joachim Friedl
Eine Bildungsstätte mit Strahlkraft

Generationen von Kindern wurden in der "Pavillonschule" auf den Ernst des Lebens vorbereitet. 2020 entsteht hier die neue Gerhart-Hauptmann-Schule.

Foto: Mario Berger

Die bisher an zwei Standorten untergebrachte Gerhart-Hauptmann-Schule wird als vierzügige Grundschule an der Nahtstelle Karlstraße/Siebennussbaumstraße neu errichtet. Der Heilbronner Gemeinderat genehmigte jetzt einstimmig die voraussichtlichen Kosten für den Neubau in Höhe von 14,9 Millionen Euro sowie knapp 600.000 Euro für den Abriss der Pavillongebäude und die befristete Anmietung von sechs eingeschossigen Schulcontainern. Das Land gewährt einen Zuschuss von zwei Millionen Euro.

Die Container werden zu Beginn des kommenden Jahres am Rand der Schulsportanlage an der Oststraße für etwa 24 Monate aufgestellt. Sie sind Ausweichquartier für fünf Klassen einschließlich Verwaltung. Zwölf Grundschulklassen sind bereits Anfang 2018 einstweilig in ein umgebautes Bürogebäude an der Adelberger Straße umgezogen. Baustart der neuen Gerhart-Hauptmann-Schule soll im Frühjahr 2020, Fertigstellung Ende 2021 sein.

Die Schule wird ein kompakter dreieckiger Neubau

Die neue Schule, für den das Architekturbüro Broghammer/Jana Wohlleber nach einem europaweiten Wettbewerb verantwortlich zeichnet, ist als kompakter dreieckiger Neubau mit drei Vollgeschossen und einem Untergeschoss konzipiert, der den baulichen Abschluss der Wohnbebauung zwischen Karl- und Schillerstraße bilden wird. Der Pausenhof wird nach den Plänen "großzügig und gut besonnt" und bietet Sitzmauern, Flächen für sportliche Aktivitäten sowie eine Kletter- und Balancierspielanlage. Die großen Bäume im Osten des Grundstücks werden erhalten, der Walnussbaum am Haupteingang wird gefällt.

Die neue Gerhart-Hauptmann-Schule ist einfach und übersichtlich organisiert: Alle Gemeinschaftsbereiche wie Mensa und Ganztagsräume sowie der Verwaltungs- und Lehrerbereich liegen im Erdgeschoss, die Unterrichtsräume befinden sich in den Obergeschossen. Die Raumtrennwände sind nicht tragend und können bei Bedarf umgesetzt werden. Auf dem Dach wird eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von zehn Kilowatt-Peak installiert. Der erzeugte Strom wird vorrangig selbst genutzt.

Mittagessen-Versorgung ist gewährleistet

Die Pkw-Stellplätze für die Lehrer werden aufgrund der beengten Fläche in einer Tiefgarage untergebracht. Die Zu- und Ausfahrt erfolgt von der Karlstraße aus. Fahrradstellplätze gibt es entlang des bestehenden Fußweges.

Für die Mittagessen-Versorgung der Schüler und Lehrer ist eine Schulmensa als Regenerierküche eingeplant, die nach dem System Cook & Chill betrieben wird. Das heißt, dass die Speisen in einer externen Küche zubereitet und im gekühlten Zustand angeliefert werden. Vor Ort werden die Speisen dann erwärmt und ausgegeben. Verpflegt werden können rund 230 Essensteilnehmer.

Lob aus der Mitte des Gemeinderats

Von einer "schlüssigen Planung" sprach der CDU-Fraktionsvorsitzende Thomas Randecker und sagte: "15 Millionen Euro sind viel Geld, aber mit dem Neubau geht die Stadt in die richtige Richtung." Es werde vernünftig und zukunftsgerichtet gebaut. Auch für SPD-Stadtrat Gerd Kempf passt die neue Schule in das 21. Jahrhundert: "Es wird ein hervorragendes Konzept umgesetzt."

"Wir stehen voll hinter dem Schulbauprojekt", sagte Heiner Dörner für die Freien Wähler. Eva Luderer von den Grünen appellierte an die Verwaltung, den Heilbronner Weg so lange weiterzuführen, bis der Neubau bezogen ist. FDP-Stadtrat Gottfried Friz sprach bereits von einer Vorzeigeschule, und Birgit Brenner (Bunte Liste) merkte an: "Die neue Schule wird super."


Nach einem schlesischen Dichter benannt
 
Am 19. April 1966 wurde die Gerhart-Hauptmann-Schule mit 660 Schülern bezogen. Sie war auf dem Gelände der ehemaligen Moltkekaserne erbaut worden. Benannt wurde die Schule nach dem schlesischen Dichter Gerhart Hauptmann (1862 bis 1946). Mit dem Schuljahr 1979/80 erhielt die Gerhart-Hauptmann-Schule das Pavillongebäude in der Siebennussbaumstraße. Die Mörike-Realschule, die den Pavillon zuvor genutzt hatte, war nach Sontheim-Ost umgezogen. In der Türkei gibt es eine Partnerschule: Die Adile-Mermerci-Schule in Gökova.

 


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