Duell der Pyro-Teams beim Feuerwerksfestival endet unentschieden

Heilbronn  Beim Feuerwerksfestival "Flammende Sterne" hat das griechische Team am Samstag im Heilbronner Wertwiesenpark mit der ersten Show vorgelegt. Das chinesische Team folgte am Sonntag. Nun entschied die Jury das Duell für unentschieden.

Von Marie-Luise Schächtele
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Vor dem Metallgitter, das beim Festival „Flammende Sterne“ im Wertwiesenpark Zuschauerbereich und Feuerwerksgelände voneinander abtrennt, warten dicht gedrängt Menschen.  „Das Essen ist schön, die Musik, das ganze Grundstück“, sagen Isabel Bulmer, Emilie Herzfeldt und Melina Schraag, die aus Neckarsulm gekommen sind. Man muss sich für 18 Euro eine Eintrittskarte besorgen, wenn man das Spektakel sehen will. Die Veranstalter Gesellschaft für Marketing und Presseservice mbH (MPS) haben die Höhe des Feuerwerks so geplant, dass man von außen so gut wie keine Einsicht in den Park hat.

Als es dämmert, strömen alle zum Teil des Geländes, in dem sich die Lichtershow abspielen wird

Es dämmert, Feuerkünstler und Falkner beenden ihre Vorführungen. Die Besucher ziehen von Ständen, Foodtrucks und Bierbänken in den hinteren Teil des Festivalgeländes um.

Feuerwerke, die in Form von Geysiren in die Luft steigen. Goldregen, Funkeln und Glitzer: Farben und Effekte wechseln sich ab. Sie folgen zu lauter Popmusik erst schnell und üppig aufeinander, dann langsam und schlichter zu Liebesballaden. Beeindruckend sind die Höhen bis zu 150 Meter, mit denen die Feuerwerkskörper emporsteigen.

Den Zuschauer soll vor allem die Show ansprechen

Am Samstag präsentierten griechische Pyrotechniker ihre zwanzigminütige Show „Elevation“. Foto: Mario Berger

Am Samstag präsentieren griechische Pyrotechniker ihre zwanzigminütige Show „Elevation“. Am Sonntag zeigte eine chinesische Gruppe mit der Show „Chinese Porcelain“ ihr Können. Das griechische Team stelle schon in der vierten Generation Feuerwerk her, erzählt Pyrotechniker Filippos Nanos. Die Ideen entstünden im Kopf und würden dann programmiert. „Elevation soll uns von dem ablenken, was uns tagtäglich beschäftigt.“ Ling Wu von der chinesischen Feuerwerk-Firma Hefung Fireworks will mit den Lichteffekten am Sonntag ein ganzes Märchen erzählen, von einem Mädchen und einem Jungen, die sich in Schmetterlinge verwandeln.

Hier ein Eindruck vom Feuerwerk der Chinesen am Sonntagabend. Foto: Joachim Mell

Eine sechsköpfige Jury, der Pyrotechniker angehören, entscheidet, welches der beiden Teams am Ende gewinnt. Aber: „Wir arbeiten alle für jeden“, wie Filippos Nanos feststellt. Die Zuschauer soll vor allem die Show ansprechen. Was sich Wettbewerb nennt, gibt den Firmen die Chance, Neues auszuprobieren. In der Pyrotechniker-Szene kennt man sich. „Wir überlegen, was für die Besucher attraktiv sein könnte“, sagt Veranstalter Joachim Berner. So entscheide man sich für die Teams.

Jury entscheidet: Duell der Pyro-Teams endet unentschieden

Am Ende fällte die Jury beim Duell des chinesischen mit dem griechischen Feuerwerker-Team ein seltenes Urteil: Beide hatten exakt gleich viele Punkte gesammelt – Unentschieden. Die beiden Feuerwerksshows seien extrem unterschiedlich gewesen, beide auf hohem Niveau, erklärt Sprecherin Elke Cosmo. Die Griechen hätten durch Präzision, exakten Gleichklang mit der Musik, sehr schöne Effekte wie im Fallen mehrfach explodierende Elemente gepunktet. Die Chinesen hätten ein sehr poetisches Feuerwerk gezeigt, sehr voluminös und die verschiedenen Ebenen durch immer neue Impulse gut genutzt. Cosmo: „Ein gerechtes Unentschieden.“

Bis zu 8.000 Zuschauer kamen in den Wertwiesenpark, die Vorverkaufszahlen lagen gestern noch nicht vor. Samstagabend war der Besuch aus Sicht der Veranstalter sehr gut, am Sonntag hätten sie mehr erwartet. Auf 10.000 Fans hatten sie gehofft. Die Buga als Konkurrenz und die Pfingstferien dürften eine Rolle gespielt haben.

Viele junge Familien besuchen das Ereignis

Viele junge Familien besuchen das Ereignis, so wie die von Maraike Schnura (31) aus Heilbronn, die mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern da ist. Im Bollerwagen hatten sie eine Picknickdecke dabei. Die haben sie nun, wie viele andere Besucher, aufs Gras gelegt, um von dort aus den Leuchteffekten zuzuschauen. Jessica Dathe ist mit ihrem Mann, der den Sohn auf dem Arm trägt, aus Besigheim nach Heilbronn gekommen. „Ich denke, er hält so lange durch“, sagt sie. Die Gastronomen sind zufrieden. „Die Stände sind versteckt“, sagen Melanie Schmidt und Nicole Schramm, die Schmuck verkaufen. Man hätte sie auch stärker bewerben können, schlagen sie vor.

Sind Feuerwerke noch vertretbar, wenn dadurch in großen Mengen gesundheitsschädlicher Feinstaub freigesetzt wird? „Es gibt so viele andere Sachen, die die Luft verpesten“, sagt Monika Mani (56) aus Eppingen. „Da macht so ein Feuerwerk nichts aus.“ Trotzdem hält sie es für sinnvoll, an Silvester nur ein Großfeuerwerk zu veranstalten. „Wir haben unser Feuerwerk an Silvester mit mehreren Leuten zusammengelegt“, erzählt sie. „Mein vierjähriger Sohn liebt Feuerwerk“, sagt Maraike Schnura. Aber nicht nur die Feinstaubdiskussion hält sie für richtig. Auch den Müll, der durch das Feuerwerk entsteht, und den Krach lehnt sie ab.

 


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