Böllerverbot an Silvester könnte Heilbronner Innenstadt betreffen

Heilbronn  Die Deutsche Umwelthilfe beantragt den Stopp von Feuerwerken in 31 Innenstädten mit hoher Feinstaubbelastung. Der Heilbronner Oberbürgermeister Mergel lässt eine Bannzone zwischen Mannheimer- und Weinsberger Straße sowie Ost-, Süd- und Weststraße prüfen.

Von Joachim Friedl
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Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat in 31 Städten ein Verbot privater Silvesterböllerei beantragt - als Maßnahme zur Luftreinhaltung. Die Stadt Heilbronn ist bereits einen Schritt weiter.

Wie Oberbürgermeister Harry Mergel auf Anfrage erklärte, habe er das städtische Ordnungsamt angewiesen, ein solches Verbot in der Innenstadt zwischen der Mannheimer Straße/Weinsberger Straße, Oststraße, Südstraße und Weststraße vorzubereiten. Geprüft wird gleichzeitig, ob die Stadt außerhalb dieser Grenzen eine öffentliche Ersatzfläche für private Silvesterböllerei zur Verfügung stellen kann.

Ersatzfläche außerhalb der Böller-Verbotszone

Wie der Heilbronner Oberbürgermeister betonte, sei sein Vorstoß keine direkte Reaktion auf die Deutsche Umwelthilfe, sondern sei schon vor einiger Zeit gefallen. "Wer das Thema Luftreinhaltung ernst nimmt, muss leider auch über den für manchen schmerzhaften Schritt eines Böllerverbots nachdenken", sagte Mergel. Mit 25 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft ist die Feinstaubbelastung in Heilbronn nach Angaben der DUH "besonders hoch".

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Bereits anlässlich des Internationalen Feuerwerksfestivals Flammende Sterne im Juni hatte Mergel die Grundsatzfrage gestellt, wie mit Feuerwerken künftig umgegangen werden soll. In Heilbronn gibt es pro Jahr drei große Feuerwerke: beim Volksfest, Flammende Sterne und an Silvester.

Auch Ludwigsburg zieht ein Verbot in Betracht

Neben Heilbronn beantragte die Deutsche Umwelthilfe jetzt beim Regierungspräsidium Stuttgart ein Silvester-Böllerverbot für Stuttgart, Esslingen, Ludwigsburg und Reutlingen. Darüber hinaus sollen Verbote für bundesweit 26 weitere Städte verhängt werden. Auch die Stadt Ludwigsburg zieht ein Verbot der Silvester-Böllerei in Betracht. Allerdings müsse dazu eine Rechtsgrundlage vorliegen, hieß es beim Amt für Sicherheit und Ordnung.

Der DUH geht es vor allem um belastete Innenstädte. "Wir wollen keine Spaßbremse aufbauen. Die Menschen sollen sich auch weiterhin an Silvesterfeuerwerken erfreuen können", sagte Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Die Feuerwerke könnten auch von professionellen Veranstaltern außerhalb der Stadtzentren organisiert werden. Möglich sei auch die Einrichtung von Gebieten, in denen privat geböllert werden dürfe.

Umwelthilfe will keine Spaßbremse aufbauen

Umweltschützer warnen schon lange vor der hohen Feinstaubbelastung durch die Böllerei. "Viele Hunderttausend Menschen mit Atemwegserkrankungen müssen sich zum Jahrswechsel in ihren Wohnungen regelrecht luftdicht verbarrikadieren", so Resch. Die DUH will notfalls auch vor Gericht ziehen.


Böllerverbot in historischen Altstädten hat einen anderen Hintergrund

In historischen Altstädten der Region gilt seit etwa zehn Jahren ein Böllerverbot in der Silversternacht. Beschränkungen ausgesprochen haben unter anderem Bad Wimpfen, Eppingen, Jagsthausen, Neudenau, Neuenstadt, Möckmühl und Öhringen. Anlass für den Böllerbann in Altstädten war jedoch nicht die Feinstaubbelastung, sondern die Sorge vor Bränden. Wer trotzdem Raketen abschoss, beging eine Ordnungswidrigkeit und musste theoretisch mit einem Bußgeld rechnen. Dennoch wurden die böllerfreien Zonen häufig ignoriert. 

 


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