Benefizlauf für Nepal: 24 Stunden auf den Beinen

Heilbronn  Rund um den Heilbronner Wertwiesenpark fand seit dem frühen Samstagvormittag ein 24-Stunden-Lauf statt. Der Erlös der Veranstaltung kommt einem Sozialprojekt zugute. Dabei wurde sogar ein Weltrekord aufgestellt.

Von Leonard Schnepf
Email

Startpunkt war das nepalesische ASV Restaurant der Familie Thapa, die mit dem Erlös von 6.650 Euro zusammen mit der Accenon Software und Hardware GmbH aus Leingarten ein Sozialprojekt im Nepalesischen Jamunapur unterstützt. Neben 4.500 Euro erlaufenem Spendengeld sponsern die Bavaria GmbH aus München und die L-mobile solutions GmbH aus Sulzbach an der Murr das Projekt mit jeweils 1.000 Euro. Auch die Kreissparkasse Heilbronn bezuschusst den Benefizlauf mit 150 Euro.

Rund 250 Läufer und Spaziergänger nahmen von Samstag- bis Sonntagvormittag an der Veranstaltung teil. Das Ziel, mit möglichst vielen gelaufenen Runden einen hohen Spendenbetrag zu erzielen, war der Ansporn für eine besonders gute Laufleistung: Für eine Runde mit exakt 2,47 Kilometern Länge zahlen die Sportler mindestens einen Euro für das Projekt. Die meisten Läufer haben aber Sponsoren, die den Spendenbetrag deutlich erhöhen – wie hoch die persönliche Spende letztendlich wird, entscheidet aber die individuelle Laufleistung. Den Sportlern stand frei, wann sie starten und wie lange sie laufen möchten. 

Insgesamt 250 Läufer trotzen der Kälte

Trotz der Kälte standen bereits zum Startschuss am Samstag, 10 Uhr, mehr als 100 der insgesamt 250 Läufer bereit, um mit jeder gelaufenen Runde einem guten Zweck zu dienen. „Wir wollen lachen, Spaß haben und damit Gutes tun“, sagt der Bad Rappenauer Matthias Stärk aus dem Team „Kokosnussschüttler“. Es sei zwar kalt, aber mit guter Laune lasse sich so einiges aushalten. Besonders motiviert zeigt sich auch sein Teamkollege Angelo Avino aus Weinsberg. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, die gesamte Strecke mit einem Baumstamm zu bestreiten. Die Veranstalter sind positiv überrascht, wie viele Läufer sich schon morgens auspowern wollen: „Mit so einem Ansturm haben wir am Anfang gar nicht gerechnet“, gibt Organisator Christian Schad zu. 

Pünktlich zum Start stand auch eine vierköpfige Feuerwehrtruppe aus unterschiedlichen Orten bereit. Sie hatten Großes vor: Das Ziel des vierköpfigen Gespanns war es, in kompletter Feuerwehrmontur so schnell wie möglich jeweils 10 Runden plus eine Schleife von 300 Metern zu laufen, um mit einer Gesamtstrecke von etwa 100 Kilometern Höchstleistung zu erbringen. „Wir wollen jeweils 25 Kilometer laufen und damit den ersten Weltrekord in dieser Disziplin aufstellen“, erklärt der 45-jährige Kai Eichler ihr Vorhaben kurz nach dem Startschuss. Ein Teamwettbewerb sei für sie aber Neuland.

Neuer Weltrekord 

An Erfahrung mangelt es den ambitionierten Feuerwehrleuten jedoch nicht: Eichler lief schon 41 Stunden am Stück in voller Einsatzmontur auf einem Laufband. Sein Kollege Andreas Michalitz ist amtierender Weltrekordhalter im Treppensteigen gegen die Laufrichtung einer Rolltreppe. Während die Feuerwehrmänner noch vor ihrem Start entspannt auf das Treiben im Wertwiesenpark blicken, ist Kollegin Steffi Saul schon seit 10 Uhr mit Feuerwehrstiefeln, Helm, Atemschutzgerät und Sauerstoffmaske im Einsatz. Am frühen Morgen ist klar: Das Team hat den Weltrekord in weniger als 15 Stunden aufgestellt.  

Nach 24 Stunden voller Schlaflosigkeit und Kälte zeigen sich die Veranstalter dennoch zufrieden. „Trotz der harten Bedingungen haben wir die Nacht gut überstanden“, resümiert Christian Schad. Der Schneefall habe sowohl den Sportlern, als auch den Helfern eine harte Nacht beschert. 

Bessere medizinische Versorgung

Hintergrund der Veranstaltung ist neben der Freude am Laufen aber vor allem die Unterstützung des Aufbaus eines Gemeindezentrums im nepalesischen Jamunapur. Den Bewohnern des kleinen Dorfes soll eine bessere medizinische und finanzielle Versorgung ermöglicht werden. Außerdem soll den Einheimischen eine Begegnungsstätte geboten werden, in der sie sich austauschen und weiterbilden können.

Zu Beginn des Benefizlaufes gaben die Veranstalter den tapferen Läufern für die harten nächsten Stunden noch eins mit auf den Weg: „Ihr müsst immer lächeln, das motiviert“. 


Kommentar hinzufügen