Beistand für "Erlebnisweg" durch den Lerchenbergtunnel

Heilbronn  Das Heilbronner Rathaus unterstützt den Verein "Erlebnisweg Lerchenbergtunnel" bei der Umsetzung, die ehemalige Bottwarbahntrasse zu einem Rad- und Fußweg umzubauen. Die Baukosten werden auf rund 500.000 Euro beziffert.

Von Joachim Friedl
Beistand für Erlebnisweg am Lerchenberg

Bei einem symbolischen Freischnitt der Bahntrasse machten am vergangenen Sonntag Mitglieder des Vereins "Erlebnisweg Lerchenbergtunnel" wieder einmal auf das Projekt aufmerksam.

Foto: Mario Berger

Es ist in den letzten Monaten ruhig geworden um den 350 Meter langen, 117 Jahre alten Lerchenbergtunnel und die 1,2 Kilometer lange Bahntrasse zwischen dem Südbahnhof und der Jägerhausstraße. Doch hinter den Kulissen wird das Projekt ehrgeizig weiterverfolgt.

"Wir sind zufrieden mit der Heilbronner Stadtverwaltung, dass sie sich jetzt für unser Anliegen stark macht", freut sich Heidrun Landwehr vom Verein "Erlebnisweg Lerchenbergtunnel".

Gespräche mit der Bahn laufen

Auf Initiative von Oberbürgermeister Harry Mergel und des gemeinnützigen Vereins hat das Rathaus zwischenzeitlich das Gespräch mit der Bahn gesucht, nachdem vor gut einem Jahr die Verwaltung das Projekt noch aus Kosten- und Sicherheitsgründen ad acta gelegt hatte.

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Habhaftes ist bei den Unterredungen bis jetzt aber noch nicht herausgekommen: "Bei der Bahn geht alles sehr zäh vonstatten", bedauert Landwehr, die auch Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Heilbronn ist.

Komfortable Verbindung in die Innenstadt

Wie berichtet, soll nach dem Willen des Vereins auf der seit Jahren nicht mehr befahrenen einspurigen Bottwarbahntrasse ein Rad- und Fußweg angelegt werden. "Er ist naturnah, autofrei, steigungsfrei und deshalb eine komfortable Verbindung zwischen der südlichen Innenstadt und den Wohngebieten und Grünbereichen im Osten der Stadt", betont Erlebnisweg-Vorsitzender und Stadtrat Wolf Theilacker die Vorteile.

Investitionskosten liegen bei einer halben Million

Den Gesamtaufwand, um den Lerchenbergtunnel und die Bahntrasse für Fahrradfahrer, Skater und Fußgänger umzubauen, beziffert Helmuth Etzler, Vorstandsmitglied des Vereins "Erlebnisweg Lerchenbergtunnel", auf rund eine halbe Million Euro.

Die Stadt, Spender und Zuschussgeber wie das Land, der Bund und die Europäische Union könnten den Betrag finanzieren: "An der Stadt sollen nicht mehr als 50 Prozent der Bauinvestitionen hängen bleiben", sagt Theilacker. Heidrun Landwehr spricht in diesem Zusammenhang von einem "sehr guten Nach-Buga-Projekt".

Planungsrate für den Doppelhaushalt 2019/2020

Um eine erste Planungsrate für das Vorhaben auf den Weg zu bringen, sucht der Verein die Nähe der Kommunalpolitik. Über die Gemeinderatsfraktionen von SPD und Grünen soll im Rahmen der anstehenden Beratungen zum Doppelhaushalt 2019/2020 ein Betrag über 50.000 Euro eingestellt werden.

Die Befürworter des Projekts setzen dabei auf die wachsende Popularität der Bottwarbahntrasse als Rad- und Fußweg. So findet man seit geraumer Zeit Einzelheiten auf der Internet-Plattform "bahntrassenradeln.de".

"Die ehemalige Verbindungsbahn vom Südbahnhof zum Heilbronner Hauptbahnhof hätte einen hohen Freizeitwert", freut sich Theilacker.

Derzeit läuft die Entbehrlichkeitsprüfung

Voraussichtlich 2020/2021 will die Deutsche Bahn AG über den Verkauf des kleinen Bottwarbahn-Trassenstücks entscheiden. "Bahn-intern läuft derzeit eine Entbehrlichkeitsprüfung", weiß Helmuth Etzler. Danach kommt die Entwidmung. Ein Kaufpreis wird öffentlich noch nicht kommuniziert. Vor Jahren verlangte die Bahn für ein vergleichbares Projekt im Raum Wuppertal drei Euro pro Quadratmeter.

 

 

 


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