Beim Ausbau des schnellen Internets will Heilbronn Gas geben

Heilbronn  Bis zum Herbst sollen 32 Breitband-Versorgungsbereiche auf den Standard von 100 Megabit pro Sekunde ausgebaut werden. Auch das Online-Angebot der Stadt soll besser auf die Bedürfnisse der Bürger zugeschnitten werden.

Von Joachim Friedl
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Beim Ausbau des schnellen Internets will Heilbronn Gas geben. Foto: Kay Taenzer/AdobeStock

Der Glasfaserausbau kommt in Deutschland nur schleppend voran. Für Oberbürgermeister Harry Mergel Anlass, für seine Stadt Ehrgeiz zu entwickeln: "Wir wollen auf diesem Feld schnellstens spitze werden", sagt er im Jahresgespräch mit der Heilbronner Stimme. Aus diesem Grund wird die Stadtverwaltung in den nächsten Wochen ein Gutachten zum Aufbau eines flächendeckenden Glasfasernetzes in Auftrag geben. Für die Erstellung dieser Studie wurden 50.000 Euro an Bundesfördergelder beantragt. Ziel ist, bis zum kommenden Herbst 32 Breitband-Versorgungsbereiche der Telekom auf den Standard von 100 Mbit/s auszubauen.

Digitale Bürgerdienste sollen Gang ins Rathaus überflüssig machen

Ein weiteres Anliegen ist Mergel, das städtische Onlineangebot noch besser auf die Bedürfnisse der Bürger zuzuschneiden und "damit landesweit vorbildhaft zu werden". Dazu soll das Angebot, wie er sagt, "hochgradig personalisiert werden". Angestrebt wird, mehr Bürgerdienste komplett digital abwickeln zu können, so dass der Gang ins Rathaus entfallen kann.

Um hier vorne mit dabei zu sein, hat sich Heilbronn beim Wettbewerb "Digitale Zukunftskommune" des Landes Baden-Württemberg beworben. Partner sind die Buga GmbH, die Heilbronn Marketing GmbH, die Hochschulen und die regionalen Wirtschaftskammern. Für die Bewerbung hat der Gemeinderat Ende des vergangenen Jahres 1,1 Millionen Euro bereitgestellt. Erhält die Stadt den Zuschlag, würde das Land den Betrag auf 2,2 Millionen Euro verdoppeln. Beworben haben sich sieben Städte und drei Landkreise. Vier von ihnen können gewinnen. Entsprechend gespannt blickt Oberbürgermeister Mergel auf den 3. Mai − an diesem Tag werden die Gewinner mitgeteilt. Die Laufzeit des Projekts beträgt 36 Monate.

Öffentliches WLAN im Stadtkern und auf dem Buga-Areal

Im ersten Halbjahr 2018 wird nach dem Marktplatz und dem Bereich Marrahaus/Inselspitze die Untere Neckarstraße und der Platz am Bollwerksturm mit öffentlichem WLAN ausgestattet. Umgesetzt wird das Projekt von der Zeag Energie AG. Mittelfristig soll im Stadtkern, von der Allee bis zum Hauptbahnhof und von der Mannheimer Straße bis zum Wollhaus, öffentlichem WLAN nutzbar sein. Bis zur Eröffnung der Bundesgartenschau in gut einem Jahr soll auch das gesamte Buga-Gelände mit einem WLAN-Netz ausgestattet sein.

Aufbauen wird die Stadt Heilbronn nach den Worten von Oberbürgermeister Mergel ein kommunales Nachhaltigkeitsmanagement. Innerhalb der kommenden beiden Jahre sollen dafür 13 Maßnahmen umgesetzt werden. Mergel nennt unter anderem die Entwicklung eines Leitbildes, die Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichts, die Zertifizierung als Fairtrade-Town und die Bildung eines Beirats für Nachhaltigkeit. "Beim Klimaschutz", sagt Mergel, "wird sich die Stadt künftig stärker am Klimaschutzziel der Bundesrepublik orientieren. Die Emissionen sollen um 80 bis 95 Prozent reduziert werden.

 

Zur Person

Harry Mergel (62) ist seit 1. Mai 2014 Oberbürgermeister der Stadt Heilbronn. In der Kommunalpolitik ist der gebürtige Heilbronner seit 1989 aktiv. Zunächst als Stadtrat, dann als Vorsitzender der SPD-Gemeinderatsfraktion. 1999 unterlag er Helmut Himmelsbach bei der damaligen OB-Wahl. Ab 2005 war Mergel bis zu seiner Wahl zum Oberbürgermeister Dezernent für Soziales, Kultur, Sport und öffentliche Sicherheit. Der Mitbegründer des Gaffenberg-Festivals ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. 


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