Bauboom verleiht Heilbronn Dynamik

Heilbronn  Beim aktuellen Städteranking der "Wirtschaftswoche" und dem Internetportal Immobilienscout24 schneidet Heilbronn gut ab. Unter anderem wegen steigender Mieten in der Stadt.

Von Jürgen Paul

Bauboom verleiht Heilbronn Dynamik

Der anhaltende Bauboom (wie hier auf dem Bildungscampus) hat Heilbronn einen guten Platz im Städteranking verschafft.

Foto: Christian Gleichauf

 

Beim aktuellen Städteranking der "Wirtschaftswoche" und dem Internetportal Immobilienscout24 schneidet Heilbronn gut ab. Untersucht wurden alle 71 kreisfreien Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern. Aus 88 Einzelindikatoren aus den vier Bereichen Arbeitsmarkt, Wirtschaftsstruktur, Immobilienmarkt und Lebensqualität erstellten die Macher der Umfrage drei Ranglisten:ein Niveauranking, ein Dynamikranking und und ein Zukunftsranking.

Immobilienmarkt entwickelt sich sehr gut

Beim Dynamikranking, das die Entwicklung bestimmter Bereiche wie Bauaktivität, Arbeitsmarkt oder kommunale Steuerkraft in den zurückliegenden fünf Jahre berücksichtigt, liegt Heilbronn auf dem siebten Platz. In Baden-Württemberg ist Heilbronn sogar die dynamischste Großstadt. Bundesweit lagen in dieser Kategorie München, Berlin und Ingolstadt vorne.

Vor allem zwei Gründe sind für das gute Abschneiden Heilbronns verantwortlich: Die Entwicklung des Wohnungsneubaus (inklusive Umbauten), der in den letzten fünf Jahren um 8,1 Prozent zulegte. Und der rasante Anstieg der Mietpreise im selben Zeitraum um 36,1 Prozent. "Nirgendwo hat sich der Immobilienmarkt in den vergangenen Jahren so gut entwickelt wie in in Heilbronn", heißt es in der Studie. Hohe Mieten und Immobilienpreise werden als "Attraktivitäts-Indikator positiv" gewertet - auch wenn das betroffene Wohnungssuchende anders sehen dürften.

Viele überschuldete Haushalte

Eine bessere Platzierung Heilbronns verhinderte der leicht gestiegene Anteil an überschuldeten Privatpersonen - hier liegt die Stadt im Bundesranking auf Platz 59. Den gleichen schlechten Rang erhält Heilbronn bei der Veränderung der Jugendarbeitslosigkeit, die in den vergangenen fünf Jahren demnach leicht gestiegen ist.

Im Niveauranking, das die Ist-werte auf dem Arbeitsmarkt, in der Wirtschaft, auf dem Immobilienmarkt und bei der Lebensqualität (ohne subjektive Aspekte wie Schönheit oder Atmosphäre einer Stadt) vergleicht, kommt Heilbronn auf Platz 25. Positiv wurde die Arbeitsplatzversorgung gewertet, die mit einer Quote von 72,7 Prozent den zweitbesten Wert aller Städte aufweist. Beim Wohnungsneubau belegt die Stadt den sechsten Platz.

Geringe Abiturquote belastet

Negativ zu Buche schlagen im Niveauranking die geringe Abiturquote Heilbronns, die mit 25,8 Prozent des Schuljahrgangs 2016 bundesweit auf Platz 70 landet. Beim sogenannten Erschwinglichkeitsindex, der sich aus dem Wohnkostenanteil am durchschnittlichen Haushaltsnettoeinkommen ergibt, liegt Heilbronn mit einem Wert von 12,8 Prozent auf dem letzten Platz aller 71 bewerteten Großstädte.

München liegt auch beim Niveauranking vorne, es folgen Ingolstadt und Stuttgart. Bei den zehn zukunftsfähigsten Städten siegte Darmstadt vor Erlangen und Stuttgart. Sie haben bei Themen wie Breitbandversorgung, Ingenieurquote, Patentanmeldungen, Industrie 4.0 oder Zahl der Künstler die Nase vorn. Heilbronn schaffte es nicht in die Top Ten.