Angespannte Situation im Heilbronner Tierheim

Heilbronn  Das Tierheim in Heilbronn hat Vierbeiner aus nicht-artgerechter Haltung aufgenommen. Auch deswegen sind jetzt alle Hundeboxen belegt. Es stehen keine Reservekapazitäten mehr zur Verfügung.

Von unserer Redaktion
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Im Tierheim sind alle Hundeboxen belegt.

Foto: Dennis Mugler

 "Das gab es noch nie", erklärt Silke Anders, Vorsitzende des Tierschutzvereins Heilbronn und Umgebung, in einer Pressemitteilung. Grund für die angespannte Situation sind unter anderem mehrere Tiere, die aus nicht-artgerechter Haltung befreit und ins Tierheim gebracht wurden. Als Beispiel nennt sie vier verwahrloste Yorkshire-Terrier (fünf bis acht Jahre alt) und zwei Windhunde (geboren 2019), die allesamt aus einem Haushalt geholt wurden. Die Vierbeiner müssen tierärztlich betreut werden, bei den Yorkshire-Terriern sind Zahn-Sanierungen notwendig.

In den vergangenen drei Wochen nahm das Tierheim-Team insgesamt zehn Hunde entgegen, darunter ein Rottweiler, ein stark vernachlässigter Golden Retriever und ein Fundhund aus einer Landkreis-Gemeinde, den sieben Zentimeter lange Krallen am Laufen hindern. Mit der steigenden Zahl an beschlagnahmten oder abgegebenen Hunden kämpft das Heilbronner Tierheim nicht allein. "Anderen Tierheimen geht es genauso", sagt Anders. Das Grundproblem sei, dass zahlreiche Menschen sich leichtfertig Hunde anschaffen, deren Vorgeschichte sie nicht kennen oder über deren Rasseeigenschaften sie sich nicht informiert haben. Oder sie seien gar nicht geeignet, Hunde zu halten. "Viele schaffen sich einen Hund an, geben ihn wieder ab oder setzen ihn sogar aus. Und am Ende landen die Tiere dann bei uns", sagt Anders. Eine einfache Lösung für das Problem gebe es nicht. Aus Sicht der Tierschützer könnte aber ein Hundeführerschein helfen, die Situation zu verbessern.

Tiere mit schwierigen Charakteren schwer vermittelbar

Jeder vermittelte Hund nimmt etwas Druck vom Heilbronner Tierheim. Allerdings: "Wir haben inzwischen 30 bis 40 Hunde, die wir nur an Spezialisten vermitteln können", erklärt Silke Anders. Ihre Vorgeschichte hat die Hunde zu sozialen Problemfällen gemacht. Die Tiere mit schwierigen Charakteren seien nicht nur schwer vermittelbar, sie erhöhen auch den Aufwand für das Tierheimpersonal und müssen häufig einzeln gehalten werden.

Ganz grundsätzlich können Hunde oder Katzen erst dann abgegeben werden, wenn die Eigentumsverhältnisse geklärt sind. Häufig legen Halter, denen Tiere abgenommen wurden, Widerspruch ein. 

 


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