2021 gelten in Heilbronn neue Kulturförderrichtlinien

Heilbronn  Der Heilbronner Gemeinderat muss dem Regelwerk allerdings noch zustimmen. Das künftige Zuschussmodell besteht aus einer Strukturförderung, einer Impulsförderung und der Förderung musizierender Vereinigungen.

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2021 gelten in Heilbronn neue Kulturförderrichtlinien

Auch die Förderung von Chören − hier der Heinrich-Schütz-Chor bei einem Konzert in der Kilianskirche − wird 2021 auf eine neue Grundlage gestellt.

Foto: Archiv/Berger

Ab 1. Januar 2021 gelten in Heilbronn, vorbehaltlich der Zustimmung des Gemeinderats, neue Kulturförderrichtlinien. Erarbeitet wurden sie vom städtischen Schul-, Kultur- und Sportamt in Zusammenarbeit mit der Stuttgarter Agentur Kulturgold. Grundlage ihrer Arbeit war die Ende 2018 beschlossene Kulturkonzeption. Gelten wird ab dem kommenden Jahr nun ein dreisäuliges Fördermodell, bestehend aus einer Strukturförderung, der Impulsförderung und der Förderung musizierender Vereinigungen.

Im Detail sehen die drei Fördermodelle wie folgt aus:

Strukturförderung: Förderwürdig sind ausschließlich gemeinnützige Einrichtungen, Vereine oder andere Zusammenschlüsse. Sie müssen einen wesentlichen Beitrag zur kulturellen Grundversorgung der Heilbronner Bürger und des Umlands leisten, mit renommierten Künstlern zusammenarbeiten, Nachwuchsförderung betreiben und kulturelle Bildungsarbeit für Kinder und Jugendliche leisten.

Darüber hinaus müssen mindestens drei von sechs Kriterien erfüllt werden, deren Inhalte sich beispielsweise mit der Vermittlung des kulturellen Erbes, einer modellhaften Kulturentwicklung, gesellschaftlichen Fragen oder zeitgemäßer Programmatik beschäftigen.

Impulsförderung: Zusammengefasst ist hier die Unterstützung von Projekten und Konzepten. Bezuschusst werden zum Beispiel Vorhaben, die singulär in Heilbronn sind, Synergien freisetzen oder die Partizipation vorsehen. Bei der Konzeptförderung werden Projekte gefördert, die über einen Zeitraum von maximal zwei Jahren laufen, die die Vielfalt der Heilbronner Bevölkerung abbilden, sich mit Megatrends kritisch auseinandersetzen oder Räume alternativ bespielen.

Bei der Projektförderung liegt der Höchstsatz bei 10.000 Euro, bei der Konzeptförderung bei höchstens 5000 Euro.

Musik und Gesang: Die Förderung umfasst folgende zwei Säulen:

  • Strukturförderung: Hier sollen musizierende Vereinigungen, die wesentlich zur musikalischen Grundversorgung der Heilbronner Bürger beitragen und die das musikalische und kulturelle Erbe der Stadt repräsentieren, unterstützt werden.

  • Projektförderung: Hier werden Vorhaben gefördert, die Heilbronn regional und überregional als Kultur- und Musikstadt repräsentieren, Bildungsarbeit für Kinder und Jugendliche leisten oder aktuelle Ansätze berücksichtigen.

Einzelheiten sind genau geregelt

Antragsberechtigt sind eingetragene gemeinnützige Vereine, Verbände und Dachorganisationen, die seit mindestens drei Jahren in Heilbronn ansässig sind, deren Angebot in Heilbronn stattfindet, mindestens 20 aktive Erwachsene oder zehn jugendliche Mitglieder haben und die einen Mitgliedsbeitrag von mindestens 30 Euro pro Jahr erheben. Anträge stellen können ferner Vereine, Chöre und Orchester. Gewährt werden Mietkosten-, Jugendförder-, Dirigenten- und Jubiläumszuschüsse. Außerdem werden Defizite bei Events teilweise abgedeckt.


Joachim Friedl

Joachim Friedl

Stv. Leiter der Stadtkreis-Redaktion

Joachim Friedl arbeitet seit Ende 1979 bei der Heilbronner Stimme. Sein Arbeitsschwerpunkt ist die Kommunalpolitik. 

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