144 Planer wollen Schule an der Karlstraße bauen

Heilbronn  Spannend: Die Stadt Heilbronn stellt die Sieger des Architekturwettbewerbs zum Neubau für die Gerhart-Hauptmann-Grundschule an der Karlstraße vor.

Von Kilian Krauth

144 Planer wollen Schule an der Karlstraße bauen
Das Modell zeigt vorne den geplanten Schulneubau vor einem sechsstöckigen Wohnhaus an der Karlstraße in der Heilbronner Oststadt. Fotos: Dennis Mugler

Neue Mensen, Sporthallen oder Umbauten an Schulen gibt es in Heilbronn viele. Nun plant die Stadt erstmals seit den 1970er Jahren wieder ein ganz neues kommunales Schulgebäude: und zwar am östlichen Ende der Karlstraße, auf einem zipfelförmigen, 45 Ar großen Grundstück, auf dem derzeit zwei alte Pavillons für Grundschüler der 100 Meter entfernten Gerhart-Hauptmann-Schule (GHS) stehen.

Falls alles glatt läuft, können die 16 Klassen mit rund 400 Schülern zum Schuljahr 2020/21 in den Neubau einziehen. Im Etat sind bereits zwölf Millionen Euro für das Gebäude reserviert, in dem sich einmal auf 2500 Quadratmetern Nutzfläche neben Klassenzimmern und Büros auch eine Mensa, ein Gymnastikraum und eine Tiefgarage befinden werden.

Vorweihnachtliche Freude

"Es freuen sich alle riesig auf die neue Schule," versichert Schulamtsleiter Karin Schüttler. Pünktlich zum Weihnachtsfest stellten Bildungsbürgermeisterin Agnes Christner und Baudezernent Wilfried Hajek gestern mit dem Vorsitzenden des Preisgerichts, Mark Arnold vom Stuttgarter Büro Architekten 109, die Ergebnisse eines europaweiten Architekturwettbewerbs vor. 144 Bewerbungen waren eingegangen, überwiegend aus Deutschland, aber auch aus Helsinki, Madrid und Wien.

144 Planer wollen Schule an der Karlstraße bauen
Die siegreichen Architekten Katja Seiffert und Michael Franke, deren Pläne wie die von anderen 22 Finalisten ab 8. Januar im Technischen Rathaus ausgestellt sind.

Nach einer Vorauswahl plus Losverfahren nahm eine 22-köpfige Jury aus Architekten, Eltern, Lehrern, Stadträten und Verwaltungsleuten 23 Arbeiten unter die Lupe. Rektorin Michaela Weinreuter merkte gegenüber der Stimme an, in den Gesprächen sei "Achtsamkeit spürbar: Man wird gehört und sucht gemeinsam gute Lösungen". Jurysprecher Arnold lobte derweil die bundesweit wahrgenommene Wettbewerbskultur der Stadt Heilbronn, woraus Neubauten entstünden, die in der Regel gestalterisch, städtebaulich, funktional und wirtschaftlich optimiert seien.

Die Hauptgewinner und der Sieger

Im aktuellen Wettbewerb, den sich die Stadt 54 000 Euro kosten lässt, werden fünf Arbeiten besonders hervorgehoben. Anerkennungen - und damit je 5000 Euro - gehen an Franz und Sue ZT aus Wien und an Studiobornheim aus Frankfurt. Dritter sind Ackermann + Raff, Stuttgart, die 10 000 Euro bekommen, Zweiter Broghammer, Jana, Wohlleber aus Zimmern ob Rottweil (14 000 Euro), die die Katholische Freie Schule St. Kilian in der Südstadt bauten. Gewinner sind Franke Seiffert aus Stuttgart (20 000 Euro), deren Entwurf damit laut Hochbauamtschef Johannes Straub beste Chancen hat, bis 2020 Wirklichkeit zu werden.

Heilbronnerin mit im Boot

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Ein Blick ins Schuljahr 2020/21: Die durch großzügige Fenster mit Holzelementen gegliederte Fassade zeigt im Erdgeschoss einen hellen Kunststein und oben Klinker.

Katja Seiffert, eine gebürtige Heilbronnerin, die zuvor bei Bechler, Krummlauf, Teske angestellt war, und ihr Kollege Michael Franke nennen als ihre Kerngedanken "städtebauliche Maßstäblichkeit und Identifikation der Schüler mit ihrer Schule". Dazu haben sie im südlichen Grundstück zwei kompakte Baukuben platziert, die wie eine eckige Acht verzahnt sind und zwei Lichthöfe bilden. Die durch Fenster mit Holzelementen gegliederte Fassade zeigt im Erdgeschoss hellen Kunststein, oben Klinker.

Vom Haupteingang komme man "ins Herz des Gebäudes", so der Jurysprecher, mit einer vielfältig bespielbaren Innenfläche, an die Büros und die Mensa angeordnet sind, über die sich das Gebäude nach Norden zur großzügigen Freifläche öffnet; drei geschützte Bäume bleiben übrigens erhalten. Die Klassenzimmer sind stufenweise auf die zwei Obergeschosse verteilt.

Schulentwicklung in der Stadt

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Der Neubau resultiert aus dem Schulentwicklungsplan, über den die Fritz-Ulrich-Gemeinschaftsschule (derzeit 370 Schüler) Anfang 2018 von Böckingen an den Standort der GHS verlegt wird. Bis der Neubau fertig ist, dienen auch Container und ein ehemaliges Bürohaus an der Adelberger Straße 8 als Klassenräume. Die GHS-Werkrealschule mit aktuell noch 118 Schülern an der Außenstelle Wartbergschule sowie die Fritz-Ulrich-Grundschule mit derzeit noch 29 Schülern laufen aus.

 

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