Menschen auf zugefrorenen Seen sorgten am Wochenende für einige Einsätze von Polizei und Ordnungsamt

Region  Zahlreiche Menschen haben sich am Wochenende auf zugefrorenen Seen in der Region beim Schlittschuhlaufen vergnügt. In einigen Fällen reagierten Polizei und Kommunaler Ordnungsdienst.

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Ein Mann spielt auf dem Trappensee Eishockey. Foto: Adrian Hoffmann

Zahlreiche Menschen waren am Wochenende auf zugefrorenen Seen beim Schlittschuhlaufen anzutreffen. In allen bekannten Fällen seien jeweils Platzverweise von der Polizei ausgesprochen worden, sagt Heilbronns Polizeisprecher Gerald Olma. Diese seien auch verständnisvoll befolgt worden.

Grundsätzlich müssten Seen erst von den Kommunen fürs Eislaufen freigegeben werden, ehe sie betreten werden dürfen. 

Schlittschuhläufer waren vielerorts anzutreffen 

In Heilbronn waren unter anderem im Wertwiesenpark und auf Pfühl- und Trappensee Schlittschuhläufer anzutreffen. Auch am Montag noch wurden manche Flächen genutzt. Auf der Trappensee-Eisdecke trainierte beispielsweise ein Nachwuchs-Eishockeyspieler. „Auf dem Pfühlsee ist es nicht so gut“, sagt er, „da liegen viele Stöcke im Weg.“

Am Trappensee waren am Wochenende Kinder auf der brüchigen Eisfläche gemeldet worden, ebenfalls im Wertwiesenpark. Der Kommunale Ordnungsdienst griff ein.

Im Landkreis waren nach Erkenntnissen der Polizei am Mühlbachsee in Untereisesheim, im Stadtseepark in Weinsberg, am Fleiner See, auf dem Annasee bei Beilstein und auch auf dem Breitenauer See Eisläufer unterwegs. Der Restbestand an Wasser auf dem Breitenauer See war offenbar ausreichend fürs Schlittschuhlaufen, 30 Personen sind dort nach Angaben der Polizei festgestellt worden.

Wie Polizeisprecher Gerald Olma schildert, agieren die Behörden beim Thema Eislaufen auf zugefrorenen Seen grundsätzlich vorsichtig. Es gebe die Möglichkeit, dass Behörden ihre Seen zum Eislaufen freigeben – dies aber nur, wenn konstant Minusgrade herrschten und absolut kein Restrisiko bestehe. „Gemeinden machen das nicht gerne, weil sie dann auch die Verantwortung tragen“, erklärt Olma.

80 Menschen beim Eislaufen festgestellt

Der Annasee in Beilstein-Gagernberg sei zum einen wegen Einbruchgefahr gesperrt worden, zum anderen wegen der Gefahr, dass Corona-Verordnungen missachtet werden. Die Polizei hatte dort am Samstag 80 Menschen beim Eislaufen festgestellt. Beilsteins Bürgermeister Patrick Holl machte sich vor Ort selbst ein Bild von der Situation. im Anschluss umzogen Polizisten den See mit rotem Polizeiabsperrband.

Das strenge Vorgehen der Behörden löst bei manchen Menschen Unverständnis aus. „Mal ganz ehrlich: Bei 16.500 Quadratmeter Fläche bleiben selbst bei 80 Eisläufern über 200 Quadratmeter Platz pro Person“, schreibt ein Eisläufer an die Redaktion, der am Sonntag mit Schlittschuhen in der Hand vor dem gesperrten Annasee stand. „Die Ansteckungsgefahr ist da bei Discountern derzeit wesentlich größer.“ Es sei leider so, dass Einzelne über das Los der Familien entscheiden dürften, die mit ihren Kindern etwas Abwechslung im tristen Alltag suchten. „Es ist mehr als traurig, dass dazu ein einziger Anruf von Spaziergängern genügt.“

Minusgrade seien keine Garantie für Tragfähigkeit von Eisdecken 

Der baden-württembergische Landesverband der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft warnt indes vor dem Betreten von dünnen Eisflächen. Die bisher anhaltenden Minusgrade seien keine Garantie für die Tragfähigkeit von Eisdecken auf Seen und Flüssen, heißt es in einer Pressemitteilung. „Die Plusgrade der kommenden Tage machen die Situation noch gefährlicher.“

Der Verband appelliert an Eltern, die Gefahren dünner Eisdecken ernst zu nehmen. „Wer unsicher ist, kann die Tragfähigkeit des Eises beim zuständigen Amt erfragen“ sagt Armin Flohr, Präsident des DLRG-Landesverbands. Es sei auch wichtig, Kinder für die Gefahr zu sensibilisieren.

Manch zugefrorene Eisdecke wurde auch von der Polizei unbemerkt zum Schlittschuhlaufen genutzt, so zum Beispiel der Römersee in Bad Rappenau.

 


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Adrian Hoffmann

Adrian Hoffmann

Reporter

Adrian Hoffmann ist Redakteur im Reporterteam der Heilbronner Stimme. Diese Einheit berichtet über das tagesaktuelle Geschehen in der Region und kümmert sich um investigative Recherchen.

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