Weniger Restmüll und gerechtere Kosten

Region  Steigende Abfallgebühren für die Haushalte im Landkreis Heilbronn ab dem kommenden Jahr sowie das Defizit bei der Abfallwirtschaft von rund einer dreiviertel Million Euro im vergangenen Jahr hat jetzt die CDU-Fraktion des Kreistages auf den Plan gerufen.

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Die Recycling-Quote im Landkreis soll höher werden. Die CDU hat die Verwaltung beauftragt, sich Gedanken zu machen, wie das erreicht werden kann.

Foto: Archiv/Möllers

Steigende Abfallgebühren für die Haushalte im Landkreis Heilbronn ab dem kommenden Jahr sowie das Defizit bei der Abfallwirtschaft von rund einer dreiviertel Million Euro im vergangenen Jahr hat jetzt die CDU-Fraktion des Kreistages auf den Plan gerufen. In einem Schreiben an Landrat Detlef Piepenburg fordern die Unionsvertreter die Verwaltung auf, sich Gedanken über eine Verbesserung des Abfallwirtschaftssystems zu machen. "Die Anträge sind umfangreich und müssen jetzt geprüft werden", sagt Manfred Körner, Sprecher des Landratsamts.

Drei-Punkte-Papier

"Uns ist das Thema wichtig", sagt der CDU-Fraktionssprecher und Bürgermeister von Massenbachhausen, Nico Morast. Insgesamt enthält das Papier drei Punkte. Das Augenmerk liegt dabei neben einer Reihe von Dienstleistungsangeboten für die Bürger auf einer möglichst hohen Recycle-Quote und damit verbunden auf der Reduzierung der Restmüllmenge.

Mit Blick auf den demographischen Wandel hat die Union zu allererst ältere und pflegebedürftige Menschen im Blick. Sie seien häufig nicht mobil und alleinstehend, so dass sie aufgrund "ihrer Einschränkungen und ihrer persönlichen Lebenssituation keine Möglichkeit haben Recyclingabfälle zu den Annahmestellen zu bringen", heißt es in dem Prüfantrag der CDU.

"Die Lösungsansätze dafür können vielfältig sein", sagt der Fraktionsvorsitzende. Als Gedanken bringt er etwa einen Abholservice ins Spiel. In seiner Gemeinde gebe es zwar viel Unterstützung im Rahmen der Nachbarschaftshilfe. Morast schwebt allerdings flächendeckend eine systematische Lösung vor. Orte seien schließlich ganz unterschiedlich geprägt. "Das ist kein einfaches Thema. Wir sind in der Frage ergebnisoffen."

Müllmarken digital verkaufen

Darüber hinaus will die CDU-Fraktion in ihrem Antrag prüfen lassen, ob im Zuge "der fortschreitenden Digitalisierung die Möglichkeiten zur Einführung eines online-Verkaufs für Müllmarken, Banderolen und Abfallsäcke" umsetzbar wäre. Immerhin übernehmen derzeit Gemeindeverwaltungen und Unternehmen vor Ort den Verkauf. Laut Morast sollte die Verwaltung ausrechnen, ob ein Online-Angebot weniger Aufwand bereite und damit günstiger wäre.

Gerechtere Kostenverteilung

Und schließlich beantragt die CDU eine frühzeitige Prüfung, ob ein neues Abrechnungssystem eingeführt werden kann. "Das neue System soll die Abfallgebühren verursachergerecht erheben und zuweisen", heißt es in dem Papier. Ein neues System könne frühestens 2023 umgesetzt werden, weil dann die bisherigen Verträge auslaufen.

Über den Antrag wird voraussichtlich nicht vor dem nächsten Frühjahr im Kreistag diskutiert. "Die Punkte werden jetzt geprüft", so Behördensprecher Körner.


Wolfgang Müller

Wolfgang Müller

Autor

Wolfgang Müller arbeitet seit Oktober 2000 in der Regionalredaktion der Heilbronner Stimme. Derzeit berichtet er hauptsächlich aus dem Zabergäu.

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