Weiter viel Unsicherheit bei Fahrplan für Kitas

Region  Am Montag soll die eingeschränkte Regelbetreuung in den Kitas anlaufen. Das hatte das Kulturministerium in Aussicht gestellt. Die Träger warten auf konkrete Vorgaben. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) dämpfte die Erwartungen.

Von Elfi Hofmann und dpa

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Für Eltern würde ein reduzierter Regelbetrieb Entlastungen bringen.

Foto: dpa

Darauf warten Eltern und Kinder schon lange: Am Montag könnte eine eingeschränkte Regelbetreuung in den Kitas erlaubt sein. Das hatte das Kulturministerium in Aussicht gestellt.

Bis zu 50 Prozent der Kinder sollten nach und nach wieder die Einrichtungen besuchen dürfen. Die Träger warten auf konkrete Vorgaben. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) dämpfte die Erwartungen.

Eisenmann: Nicht jeder wird gleich einen Platz haben

Wenn die Kitas ab Montag die Betreuung von Kindern ausweiten dürfen, werden nicht alle interessierten Eltern sofort einen Zuschlag erhalten. Kultusministerin Eisenmann sagte am Donnerstag in Stuttgart, dass die Kita-Träger Vorlauf für ihre Planung und Organisation bräuchten. Wie schnell eine Kita für weitere Kinder geöffnet wird, hänge auch von der jeweiligen räumlichen und personellen Situation ab.

Die Träger fühlten sich zuletzt im Ungewissen gelassen. Auch in Heilbronn wartet man auf konkrete Vorgaben. "Wir sind auf eine Ausweitung eingestellt und vorbereitet", sagt Claudia Küpper von der Pressestelle der Stadt. Allerdings sei eine Öffnung am Montag zeitlich wohl nicht mehr möglich. Wenn es zu einer Entscheidung komme, werde die Stadt Heilbronn die Umsetzung der Änderungen mit den örtlichen Kindergartenträgern abstimmen.

Welche Kinder dann zuerst in die Kitas zurück dürften, dafür gibt es verschiedene Modelle. Eine denkbare Variante sei die Rückkehr der Kinder, die im kommenden September eingeschult werden, so Claudia Küpper. "Dann könnten sie sich richtig von den Erziehern verabschieden", sagt sie. Wie die schrittweise Öffnung in der Praxis aussehen wird, weiß sie nicht. "Wir warten auf Weisungen vom Land." In Ludwigsburg reagiert der Erste Bürgermeister Konrad Seigfried ungehaltener: "Mit einer derartigen vollmundigen Ankündigung werden bei den Eltern Erwartungen geweckt, die wir vor Ort einfach nicht umsetzen können."

Runden Tisch in Aussicht gestellt

Auch der Deutsche Kitaverband kritisiert das Vorgehen des Landes. In der Verordnung vom 9. Mai stehe zum Thema reduzierter Regelbetrieb kein Wort. Demnach gebe es bis zum 15. Juni weiterhin nur eine erweiterte Notbetreuung. "Das ist ein großer Unterschied, da so der Großteil der Kita-Kinder weiter von der frühkindlichen Bildung ausgeschlossen bleibt", heißt es. Für die Notbetreuung sei nicht das individuelle Bedürfnis der Kinder nach professioneller Betreuung und Bildung und nach anderen Kindern ausschlaggebend, sondern, ob die Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiten. "Wir brauchen nach neun Wochen Kita-Lockdown aber endlich ein Angebot für alle Kinder. Vorschläge dazu haben wir längst gemacht", sagt Marko Kaldewey, Landesvorsitzender des Kitaverbands in Baden-Württemberg.

Die Gewerkschaft Verdi forderte am Donnerstag einen Runden Tisch mit allen Beteiligten. Eisenmann zeigte sich offen dafür. "Ich halte eine gemeinsame Verständigung über die notwendigen Maßnahmen und Schritte zur weiteren Öffnung der Kitas für sehr sinnvoll". Wer zu den Gesprächen einlädt und wann, war allerdings zunächst unklar. Nach Angaben des Ministeriums gehen schon wieder bis zu 25 Prozent der Kinder in die Kita.


Elfi Hofmann

Elfi Hofmann

Autorin

Als Redakteurin kümmert sich Elfi Hofmann seit April 2019 um Bad Rappenau, Siegelsbach, Massenbachhausen und Zaberfeld. 

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