Weindorf-Auslese bleibt der Region erhalten

Heilbronn  Elf Tage, 240 Veranstaltungen und 45 Orte: Veranstalter und Teilnehmer ziehen eine positive Bilanz zum Abschluss der Weindorf-Auslese . Sie wollen die Qualität erhalten.

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Am letzten Auslese-Wochenende erleben Besucher eine Auswahl der besten Riesling-Weine.

Foto: Christiana Kunz

Das Weindorf rund ums Heilbronner Rathaus vermissen alle. Das coronabedingte neue Format, die Weindorf-Auslese, hat sich allerdings etabliert und ist über eine reine Notlösung hinausgewachsen. Zum Abschluss der elftägigen Veranstaltungsreihe über Heilbronn hinaus ziehen alle ein positives Fazit. Tenor: Sie bleibt erhalten, auch wenn das Weindorf wieder Tausende Besucher anzieht.

Teilnehmer setzen auf Strahlkraft

240 Einzelveranstaltungen an 45 Orten, die überwiegend gut bis sehr gut besucht waren sie: Allein schon diese Bilanz kann sich sehen lassen. Martin Heinrich, engagierter Winzer aus Heilbronn, mahnt aber schon jetzt, den Namen weiterhin ernst zu nehmen. Auslese steht beim Wein für Qualität, er warnt vor "inflationären Veranstaltungen". Der Heilbronner sagt: "Wir müssen auf Qualität achten." Es zahlt sich seiner Ansicht nach aus, die Leistung herauszukehren. "Wir brauchen Strahlkraft nach außen."

Es gibt kein Konkurrenzdenken mehr

Die gibt es auch dank der überregionalen Kooperation durch die Auslese. Wenn Marian Kopp, Geschäftsführer der Lauffener Weingärtner, von einem "Wettbewerb der Talente" spricht, verbindet er damit kein Konkurrenzdenken. Heilbronner Weine beim Fest in Lauffen, Lauffener wie selbstverständlich in Heilbronn: "Jeder hat etwas gegeben", sagt er mit Blick auf die Auslese. Er versteht dabei die Kooperation auch darin, dass Vielfalt zu erleben ist. Es sind neue Formate entstanden, beispielsweise Veranstaltungen zu "Currywurst und Wein" oder "Maultaschen und Wein". Auch für Daniel Drautz, Geschäftsführer der Genossenschaftskellerei Heilbronn, ist die Auslese eine "erfolgreiche Veranstaltung".

Nico Weinmann, Vorsitzender des Verkehrsvereins, hat den Eindruck, dass Heilbronn beim Wein gerade Akzente setzt. "Überall spricht man über die Weindorf-Auslese", hat er bei Terminen im Land bemerkt. Mit der Auslese erreichten die Teilnehmer ein breites Publikum, dem man ein großes Angebot serviere.

Der Aufwand hat sich aus Sicht der Marketing-Gesellschaft gelohnt

Steffen Schoch, Geschäftsführer von Heilbronn Marketing, ist sehr zufrieden mit der Auslese, die in mehreren Städten und Gemeinden stattgefunden hat. "Der Aufwand hat sich gelohnt." Die Verantwortlichen wollen sich überlegen, wie es zukünftig mit Weindorf und der Auslese weitergeht. Zeitgleich lasse es sich nicht stemmen, sagt er. Allerdings schwebt ihm bereits vor, dass das Thema Wein über mehrere Monate bespielt wird.

Genügend Möglichkeiten sieht Steffen Schoch dafür. Einzelne Elemente der Auslese wie etwa "qualifizierte Weinveranstaltungen" will er ins Programm aufnehmen. Sie könnten an den neu gewonnenen Veranstaltungsorten wie dem Deutschhof stattfinden. Am dezentralen Ansatz über die Heilbronner Stadtgrenzen hinaus will er ebenfalls festhalten, um über diese Vielfalt ein Fenster in die Region zu öffnen. Die Richtung ist klar: Gezeigt werden solle, dass es weintouristische Angebote nicht nur in der Pfalz oder entlang der Mosel gebe, sondern auch in der Stadt Heilbronn und dem Heilbronner Land.

 


Simon Gajer

Simon Gajer

Autor

Simon Gajer kam im Jahr 2000 erstmals zur Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat und einem Jahr als freier Journalist in den USA ist er seit Herbst 2003 zurück in der Region: Zurzeit sucht er nach spannenden Themen im nördlichen Landkreis Heilbronn, vor allem aus den Städten Neckarsulm, Möckmühl und Neudenau.

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