Heilbronner Weihnachtsmarkt findet mit weitgehenden Freiheiten statt

Heilbronn  Die Stadt Heilbronn räumt bei der Vorstellung des Konzepts für den diesjährigen Weihnachtsmarkt viele Befürchtungen aus. Kontrollen soll es nur in zwei Zonen geben. Der HNV bietet freie Fahrt an allen Adventswochenenden an. Los geht's am letzten November-Donnerstag.

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Nach der Absage im vergangenen Jahr wird der Käthchen-Weihnachtsmarkt vom 25. November bis 22. Dezember stattfinden.

Foto: Veigel/Archiv

Während der Weihnachtsmann im finnischen Rovaniemi fleißig seine Geschenke verpackt und den Schlitten auf Vordermann bringt, steht jetzt in Heilbronn fest, wie der Käthchen-Weihnachtsmarkt in Corona-Zeiten ablaufen soll. Bei der Vorstellung des Konzepts kam sich auch Harry Mergel ein wenig wie der Weihnachtsmann vor.

"Es bietet sich an, von einer frohen Botschaft zu sprechen. Wir werden eine lebendige Innenstadt erleben, mit einem Weihnachtsmarkt, der alles bietet, was die Besucher schätzen", betont der Oberbürgermeister exakt vier Wochen vor der offiziellen Eröffnung am 25. November.

Tatsächlich hat sich die Stadt trotz mancher Unklarheit in der Corona-Verordnung des Landes dazu durchgerungen, auf größere Beschränkungen zu verzichten.

3G-Regel bei Speisen und Getränken

Kontrolliert wird nur im abgegrenzten gastronomischen Bereich rund um den Marktplatz und in einem kleineren Bereich am Kiliansplatz zwischen Kirche und Komödiantenbrunnen. Laut der morgen in Kraft tretenden neuen Verordnung gilt in der Basis- und Warnstufe die 3G-Regel in den Bereichen, in denen Speisen und Getränke zum sofortigen Verzehr verkauft werden. Wird die Alarmstufe erreicht, gilt 2G. 

Der Zugang am Marktplatz erfolgt vom Rathaus her, eventuell wird ein zweiter Zugang an der Stadtbahnhaltestelle eingerichtet. In der Sülmerstraße und Fleiner Straße können die Menschen dagegen frei flanieren. Nur beim Einkauf an den dortigen Speise- und Getränkeständen finden noch zusätzliche Kontrollen durch die Betreiber statt. Die vieldiskutierte Bändchenregel ist vom Tisch. "Es gibt sogar mehr Weihnachtsmarkt in der Innenstadt, als wir es bisher kennen", verspricht der Geschäftsführer der Heilbronn-Marketing GmbH (HMG), Steffen Schoch. So gibt es unter den insgesamt 70 Ausstellern zum ersten Mal einen kleinen Vergnügungspark mit Fahrgeschäften am Bollwerksturm. Der Weinpavillon an der Neckarbühne hat geöffnet und auch die Neckarmeile wird weihnachtlich dekoriert sein. "Neu ist auch ein Bähnchen, das zwischen dem Bollwerksturm und dem Hafenmarkt seine Runden dreht", betont Schoch.

Großzügige HNV-Regel

Wer mit den großen Bahnen oder Bussen fährt, hat an allen vier Adventswochenenden in Stadt, Landkreis und Hohenlohekreis freie Fahrt. Vor zwei Jahren galten die Freifahrscheine nur an den Adventssamstagen. "Wir hatten damals eine tolle Resonanz und wollen durch die Aktion neue Kunden gewinnen", unterstreicht HNV-Geschäftsführer Gerhard Gross. "Uns fällt ein Stein vom Herzen, dass der Weihnachtsmarkt in der Form stattfindet. Wir hoffen jetzt, dass das Jahr gut, ja sogar sehr gut zu Ende geht", setzt Johannes Nölscher, Vorstandsvorsitzender der Stadtinitiative Heilbronn, mit seinen Händlerkollegen voll auf das Weihnachtsgeschäft.

Großzügige Gebührenregelung

Steffen Schoch betont, dass die Zusatzkosten des Marktes in Höhe von 50.000 Euro aus dem HMG-Etat bestritten werden. Zudem sollen die Abschlagszahlungen der Standbetreiber später kassiert werden. Auch bei den vier Ständen, die ihre Zusage für den Weihnachtsmarkt aus verschiedenen Gründen zurückziehen mussten, will sich die Stadt großzügig zeigen. "Wir werden nicht auf die Standgebühren bestehen", bekräftigt Harry Mergel. Der OB hofft nun darauf, dass auch das Land über Erleichterungen beispielsweise bei der Außengastronomie nachdenkt. "Wir vom Städtetag versuchen beim Sozialministerium auf jeden Fall noch einige Verbesserungen zu erreichen", macht Harry Mergel klar.

 


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Thomas Zimmermann

Thomas Zimmermann

Autor

Thomas Zimmermann ist seit Dezember 2020 in der Stadtredaktion der Heilbronner Stimme. Zuvor arbeitete der ehemalige Radioreporter und Magazinmacher ab Februar 2015 in der Hohenloher Zeitung und berichtete vor allem über Künzelsau und Umgebung. In der Stadtredaktion berichtet Zimmermann vor allem über Handel, Gastronomie, Stadtpolitik und Gerichtsverhandlungen.

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