Waldnetzwerk startet wieder durch

Region  Erste Angebote des Waldnetzwerks für diesen Sommer sind bereits ausgebucht. Die Menschen zieht es wieder in Gruppen nach draußen.

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Aus dem Zeitwald der Landesgartenschau 2008 in Bad Rappenau, einem Wald auf Zeit, ging das Waldnetzwerk im Landkreis Heilbronn hervor.

Foto: Ulrike Plapp-Schirmer

Das Programmheft des Waldnetzwerks war für das Jahr 2020 dick gefüllt mit Angeboten. "Wir waren hochmotiviert", sagt Geschäftsführerin Manuela König. Doch nach zwei Veranstaltungen kam der Lockdown, und von Förstern geführte Abendspaziergänge, Filmvorführungen für Kinder, Kräuterwanderungen oder waldpädagogische Gruppenangebote mussten abgesagt werden.

Jetzt startet das gemeinnützige Waldnetzwerk mit Sitz im Landratsamt Heilbronn wieder durch. Eine erste Freiluft-Veranstaltung in Möckmühl war mit zehn Teilnehmern gleich ausgebucht.

Zehn ist derzeit die magische Zahl für Veranstaltungen im öffentlichen Raum, ab 1. Juli dürfen sich dort 20 Personen treffen. Bei Manuela König laufen die Fäden zusammen. Manches, sagt sie, sei bis auf Weiteres anders als vor dem Ausbruch der Pandemie.

Auch im Freien gelten Abstandsregeln

Man könne zum Beispiel nicht mehr spontan zu einer Veranstaltung des Waldnetzwerks kommen, sondern müsse sich wegen der beschränkten Teilnehmerzahl anmelden. "Wir haben unser Programm durchforstet", sagt Manuela König, "und geschaut, was möglich ist." Angebote für kleine Kinder gibt es bis zu den Sommerferien keine: Auch im Freien gelten Abstandsregeln. Einige Veranstaltungen wurden von Referenten, die zur Risikogruppe gehören, selbst abgesagt.

"Wir schauen, wo ein Hygienekonzept durchzuhalten ist", sagt die ausgebildete Försterin. "Alles, wo man sich gegenseitig unterstützen muss, ist gestrichen." Den Rotstift ebenfalls ansetzen musste man, wo bislang hausgemachte Leckereien mit angeboten wurden. Trotzdem ist Manuela König froh, dass das Waldnetzwerk ab sofort wieder Angebote machen kann. Sie spüre eine Lust bei den Menschen, gemeinsam rauszugehen, sagt sie.

Wer während des Lockdowns Energie aus der Natur schöpfen konnte, habe diese Phase besser überstanden – davon ist Manuela König überzeugt. Natürlich habe das Netzwerk während des Lockdowns "nicht Nichts" gemacht, betont Manuela König. Die Organisation hat digitale Erfahrung gesammelt, die Waldpädagogik für regionale Bildungseinrichtungen weiterentwickelt.

Schon recht früh habe es auf der Website und auf Facebook ein Stay-at-Home-Angebot gegeben. Zweimal pro Woche wurden Aktionen vorgestellt, die vor allem Familien zu Hause, im Garten oder bei einem Waldspaziergang umsetzen konnten. "Wir sind jetzt wichtig als Ansprechpartner und Impulsgeber", betont Manuela König. Mit einzelnen Kommunen laufe bereits die Planung fürs Ferienprogramm.

Bei der Entwicklung der eigenen digitalen Medien sei das Waldnetzwerk ein ganzes Stück weitergekommen, betont die Försterin: "Die Website ist aktuell." Dort, unter www.waldnetzwerk.net, gibt es Informationen zu den nun anstehenden Veranstaltungen.

Waldnetzwerk Heilbronn

Das Waldnetzwerk arbeitet eng mit dem Kreisforstamt im Landratsamt Heilbronn zusammen. Der Verein gestaltet mit Partnern wald- und naturpädagogische Angebote.


Ulrike Plapp-Schirmer

Ulrike Plapp-Schirmer

Autorin

Ulrike Plapp-Schirmer ist seit 1993 bei der Heilbronner Stimme. Sie ist für Bad Rappenau und Gemmingen zuständig, gehört dem Thementeam Gesundheit an und rezensiert regelmäßig Bücher.

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