Vom Staubkorn zum Eiskristall: So entsteht Schnee

Region  Zurzeit hüllt der Winter weite Teile Deutschlands in eine dichte Schneedecke. Auch unsere Region gleicht einem Winterwunderland. Doch wie entsteht die weiße Pracht eigentlich und warum knirscht Schnee, wenn man auf ihn tritt?

Von unserer Redaktion
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Schnee in den Heilbronner Weinbergen. Foto: Chris Petersen

Ein Winterwunderland egal wohin man schaut; Die Region ist zur Zeit in eine weiße Schneedecke gehüllt und sorgt für Winterfreuden bei Groß und Klein. Aber wie entsteht Schnee eigentlich? Warum ist er weiß und knirscht beim Laufen? Darüber informiert Wetteronline in einem Schreiben vom Freitag. Hier die wichtigsten Fakten. 

 

Die Luftfeuchtigkeit muss stimmen

Damit Schnee entstehen kann, muss die Luft ausreichend Feuchtigkeit und Kondensationskerne enthalten. Das können zum Beispiel kleine Staub- oder Rußpartikel sein, die in der Luft schweben. Sinkt die Temperatur in der Höhe weit genug ab, so frieren die Wassermoleküle in der Luft an einem Kondensationskern fest und bilden ein Eiskristall. Björn Goldhausen, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline, erklärt: „Damit Schnee entsteht, müssen die Temperaturen in den Wolken etwa minus 12 Grad betragen. Haben sich die Eiskristalle gebildet und sind schwer genug, fallen sie aufgrund der Schwerkraft langsam auf die Erde. Auf diesem Weg verhaken sich einzelne Kristalle miteinander und bilden so die typischen Schneeflocken.“

Jeden Schneekristall gibt es nur einmal 

Jeder Schneekristall ist dabei einzigartig und seine Form abhängig von der Temperatur. Bei tiefen Temperaturen entstehen eher Schneeplättchen und -prismen. Ist es wärmer, bilden die Kristalle eine Sternform aus. Björn Goldhausen ergänzt: „Die Größe der Schneeflocke hängt von Temperatur und Luftfeuchtigkeit ab: Je kälter es ist, desto weniger Luftfeuchtigkeit ist vorhanden und es entstehen nur kleine Flocken. Bei höheren Temperaturen und einer höheren Luftfeuchtigkeit bilden sich hingegen größere Schneeflocken.“ Genau wie Wasser sind Schneekristalle transparent. Sie wirken jedoch wie kleine Spiegel, die das Licht reflektieren und streuen. Schnee erscheint daher weiß.

Wenn Eiskristalle brechen, knirscht der Schnee 

Sobald der Schnee gefallen ist, lassen sich beim Gehen auf der Schneedecke knirschende Schrittgeräusche wahrnehmen. Björn Goldhausen: „Schnee besteht zu 90 Prozent aus Luft und ist aufgrund seiner geringen Dichte eigentlich ein perfekter Schalldämpfer. Auf der Erde fügen sich die Schneekristalle nach einiger Zeit aber zu festen Verbindungen zusammen. Tritt man nun auf den Schnee, zerbrechen diese. Ein einziger Bruch wäre dabei für unsere Ohren zu leise. Da aber mit jedem Schritt Millionen dieser Verbindungen gleichzeitig zerbrechen, entsteht das für Schneespaziergänge so typische Knirschen.“

Je kälter, desto lauter der Schnee

Wie laut Schnee knirscht, hängt nicht nur davon ab, wie lange er bereits auf dem Boden liegt, sondern auch davon, wie kalt es draußen ist. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt sind die Eiskristalle noch flexibler und können sich trotz des Drucks unserer Füße verformen. Ab etwa minus sieben Grad hingegen, werden die Kristalle spröde und können scharf abbrechen. „Je kälter es ist, desto lauter knirscht es auch beim Gang über die Schneedecke“, fasst Meteorologe Björn Goldhausen zusammen. „Sobald der Schnee wieder taut, wird auch das Knirschen wieder leiser. Das liegt daran, dass sich die Eiskristalle durch das Schmelzwasser wieder mühelos gegeneinander verschieben lassen – so lange, bis der Schnee irgendwann ganz geschmolzen ist.“

 

 

 


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