Viele Faschingsfreunde rechnen mit Totalausfall der Saison

Region  Großveranstaltungen an Fasching wird es laut den Faschingsvereinen in der Region nicht geben. In einigen Kommunen wurde bereits alles abgesagt. Ein klein wenig Hoffnung haben die Narren aber noch.

Von Anna-Lena Sieber

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Faschingsumzüge wie hier in Bad Wimpfen wird es in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht geben.

Foto: Andreas Veigel

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, Karneval in der kommenden Saison 2020/2021 komplett ausfallen zu lassen. "Jetzt schon den kompletten Fasching ausfallen zu lassen, das halten ich für verfrüht", sagt Alexander Bergtold, Präsident des Carnevalclub Massenbachhausen.

Dass die Veranstaltungen nicht in der gewohnten Form stattfinden können, das sei jedoch klar. Gerade Umzüge seien schwer umsetzbar. "Aber ich denke, dass man die eine oder andere interne Veranstaltung doch machen kann", sagt Bergtold. "Corona hin oder her - Ostern hat auch stattgefunden. Die Kinder haben auch Ostereier gesucht. Aber man muss es jetzt eben anders machen."

Veranstaltungen sollen wenn, dann in anderer Form stattfinden

Auch nach außen solle die Symbolik des Faschings gezeigt werden. Beispielsweise indem man die eine oder andere Veranstaltung stattfinden lässt. "Unsere Planungen gehen jetzt in Richtung Fasnachtseröffnung am 11.11. Auch einen Rathaussturm oder am 6. Januar das traditionelle Maskenabstauben sollte man schon machen." Nur eben in anderer Form. "Mit 160 Aktiven kann man sich jetzt nicht auf einen Platz stellen", sagt Bergtold.

Die meisten der 18 Vereine die im Arbeitskreis Unterländer Karnevalsvereine organisiert sind könnten sich einen reinen Saalfasching, also Veranstaltungen, die ausschließlich in der Halle stattfinden, nicht vorstellen. "Schunkeln und Polonaise mit 1,5 Metern Abstand sieht etwas seltsam aus", sagt der Präsident des Massenbachhausener Carnevalsclubs. Außerdem sei der Aufwand der Gleiche, obwohl viel weniger Leute in die Hallen dürften. Und: "Wir Karnevalisten sind uns auch einig, dass die Gesundheit vorgeht."

Ansteckungsgefahr bei Faschingsveranstaltungen groß

Dem stimmt auch der Präsident des Talheimer Carnevalsverein, Siegfried Grasi zu: "Die Gesundheit ist das A und O." Fasching sei auf jeden Fall ein Ansteckungsherd. "Man ist da scho eng beieinander." Der Umzug in Talheim sei deshalb schon abgesagt. "Das verursacht ja auch Kosten, und wenn nichts stattfindet, kommen auch keine Kosten auf uns zu", sagt Grasi. Die Hoffnung sei noch da, "aber der Trend geht, auch wegen der steigenden Ansteckungszahlen, zu einer kompletten Absage.

In Hardthausen ist bereits alles abgesagt

Einen Schritt voraus ist den Talheimern da der Hardthäusener Carnevalsverein: "Wir haben schon alles abgesagt. Vom Rathaussturm bis zum Umzug", sagt Präsident Marzano Salvatore. Das lohne sich finanziell nicht. "In der Halle muss man Abstand halten, die Zuschauer dürfen nicht tanzen und nicht singen - das ist kein Fasching. Nächstes Jahr ist auch noch ein Jahr."

Ähnlich sieht es in Bad Wimpfen aus. "Wir können uns nicht über das Gesetz hinwegsetzen, und wir sind uns unserer Verantwortung auch bewusst", sagt Dieter Büchle, Präsident der Wimpfener Faschingsgesellschaft. Die Entscheidung, alles abzusagen, sei so gut wie gefällt. "Ich denke wir müssen jetzt erst das Virus in den Griff kriegen und das bekommen wir nur hin, wenn wir noch länger etwas diszipliniert sind."


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