Weinprobe mal anders beim "Easy Drinking" in der Heilbronner Harmonie

Heilbronn  Locker und unkompliziert ließen sich Weine bei der Veranstaltung "Easy Drinking" in der Harmonie in Heilbronn entdecken. Die Weindorf Auslese bietet noch viel Programm in den kommenden Tagen.

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Wer den zweiten Tag der Weindorf Auslese in Heilbronn genussvoll beenden wollte, hatte am Freitagabend zwar gleich mehrere Möglichkeiten - zum Beispiel bei einer Planwagenfahrt in Eberstadt oder einem Drei-Gang-Menü in der Weinvilla in Heilbronn. Besonders leicht floss der Wein aber in der Harmonie die Kehle hinunter. Denn bei der Premiere von "Easy Drinking" war der Name Programm. Nicht nur die Stimmung war locker, auch die acht Weine, die probiert werden konnten, sowie der dazu servierte Antipasti-Teller waren leicht und unkompliziert.

Durch den Abend führten die Sommelière Lisa Neubauer, die beim Weingut Dautel in Bönnigheim arbeitet, Daniel Drautz, Geschäftsführer der Genossenschaftskellerei Heilbronn, und Björn Heinrich vom Weingut G.A. Heinrich. "Es soll interaktiv sein", wünschte sich Daniel Drautz vor Beginn der Veranstaltung. Die drei Weinexperten hatten auf einem roten Sofa  und einem Sessel auf der Bühne Platz genommen und begrüßten von dort jeden Gast, der zur Tür hereinkam. Mit einem Glas Wein in der Hand und ohne strikten Ablaufplan legten die drei ganz ungezwungen los mit der "Weinprobe mal ganz anders", wie Heilbronn-Marketing-Chef Steffen Schoch es ankündigte. Er gab auch das Motto des Abends vor: "Nicht so viel sprechen, schmecken muss der Wein."

Definition von "Easy Drinking" ist Geschmackssache

Deshalb wurde den 50 Gästen auch zuallererst ein Glas Rivaner eingeschenkt und jeder durfte ausgiebig riechen und natürlich probieren. Die sechs Weiß- und zwei Rotweine, die getestet wurden, hatten Lisa Neubauer, Daniel Drautz und Björn Heinrich aus zahlreichen Flaschen der Weindorf-Winzer ausgewählt, die diese unter der Vorgabe, es sollten "Easy-Drinking-Weine" sein, zur Verfügung gestellt. Schon da habe sich gezeigt, dass die Definition nicht so einfach ist, sagte Daniel Drautz. Sie hatten die Wahl zwischen ganz unterschiedlichen Weinen. Letztlich sei eine gute Auswahl an Weinen zusammengekommen, die alle Lust auf ein zweites Glas machten.

Nach der zweiten Sorte wurde auch das Publikum langsam warm und das Konzept der Veranstalter ging auf. Es entwickelte sich ein lockeres Gespräch, nicht nur auf der Bühne, sondern auch zwischen Experten und Publikum  - über die Weine, die Weingüter, die Arbeit im Weinberg, die Etiketten auf den Flaschen, über den persönlichen Geschmack und warum einige Menschen von Riesling Sodbrennen bekommen. Auf unterhaltsame Weise konnte man auch lernen, wie eine Cuvée gemacht wird, dass Rotwein auch gekühlt schmeckt und es zu Fisch nicht immer nur Weißwein sein darf.

Experten haben nicht gefachsimpelt oder kompliziert erklärt

Und trotzdem wurde nicht gefachsimpelt und kompliziert erklärt, sondern anschaulich beschrieben, was der Laie vielleicht nicht sofort riecht oder schmeckt. Erklärungen von Lisa Neubauer lauteten da zum Beispiel: "Das ist wie Blumenstrauß ins Gesicht" oder "Wie Potpourrie, das bei der Oma früher im Bad stand". Es ging eben ganz easy zu. Dass das ganz spontan und überhaupt nicht steif werden würde, war einer Besucherin schon vorher klar, wie sei sagte. Denn sie kenne Lisa Neubauer bereits vom Restaurant Beichtstuhl, in dem sie früher Sommelière war. "Außerdem fehlt uns das Weindorf", sagte Chantal Lang-Clavel. Da müsse man solche  Veranstaltungen mitnehmen. Petra Heinzelmann fand es vor allem interessant, die nächste Generation an Winzern kennenzulernen. Auch Timo Junginger-Amos aus Brackenheim lobte das Konzept: "Es war wirklich sehr unkompliziert". Auch seine ehemaligen Kollegen aus der Schweiz, die er mitgebracht hatte, seien begeistert gewesen.

Heilbronn-Marketing-Chef: "Der Versuch ist gelungen."

"Der Versuch ist gelungen", lautete Steffen Schochs Fazit. Mit "Easy Drinking" wollte die Heilbronn Marketing GmbH auch Jüngere ansprechen und Weine mal anders erlebbar machen. Das sei mit Blick in das altersmäßig sehr gemischte Publikum auf jeden Fall gelungen. "Der Wein wurde zeitgemäß präsentiert von der Generation, die heute davon leben muss", fasste er zusammen. Weitere Fragen beantworteten die Wein-Experten im Anschluss auch noch im kleinen Kreis an den verschiedenen Tischen. "Mich freut es, dass von jung bis alt so viele hergefunden haben", sagte Daniel Drautz.  

Weinauktion für Winzer aus dem Flut-Gebiet an der Ahr

Der Ton war beim "Easy Drinking" in der Harmonie aber nicht nur unbeschwert. Lisa Neubauer nutzte die Gelegenheit, um auf ein Hilfsprojekt für Winzer aus dem Ahrtal aufmerksam zu machen, die durch die Flut-Katastrophe diesen Sommer zum Teil alles verloren haben. Die Heilbronner Wengerter der Weinvilla, der Verein der Freunde des Verkehrsvereins und das Weinmagazin Vinum haben eine exklusive Weinauktion ins Leben gerufen, deren Erlös den Ahrwinzern zum Wiederaufbau ihrer Betriebe und der Weinlagen zugute kommen soll. Per Fern-Auktion kommen dabei mehr als 100 Weine unter den digitalen Hammer.  Darunter ist auch ein Heilbronner Riesling, signiert von Gerd Müller, dem "Bomber der Nation".  Mehr Informationen gibt es unter www.heilbronn.de/weinauktion

Viel Programm bietet die Weindorf Auslese noch bis 19. September

Nach den ersten Weindorf-Auslese-Tagen können sich Besucher noch bis zum 19. September auf ein umfangreiches Programm freuen. Am Sonntag, 12. September, gibt es zum Beispiel Gottesdienste zum Thema Bibel und Wein in der Pfarrkirche Deutschordensmünster St. Peter und Paul in Heilbronn oder die traditionelle Burgunderweinprobe in der Harmonie. Auch viele Weingüter, Restaurants und Genossenschaften bieten ihren Gästen ein Weindorf-Programm. Da gibt es unter anderem einen Weinausschank im Grünen bei der Weingärtnergenossenschaft Heuchelberg, einen Öko-Weinstand im Botanischen Obstgarten Heilbronn oder eine Weinwanderung bei der Kellerei Hohenlohe-Fürstenfass. 

Mehr zum Programm gibt es unter:www.heilbronn.de

 


Katharina Müller

Katharina Müller

Autorin

Katharina Müller arbeitet seit Januar 2019 bei der Heilbronner Stimme und kümmert sich in der Regionalredaktion um Themen aus dem nördlichen Landkreis. Zuständig ist sie für Bad Friedrichshall, Neckarsulm, Neuenstadt, Langenbrettach, Hardthausen und Jagsthausen.

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