Über die geheimnisvolle Welt der Bienen

Leingarten  Hobbyimker Waldemar Maier aus Leingarten nimmt 18 Stimme-Leser in seine kleine Ausstellung mit. Die sind nach der Honigverkostung begeistert.

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Wer die gefährliche Varroamilbe sehen möchte, muss genau hinschauen.

Es summt und brummt in Waldemar Maiers Gartengrundstück in Leingarten. Die Bienen sind ein wenig nervös wegen der Bienenwaben, die in einem Glaskasten zu Demonstrationszwecken aufgebaut sind. Maier führt 18 Leser bei der 34. Stimme-Lesersommer-Aktion in die Geheimnisse der Imkerei ein. Die lassen sich von den Bienen nicht beunruhigen.

Maier ist seit mehr als 25 Jahren Hobbyimker, er ist Mitglied beim Bezirksimkerverein Heilbronn und Bienensachverständiger. Akribisch und mit viel Liebe hat er für die Leser ein kleines Museum der Imkerei in seinem Gartengrundstück aufgebaut.

Honiggewinnung war einst eine schwere Arbeit

Er nimmt sie mit in die Anfänge der Honiggewinnung, erklärt die Ursprünge der Wald- und Korbimkerei. Der Leingartener geht in seinem Bienengarten auf Karl IV., Förderer der Imker, die damals Zeitler hießen, ein. "200 bis 300 Bienenkörbe betreute ein Imker damals", sagt der 68-Jährige. Eine richtig schwere Arbeit sei es seinerzeit gewesen.

In Baden-Württemberg sei vor allem der Schwarzwälder oder Alemannische Korb bekannt. Maier erzählt von Honig aus dem Uralgebirge, wo ein Kilo in Moskau für 250 Euro gehandelt wird. Oder dass es mehr als 500 Bienenarten gibt und dass zwischen 40 0000 und 60 000 Tiere zu einem Bienenvolk gehören.

Maier, der das Imkern als wunderschönes Hobby bezeichnet, erläutert, dass für die wertvollen Nutztiere oft zu wenig Nektar zur Verfügung steht. Er spricht über die Räuberei, bei der starke Bienenvölker schwache ausrauben. Oder die gefährliche Varroamilbe, die Völker befällt und die die Leser in einer Schale begutachten.

Bis zu 30 Kilogramm Ertrag pro Jahr

Dann prasseln die Fragen auf Maier ein. Wie viel Ertrag bringt ein Volk, möchte ein Leser wissen: "Das hängt vom Wetter ab. Bei Wanderbienen sind es um die 30 Kilogramm, bei Bienen, die an einem Standort stehen bleiben, können es in etwa 15 Kilogramm pro Jahr sein." Eine Leserin interessiert es, ob Bienen das Wachs selbst produzieren. "Ein Bienenstock ist wie eine Wachsfabrik. Die Bienen schwitzen blättchenartig Wachs flüssig aus."

Über die geheimnisvolle Welt der Bienen

Luise Kinzinger aus Leingarten bei der Honigverkostung.

Fotos: Jürgen Kümmerle

Luise Kinzinger aus Leingarten möchte wissen, wie lange ein Bienenvolk lebt. "Es ist ein Kommen und ein Gehen. Eine Sommerbiene lebt etwa drei bis vier Wochen, eine Winterbiene etwa sechs Monate", erklärt Maier. Und Klaus Blümich aus Möckmühl fragt, was es kostet, wenn man mit dem Hobbyimkern beginnen möchte. "Ein Bienenvolk kostet zwischen 100 und 150 Euro", sagt Torsten Eberhardt, Vorstand des Bezirksimkervereins Heilbronn, der sich ebenfalls für den Lesersommer Zeit genommen hat. Inklusive Equipment müsse man 300 bis 400 Euro investieren.

Zum Schluss lädt Maier zu einer Honigverkostung ein. Honig aus dem Odenwald, Edelkastanienhonig, den die Leser auf ein Stück Weißbrot schmieren. Maier lobt den Honig als Medizin gegen allerlei Zipperlein. Der süße Geruch lockt auch die Bienen an, die um die Leser herumschwirren. Doch die lassen sich nicht aus der Ruhe bringen. Katja Walz aus Heilbronn hatte überlegt, ob sie nächstes Jahr einen Imkerkurs besucht. "Die Veranstaltung war für mich die letzte Bestätigung."

 

Jürgen Kümmerle

Jürgen Kümmerle

Reporter

Jürgen Kümmerle ist Redakteur im Reporterteam der Heilbronner Stimme. Diese Einheit berichtet über das tagesaktuelle Geschehen in der Region und kümmert sich um investigative Recherchen.

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