Transidentität: "Ich hatte riesige Angst, alles zu verlieren"

"Ich hatte riesige Angst, alles zu verlieren"
Susanne Leiser ist froh, dass sie nach vielen Jahren den Schritt gewagt hat, dazu zu stehen, was sie ist: transident. Der Weg dorthin war hart. Foto: Veigel   Bild: Veigel, Andreas

Interview  Susanne Leiser erzählt im Stimme-Interview davon, dass sie sich mehr als 50 Jahre lang selbst verleugnet hat und was das mit ihr gemacht hat. Ein Gespräch über Aufklärung und Akzeptanz.

Von Petra Müller-Kromer

Was ist schon normal? Was bedeutet es, eine Frau zu sein? Und was macht es mit einem, wenn man sich fast sein ganzes Leben lang verleugnet? Susanne Leiser (61), 1,78 Meter groß, Wildleder-Mary-Janes mit hohem Absatz, manikürte Fingernägel, ist eine Erscheinung. Sie strahlt. Nichts deutet darauf hin, dass sie lange unter Depressionen litt, einen Nervenzusammenbruch und Suizidversuche hinter sich hat. Seit ihrem Outing als Transidente geht es ihr gut. Sie weiß jetzt: Angst ist ein schlechter