Teach First unterstützt Schulen in der Region beim Corona-Unterricht

Heilbronn/Neckarsulm  Die gemeinnützige GmbH Teach First Deutschland unterstützt Schulen in der Region mit freiwilligen Helfern, sogenannten Fellows. Diese unterstützen die Kinder beim Unterricht auch über digitale Angebote.

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Leeres Klassenzimmer, volle Internet-Portale: Lehrer und Fellows von Teach First Deutschland unterstützen die Kinder auch über digitale Angebote.

Foto: Dmitry Vereshchagin/stock.adobe.com

Maja Toebs und Stephanie Stauß sind seit gut eineinhalb Jahren als Fellows von Teach First Deutschland in Heilbronn und Neckarsulm im Einsatz. Vermittelt von der gemeinnützigen GmbH sollen die Mitarbeiter als zusätzliche Lehrkräfte in Unterricht und Ganztag dort helfen, wo Jugendliche häufig scheitern: an Übergängen im Bildungssystem. Wegen Corona sind sie an der Heilbronner Rosenauschule sowie an der Johannes-Häußler-Schule in Neckarsulm digital gefordert, damit die Jugendlichen motiviert bleiben. Dritter Fellow ist Dennis Kumfert an der Wilhelm-Hauff-Schule in Heilbronn. 

Fellows berichten von Unsicherheit 

Corona fordert alle heraus, das haben die beiden Fellows immer wieder erlebt. Als das Schuljahr im Herbst begonnen hat, hätte man eine Unsicherheit gespürt. "Sie überträgt sich auf die Schüler", sagt Stephanie Stauß, die zurzeit online den Kindern und Jugendlichen beiseite steht. Dass diese Hilfe digital funktionieren kann, sei auch der Präsenzzeit im Herbst zu verdanken. "Das tat den Schülern gut." Allerdings hat der damalige Unterricht unter Pandemiebedingungen nicht allen helfen können. Neue Jugendliche seien hinzugekommen, erzählt Maja Toebs. Weil aber schon damals Außerschulisches wegfallen musste, hätten sie nicht richtig in die Gemeinschaft hineinwachsen können.

Die beiden Fellows unterstützen die Lehrer bei mehr als nur dem reinen Unterricht. "Ich halte es für wichtig, mit den Schülern in Kontakt zu bleiben", betont Stephanie Stauß. Man müsse dafür sorgen, dass die Jugendlichen dranbleiben und mitmachen, dass sie motiviert seien. Dank der Fellows stehen zwei Lehrkräfte den Kindern im digitalen Unterricht zur Verfügung. "Das ist schon ein Vorteil, dass eine zweite Person nachfragen kann", weiß Maja Toebs. Im Klassenzimmer ist es um einiges leichter, Lücken zu entdecken. Da sieht man eher, wenn jemand nicht mitkommt. "Da kann ich den Kindern ins Gesicht schauen", sagt Stephanie Stauß. "Das fehlt im Online-Unterricht." Sie setzt stattdessen auf die Erfahrung, und sie kennt ihre Jugendlichen. Die beiden Lehrerinnen ahnen, wer Schwierigkeiten hat und fragen dort gezielt nach.

Schülern kommen Kleingruppe entgegen

Maja Toebs hat sich mit der Lehrerin abgesprochen und die Klasse aufgeteilt. Das kommt den Schülern zugute, die an keinem zweiten Termin teilnehmen müssen. Und vor allem: "In Kleingruppen kommen sie besser zu Wort." Die Motivation kann auch übers Internet gelingen, dabei müssen die Kinder der Abschlussklassen auch gar nicht auf bevorstehende Prüfungen angesprochen werden. "Ich zeige die Fortschritte auf", sagt Stephanie Stauß. Bis auf Weiteres findet Unterricht nur im Internet statt. Die beiden Fellows hoffen, dass es möglichst bald wieder zum Wechselunterricht mit Präsenzzeiten in den Schulen kommt. Stephanie Stauß betont: "Da kann man viel besser unterstützen."

Elke Büdenbender, Ehefrau des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier, ist Schirmherrin von Teach First Deutschland. Für die Organisation kommen Hochschulabsolventen verschiedener Studienrichtungen als Fellows bundesweit zum Einsatz. Teach First Deutschland gehört zum internationalen Netzwerk Teach For All.


Simon Gajer

Simon Gajer

Autor

Simon Gajer kam im Jahr 2000 erstmals zur Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat und einem Jahr als freier Journalist in den USA ist er seit Herbst 2003 zurück in der Region: Zurzeit sucht er nach spannenden Themen im nördlichen Landkreis Heilbronn, vor allem aus den Städten Neckarsulm, Möckmühl und Neudenau.

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